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15.01.2020 14:59
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MÄRKTE USA/Wall Street vor Handelsabkommen auf dem Rückzug

NEW YORK (Dow Jones)--Kurz bevor am Mittwoch das mühsam ausgehandelte Phase-1-Handelsabkommen zwischen den USA und China unterzeichnet werden soll bekommen die Anleger kalte Füße. Die Futures auf die wichtigen US-Aktienindizes deuten eine knapp behauptete Eröffnung an der Wall Street an.

Schon am Dienstag hatte sich Nervosität breitgemacht. Zwar erreichten die Indizes im Verlauf Rekordstände, auch gestützt von den Hoffnungen, die Anleger in das Abkommen setzen, doch konnten sie die Gewinne nicht bis zum Handelsende halten. Beobachter geben zu bedenken, dass mit dem Phase-1-Abkommen die Streitigkeiten noch nicht vollständig beigelegt sind. Vor allem der Streit um den Boykott des chinesischen Telekomausrüsters Huawei, den die USA als Bedrohung ihrer nationalen Sicherheit sehen, sei noch nicht beendet.

Zur Beunruhigung der Anleger trug auch ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg bei. Demnach wollen die USA trotz des Phase-1-Abkommens die bestehenden Zölle auf Importe aus China mindestens zehn Monate lang beibehalten. Damit könnte sich ein Phase-2-Abkommen verzögern.

Durchwachsene Zahlen von Bank of America und Goldman

Etwas Ablenkung vom Handelsstreit dürfte die Bilanzsaison bieten. Nach JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo am Dienstag haben am Mittwoch vor Handelsstart mit Goldman Sachs und der Bank of America zwei weitere Schwergewichte der US-Bankenlandschaft über den Verlauf des Schlussquartals 2019 berichtet. Die Zahlen der beiden Banken werden in einer ersten Einschätzung als durchwachsen bezeichnet, was die Aktien vorbörslich leichter tendieren lässt.

An Konjunkturdaten wurden vor der Startglocke die Erzeugerpreise aus dem Dezember und der Empire State Manufacturing Index veröffentlicht. Bei den Erzeugerpreisen zeigte sich das gleiche Bild wie tags zuvor bei den Verbraucherpreisen: Sie stiegen im vergangenen Monat sowohl insgesamt als auch in der Kernrate etwas weniger stark als erwartet. Die geringe Teuerung spricht für weiter niedrige Zinsen in den USA.

Der Empire-State-Index lag im Januar mit 4,8 Punkten über der Konsensprognose der Ökonomen von 4,0. Im Dezember war ein Indexstand von 3,3 ermittelt worden.

Um 20.00 Uhr MEZ folgt das Beige Book der US-Notenbank.

Geringe Inflation positiv für Anleihen und Gold

Die Aussicht auf eine Fortsetzung der Niedrigzinsphase unterstützt die Anleihenotierungen und den Goldpreis. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen fällt um 2,5 Basispunkte auf 1,79 Prozent. Die Feinunze Gold verteuert sich um 0,4 Prozent auf 1.552 Dollar.

Der Euro zieht zum US-Dollar an und steigt von Kursen um 1,1120 im Tagestief auf 1,1150 Dollar. Die Preisentwicklung in den USA und der US-chinesische Handelskonflikt gehen den Dollaroptimisten als Argumente verloren, wie Commerzbank-Experte Ulrich Leuchtmann mit Blick auf die Preis- und Lohnentwicklung befindet. Beide zeigten, dass mehr als ein Jahrzehnt ultraexpansiver Geldpolitik nicht annähernd so inflationär wirke, wie es sein müsste. Und gerade wo die Wirkung des Handelskonflikts in der US-Handelsbilanz sichtbar werde, einigten sich beide Seiten.

Überraschend schwache britische Inflationsdaten belasten derweil das Pfund. Die Entwicklung dürfte jüngst bereits entfachte Fantasie noch befeuern, dass die Bank of England (BoE) auf ihrer geldpolitischen Sitzung Ende Januar die Zinsen senken könnte. Das Pfund sinkt auf gut 1,30 Dollar von etwa 1,3040.

Zurückhaltung prägt das Geschehen am Ölmarkt, wo die Preise mehr oder weniger auf der Stelle treten. Die Akteure warten auf die offiziellen wöchentlichen Daten des US-Energieministeriums zu den Rohölvorräten der USA. Am Vorabend hatte der US-Branchenverband API einen überraschend deutlichen Aufbau der Lagerbestände gemeldet. Übergeordnet stützt jedoch die Hoffnung auf eine Belebung der Ölnachfrage die Preise. Das Barrel US-Rohöl der Sorte WTI kostet mit 58,15 Dollar 0,1 Prozent weniger als am Dienstag. Die europäische Referenzsorte Brent ermäßigt sich um 0,1 Prozent auf 64,44 Dollar.

Im Finanzsektor hat neben Goldman und Bank of America auch der Vermögensverwalter Blackrock Geschäftszahlen vorgelegt. Das verwaltete Vermögen stieg im vergangenen Jahr erstmals über 7 Billionen Dollar. Für die Aktie geht es vorbörslich um 0,1 Prozent abwärts.

Der Krankenversicherer Unitedhealth hat im Schlussquartal zwar mehr verdient als erwartet, wenngleich der Umsatz die Konsensschätzung verfehlte. Seinen Ausblick bekräftigte das Unternehmen jedoch. Der Kurs der Aktie steigt um rund 1 Prozent.

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US-Anleihen

Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD

2 Jahre 1,56 -0,4 1,56 35,8

5 Jahre 1,60 -2,1 1,62 -32,4

7 Jahre 1,71 -2,1 1,73 -53,8

10 Jahre 1,79 -2,5 1,81 -65,8

30 Jahre 2,24 -2,7 2,27 -82,5

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:06 Di, 17:20 Uhr % YTD

EUR/USD 1,1149 +0,20% 1,1136 1,1124 -0,6%

EUR/JPY 122,46 +0,06% 122,42 122,48 +0,5%

EUR/CHF 1,0745 -0,20% 1,0774 1,0771 -1,0%

EUR/GBP 0,8572 +0,32% 0,8548 0,8553 +1,3%

USD/JPY 109,83 -0,14% 109,93 110,09 +1,0%

GBP/USD 1,3005 -0,12% 1,3031 1,3007 -1,9%

USD/CNH (Offshore) 6,8923 +0,06% 6,8922 6,8833 -1,1%

Bitcoin

BTC/USD 8.818,75 +0,70% 8.642,50 8.579,75 +22,3%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 58,15 58,23 -0,1% -0,08 -4,8%

Brent/ICE 64,44 64,49 -0,1% -0,05 -2,4%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.552,05 1.546,30 +0,4% +5,75 +2,3%

Silber (Spot) 17,85 17,80 +0,3% +0,05 -0,0%

Platin (Spot) 1.011,95 984,50 +2,8% +27,45 +4,9%

Kupfer-Future 2,85 2,87 -0,8% -0,02 +1,9%

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln/kla

(END) Dow Jones Newswires

January 15, 2020 08:59 ET (13:59 GMT)

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