JPMorgan schraubt Kursziel für ASML-Aktie deutlich nach oben - Halbleiterrally im Blick

Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für ASML deutlich angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen.
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Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für ASML von 1515 auf 1900 Euro angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Die Markterwartungen an den Anlagenbauer für die Chipindustrie für 2027 und 2028 müssten komplett überarbeitet werden, schrieb Sandeep Deshpande am Dienstagabend. Die jüngsten Signale aus dem Konzern zu den Kapazitäten für EUV-Lithografiesysteme seien sehr optimistisch gewesen und deuteten auf eine starke Kundennachfrage hin. Immersions-DUV-Lithografie werde ein weiterer Wachstumstreiber für die Niederländer. Damit können extrem kleine Mikrochips gebaut werden. Deshpande hob seine Schätzungen für 2027 und 2028 an und sieht sich gerade 2028 klar über den Markterwartungen. Beim Gewinn je Aktie seien es gut 35 Prozent.
Halbleiterrally erlahmt etwas
In einem wackeligen Marktumfeld hat die Kursrally im Halbleiterbereich am Mittwoch etwas an Dynamik verloren. So schwangen sich in Amsterdam die Aktien von ASML nur mit Mühe zu einem weiteren Rekord auf. Die Papiere des deutschen Branchenvertreters Infineon verharrten nach 134 Prozent Jahresplus zur Wochenmitte leicht in der Verlustzone.
Allerdings sahen die Anleger offenbar noch Nachholpotenzial bei Sektorwerten aus den hinteren deutschen Börsenreihen. So zogen AIXTRON und SUSS MicroTec stark an.
In New York steht im Blick, dass die Rekordrally bei den Anteilsscheinen von Marvell Technology mit einem Plus im zweistelligen Prozentbereich in eine neue Runde geht. NVIDIA-Chef Jensen Huang hatte den Chipdesigner als "nächstes Billionen-Unternehmen" bezeichnet.
Generell profitieren Halbleiterwerte immer noch von der boomenden Nachfrage rund um Künstliche Intelligenz (KI). Denn die zu verarbeitenden Datenmengen steigen exorbitant und erfordern spezielle Prozessoren. Um den Bedarf decken zu können, investieren Cloud-Anbieter massiv in den Ausbau von Rechenzentren. Davon profitieren aus der Chipbranche unter anderem Ausrüster und Speicherhersteller.
Allerdings reagieren Technologiewerte insgesamt auch stark auf konjunkturelle Nachrichten. Denn der Börsenwert der Tech-Unternehmen hängt in hohem Maße von den Wachstumserwartungen in der Zukunft ab, die wiederum stark von der Inflation und der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung bestimmt werden. Und aktuell schüren die erneut aufgeflammten Spannungen im Nahen Osten wieder die Sorge, dass die Ölpreise lange auf hohem Niveau verharren könnten. In der Folge könnte ein Teuerungsschub die Notenbanken dazu zwingen, mit Zinserhöhungen gegenzusteuern.
Dies wäre ein schlechtes Umfeld auch für Halbleiterwerte, denn bei höheren Leitzinsen wären die erwartete zukünftige Gewinne aus heutiger Sicht weniger wert. Würden die hohen Zinsen zudem das Wirtschaftswachstum drosseln, wären die Unternehmen aus diesem Sektor doppelt getroffen.
Im Haupthandel gewann die ASML-Aktie in Amsterdam 1,6 Prozent auf 1.485,20 Euro und erreicht schon zum Start bei 1.496 Euro ein neues Hoch, während STMicro in Paris nur um 0,31 Prozent auf 68,49 Euro anzog.
/rob/ag/gl
Veröffentlichung der Original-Studie: 02.06.2026 / 19:46 / BST Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 03.06.2026 / 00:15 / BST
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