28.09.2021 22:11

MÄRKTE USA/Zinssorgen treiben Anleger in die Flucht

Folgen
Werbung

Von Steffen Gosenheimer

NEW YORK (Dow Jones)--Zinssorgen haben am Dienstag schwer auf der Stimmung an der Wall Street gelastet. Die Marktzinsen setzten ihre Aufwärtsbewegung den sechsten Tag in Folge fort, die Rendite zehnjähriger US-Anleihen erreichte zuletzt 1,54 Prozent, fast 25 Basispunkte mehr als vor Wochenfrist. Hintergrund ist die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik in den USA, genährt von Aussagen diverser Notenbanker. Am Markt sorgte das auch für Befürchtungen, dass es zu vorschnellen Beschlüssen kommen könnte, die dann die Konjunktur bremsen würden.

Der Dow-Jones-Index büßte 1,6 Prozent ein auf 34.300 Punkte, der S&P-500 sackte um 2,0 Prozent ab. Wachstumstitel wie vor allem Technologieaktien wurden erneut besonders abverkauft, weil sie als stark zinsempfindlich gelten. Die Nasdaq-Indizes knickten um bis zu 2,9 Prozent ein. Im Dow waren die beiden Technologietitel Microsoft (-3,4%) und Salesforce (-2,6%) die Schlusslichter. Alle Indizes gingen nahe den Tagestiefs aus dem Handel.

An der Nyse wurden nach ersten Angaben 643 (Montag: 1.962) Kursgewinner und 2.679 (1.373) -verlierer gezählt. Unverändert schlossen 84 (108) Titel.

Zur Angst vor steigenden Zinsen trugen zusätzlich die immer weiter steigenden Energiepreise bei. In die gleiche Kerbe schlugen Aussagen von Notenbankchef Powell, wonach sich einige inflationstreibende Angebotsengpässe verschärft haben. Die Notenbank gehe jedoch nach wie vor davon aus, dass der starke Inflationsanstieg nur auf eine sehr geringe Kategorie von Gütern zurückzuführen sei und die Teuerung zurückgehen werde.

Marktexperte Giles Coghlan von HYCM sprach von einer Aufholbewegung des Marktes. Der habe anfangs auf falkenhafte Signale der Notenbank kaum reagiert und hole dies nun nach.

Einige Investoren zeigten sich von der Aktienschwäche nicht überrascht, schließlich sei es für den S&P-500 sieben Monate nur nach oben gegangen. Außerdem zeigten Daten, dass der Markt zu Monatsbeginn stark auf niedrige Zinsen und eine gedämpfte Inflation gewettet habe. Das mache sich nun in der Dynamik nach unten bemerkbar.

Auch Streit um Haushalt beunruhigt

Konjunkturseitig kam ein Dämpfer vom US-Verbrauchervertrauen, das im September deutlich unter der Erwarten ausfiel. Für Belastung sorgt aber auch, dass es weiter keine Einigung auf einen Haushalt in den USA gibt. Damit drohe im Oktober die Zahlungsunfähigkeit, warnte das Finanzministerium. US-Finanzministerin Yellen warnte vor einer "historischen Finanzkrise" und einer "wirtschaftlichen Katastrophe". In der Nacht zum Freitag endet das Haushaltsjahr.

Für den Dollar ging es mit den steigenden Zinsen nach oben, der Dollar-Index gewann 0,4 Prozent. Gold verbilligte sich um 16 auf 1.733 Dollar je Feinunze. Die steigenden Renditen machen das Edelmetall als Anlage weniger attraktiv, zugleich bremste der festere Dollar, weil das Gold in Dollar gehandelt wird.

Technologieaktien wieder Schlusslicht

Am Aktienmarkt verloren die S&P-500-Subindizes Software, Medien und Halbleiter bis zu 3,8 Prozent. Tagesgewinner war wie am Vortag der Energiesektor (+0,5%) angesichts der breit angelegten Hausse bei den Energiepreisen, unter anderem befeuert vom engen Gasmarkt in Europa. Der US-Erdgaspreis erreichte ein Siebenjahreshoch. Die Ölpreise gaben dagegen um rund 1 Prozent nach. Unter anderem lenkten Teilnehmer den Blick auf die Opec-Sitzung in der kommenden Woche. Dort könnten angesichts der jüngsten Entwicklungen möglicherweise höhere Förderquoten ein Thema werden, hieß es.

Der Bankensektor legte nur anfangs weiter zu, büßte aber am Ende 1,1 Prozent ein. Steigende Zinsen sind zwar günstig für die Gewinnmargen, Banken gelten aber auch als zyklisch, würden also unter einer Konjunkturabschwächung besonders leiden.

Mit dem schwachen Halbleitersektor verloren Micron 2,8 Prozent vor den Quartalszahlen nach Börsenschluss. Nvidia rutschten um 4,5 und Applied Materials um fast 7 Prozent ab, zusätzlich belastet von einer Herunterstufung auf "Neutral" durch New Street Research.

Pfizer verloren 1,2 und Biontech 10 Prozent. Die Zulassung des Impfstoffs von Pfizer und Biontech für Kleinkinder könnte sich bis November verschieben, hieß es von Informanten.

Merck & Co (-0,1%) steht laut Informanten vor einem Zukauf zur Stärkung seines Geschäfts mit Therapien für seltene Krankheiten und verhandelt über die Übernahme von Acceleron (+2,2%).

Ford Motor (+1,1%) profitierten von Plänen, 7 Milliarden Dollar für den Aufbau von Batterieproduktionsstätten in die Hand zu nehmen, im Zuge einer Kooperation mit SK Innovation. Geplant ist außerdem die Herstellung von Elektro-Lkw.

===

INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

DJIA 34.299,99 -1,6% -569,38 +12,1%

S&P-500 4.352,63 -2,0% -90,48 +15,9%

Nasdaq-Comp. 14.546,68 -2,8% -423,29 +12,9%

Nasdaq-100 14.770,30 -2,9% -434,52 +14,6%

US-Anleihen

Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD

2 Jahre 0,30 2,1 0,28 18,0

5 Jahre 1,02 3,3 0,98 65,7

7 Jahre 1,33 4,2 1,29 68,6

10 Jahre 1,54 6,0 1,48 62,5

30 Jahre 2,08 8,6 2,00 43,6

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:07 Uhr Mo, 17:03 Uhr % YTD

EUR/USD 1,1684 -0,1% 1,1697 1,1704 -4,3%

EUR/JPY 130,27 +0,3% 130,12 129,88 +3,3%

EUR/CHF 1,0859 +0,3% 1,0839 1,0831 +0,5%

EUR/GBP 0,8629 +1,1% 0,8533 0,8540 -3,4%

USD/JPY 111,50 +0,5% 111,22 110,95 +7,9%

GBP/USD 1,3540 -1,2% 1,3710 1,3705 -0,9%

USD/CNH (Offshore) 6,4652 +0,1% 6,4553 6,4593 -0,6%

Bitcoin

BTC/USD 41.618,51 -3,4% 42.478,26 43.211,26 +43,3%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 74,80 75,45 -0,9% -0,65 +56,3%

Brent/ICE 78,52 79,53 -1,3% -1,01 +54,3%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.733,56 1.750,13 -0,9% -16,57 -8,7%

Silber (Spot) 22,45 22,68 -1,0% -0,22 -14,9%

Platin (Spot) 967,93 983,95 -1,6% -16,03 -9,6%

Kupfer-Future 4,25 4,29 -0,9% -0,04 +20,6%

===

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/gos

(END) Dow Jones Newswires

September 28, 2021 16:12 ET (20:12 GMT)

Nachrichten zu BioNTech (ADRs)

  • Relevant
    3
  • Alle
    7
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu BioNTech (ADRs)

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
07.10.2021BioNTech (ADRs) HoldJefferies & Company Inc.
05.10.2021BioNTech (ADRs) BuyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
24.09.2021BioNTech (ADRs) NeutralGoldman Sachs Group Inc.
23.09.2021BioNTech (ADRs) NeutralGoldman Sachs Group Inc.
23.09.2021BioNTech (ADRs) NeutralUBS AG
05.10.2021BioNTech (ADRs) BuyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
10.08.2021BioNTech (ADRs) BuyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
31.03.2021BioNTech (ADRs) buyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
11.01.2021BioNTech (ADRs) buyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
18.11.2020BioNTech buyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
07.10.2021BioNTech (ADRs) HoldJefferies & Company Inc.
24.09.2021BioNTech (ADRs) NeutralGoldman Sachs Group Inc.
23.09.2021BioNTech (ADRs) NeutralGoldman Sachs Group Inc.
23.09.2021BioNTech (ADRs) NeutralUBS AG
11.08.2021BioNTech (ADRs) NeutralGoldman Sachs Group Inc.

Keine Analysen im Zeitraum eines Jahres in dieser Kategorie verfügbar.

Eventuell finden Sie Nachrichten die älter als ein Jahr sind im Archiv

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für BioNTech (ADRs) nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

DAX schließt im Plus -- Software AG senkt Ausblick für Digital -- Delivery Hero steigt bei Gorillas ein -- GameStop, J&J, Apple, Munich Re, TeamViewer im Fokus

Amazon springt auf 3D-Audio-Zug auf. RWE will in Großbritannien bis 2030 rund 15 Milliarden Pfund investieren. E.ON nimmt Neukundengeschäft mit Gas wieder auf. Procter & Gamble veranlasst wegen steigender Kosten höhere Preise. Travelers übertrifft Erwartungen im dritten Quartal. Roche-Partner Atea kann mit Corona-Pille Ziele nicht erreichen. JENOPTIK übernimmt Berliner Glas Medical und Swissoptic.

Umfrage

Wo steht der DAX zum Jahresende?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln