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22.01.2019 16:24
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Maue Bankgeschäfte in Europa beflügeln Fusionsfantasien

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- von Angelika Gruber

Zürich (Reuters) - Angesichts anhaltend schwacher Geschäfte der europäischen Großbanken bricht die Debatte über Fusionen in der Branche wieder los.

"Das Einzige, worauf es im Banking ankommt, ist Größe", sagte UBS-Verwaltungsratschef Axel Weber am Dienstag am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Es gebe zu viele zu kleine europäische Finanzinstitute. Damit diese mit ihren globalen Wettbewerbern mithalten könnten, müssten sie sich verbünden und "neu erfinden", sagte der frühere Bundesbank-Präsident zu "Bloomberg TV". Die Kluft gerade zu den Wall-Street-Häusern wird immer größer: Alleine im Geschäftsjahr 2018 verdiente etwa JP Morgan 32,5 Milliarden Dollar - das ist fast das Doppelte des aktuellen Börsenwerts der Deutschen Bank. Viele europäische Häuser haben ein Ertragsproblem und kämpfen im Investmentbanking mit Gegenwind von den Märkten. Bei der UBS schwächelte zuletzt auch das Kerngeschäft Vermögensverwaltung.

UBS-Chef Sergio Ermotti musste deshalb in Zürich für das Schlussquartal einen Rückgang des bereinigten Vorsteuergewinns auf 860 Millionen Dollar präsentieren, im Vorjahreszeitraum hatte die größte Schweizer Bank noch 1,1 Milliarden Dollar verdient. Im Gesamtjahr stieg der Nettogewinn aber auf 4,9 Milliarden Dollar - von knapp einer Milliarde Dollar im Jahr zuvor. Ermotti sieht in Zusammenschlüssen mit anderen Banken durchaus einen Ansatz, die Probleme der europäischen Geldhäuser zu lösen. Allerdings würden Fusionen nicht automatisch alle Sorgen in Luft auflösen, warnte er. Denn der Branche machten auch Negativzinsen und die maue Konjunktur zu schaffen. "Nun wird die Dringlichkeit vielen vielleicht mehr bewusst", sagte Ermotti.

Nach Einschätzung von Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam haben daher Banken in Europa "Appetit" auf Zusammenschlüsse. Ganz große europäische Fusionen hält er jedoch für unwahrscheinlich. Viele Aufseher seien der Meinung, dass die Banken schon jetzt zu groß seien. Auf einzelne Länder beschränkte Fusionen hält Thiam jedoch für möglich. "Ich denke, eine Konsolidierung im jeweiligen Markt bleibt eine Möglichkeit und ist notwendig", sagte der Chef der zweitgrößten Schweizer Bank.

WER MACHT DEN ERSTEN SCHRITT?

An Schwung gewonnen hatte die Debatte über einen solchen nationalen "Champion" zuletzt vor allem in Deutschland: Bundesfinanzminister Olaf Scholz soll ein Zusammengehen des Instituts mit der Commerzbank unterstützen. Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner wird ebenfalls nachgesagt, dass er eine innerdeutsche Lösung favorisiert. Vorstandschef Christian Sewing hatte im Sommer allerdings betont, eine Fusion - mit wem auch immer - komme für ihn in den kommenden zwölf bis 18 Monaten nicht infrage, solange das Institut seine Hausaufgaben nicht gemacht habe. Die Gewerkschaft Verdi trommelt bereits laut gegen eine Hochzeit mit der Commerzbank. Ob die Deutsche Bank mit ihren Aufräumarbeiten vorankommt, wird die Bilanz für 2018 zeigen, die am 1. Februar veröffentlicht werden soll. Sewing hat den ersten Jahresgewinn seit 2014 in Aussicht gestellt.

Auch die UBS will sich in Sachen Fusionen und Übernahmen auf absehbare Zeit zurückhalten. "Ich glaube nicht, dass UBS eine Rolle spielen wird, weil es bei uns gut läuft und Unternehmenszusammenschlüsse einen für Jahre aufhalten", sagte Weber. Zu anhaltenden Spekulationen über eine Fusion von UBS und Deutscher Bank wollten sich weder er noch Ermotti äußern. Für Zusammenschlüsse mit einem anderen Institut - egal welchem - sei es noch zu früh, hatte Weber kürzlich gesagt. "Bevor wir rennen wollen, müssen wir sicher laufen können."

ERST FUSIONIEREN, DANN WIEDER AUFSPALTEN?

Ein Investmentbanker, der Finanzinstitute bei strategischen Fragen berät, erwartet solche grenzüberschreitenden Transaktionen in Europa erst in einem zweiten Schritt. "Irgendwann muss es einen europäischen Champion geben", sagte er. Denkbar sei, dass die neue Bank nach einem Zusammenschluss in mehrere Teile aufgespalten werde: etwa eine Investmentbank, einen Vermögensverwalter und eine Firmenkunden-Bank. Fokussierung wäre die Devise.

Bis dahin versuchen die Institute, sich in eine gute Ausgangsposition zu bringen. Bei der UBS - der ersten europäischen Großbank, die ihren Jahresabschluss vorlegte - bremsten die mauen Handelsaktivitäten der reichen Kunden das Kerngeschäft Vermögensverwaltung. Auch Credit-Suisse-Chef Thiam bereitete die Anleger angesichts der volatilen Märkte auf ein "wirklich schwieriges" viertes Quartal vor. Die französische Großbank Societe Generale hatte bereits in der vergangenen Woche vor einem schwachen Kapitalmarktgeschäft gewarnt. Bei der Deutschen Bank erwarten Analysten für das Schlussquartal sogar einen Verlust.

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