finanzen.net
15.01.2019 14:11
Bewerten
(1)

Merkel will 2020 EU-China-Gipfel in Deutschland

DRUCKEN

- von Andreas Rinke

Berlin (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel will unter deutscher EU-Ratspräsidentschaft erstmals einen EU-China-Gipfel mit allen Mitgliedstaaten organisieren.

Sie habe diesen Plan bereits im Dezember EU-Kollegen mitgeteilt, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus Kreisen von EU-Diplomaten. In der deutschen EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Hälfte 2020 sei demnach ein Treffen zwischen den dann 27 EU-Mitgliedstaaten, den EU-Institutionen und der chinesischen Führung in Deutschland geplant. Gründe seien die gewachsene Bedeutung Chinas, aber auch der Versuch der Kanzlerin, die EU-27 zu einem einheitlicheren Auftreten gegenüber Peking zu bewegen.

China war 2017 zweitgrößter Handelspartner der EU, dürfte aber bis 2020 auch die USA von Platz eins verdrängt haben. Bisher finden EU-Treffen mit der chinesischen Führung nur mit den Spitzen der EU-Institutionen statt, also EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk. In der Bundesregierung, aber auch der deutschen Industrie beklagt man seit langem, dass die EU-Staaten nicht geschlossen gegenüber China aufträten und dass die EU-Institutionen Anliegen der Mitgliedstaat nicht ausreichend vertreten würden.

Merkel hat ihrerseits bilaterale Regierungskonsultationen mit China eingeführt und in den vergangenen Jahren versucht, das Land wegen seiner strategischen Bedeutung für Deutschland und die EU einmal jährlich zu besuchen. China war bereits 2017 größter Handelspartner Deutschlands mit einem Warenaustausch von 187 Milliarden Euro. "Deutschland sollte in seiner EU-Ratspräsidentschaft 2020 China zu einem wichtigen Thema machen", fordert Hubert Lienhard, Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses. Man müsse verhindern, dass es in 20 Jahren nur noch die USA und China als bestimmende Machtblöcke gebe. "Ich teile die Kritik, dass die EU-Institutionen China-Gipfel nicht ausreichend vorbereiten und die Interessen der Mitgliedschaften nicht wirklich bündeln. Die EU spielt einfach ihre Größe gegenüber China, aber auch den USA nicht aus, weil viele für sich alleine marschieren."

CHINA SUCHT AUCH BILATERALE KONTAKTE

Das Problem könnte sich nach dem EU-Austritt Großbritanniens verschärfen. Denn parallel zur EU wird dann auch London eine Verständigung mit Peking suchen. Zudem hat China über direkte Investitionen in einzelnen EU-Staaten oder das sogenannte "16-plus-eins"-Format auf dem Balkan an Einfluss in Europa gewonnen. Zudem wird das Land zunehmend auch ein ernsthafter Konkurrent auf Drittmärkten. Der Chef des Berliner China-Instituts Merics, Frank Pieke, warnt aber vor übertriebenen Erwartungen. "Der Schritt ist sehr gut, um eine abgestimmtere Position gegenüber China zu erreichen. Aber man sollte nicht erwarten, dass die EU danach komplett geeint ist", sagte Pieke.

Die EU organisiert eine Reihe von Gipfeln mit Drittstaaten. Dabei ist sie teilweise nur mit den Spitzen der EU-Institutionen vertreten. In der Bundesregierung wird betont, dass es beim EU-China-Gipfel nicht darum gehe, eine geostrategische Alternative zur Partnerschaft mit den USA zu suchen. Der strategische Dialog mit Peking müsse aber eben auch auf EU-Ebene ausgebaut werden. Der letzte EU-China-Gipfel war am 16. Juli 2018 in Peking.

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht tiefrot ins Wochenende -- Commerzbank-Chef liebäugelt mit Fusion -- Chaos-Brexit vorerst abgewendet -- Deutsche-Bank: Renditeziel für 2019 bestätigt -- Nike, Ströer, Uber, Dürr, Hapag im Foku

Nokia-Warnung vor Problemen bei Alcatel-Zukauf sorgen Anleger. ProSiebenSat.1-Aktie vor Mehrjahrestief. Rendite zehnjähriger Bundesanleihen erstmals seit Herbst 2016 wieder negativ. Neuer Videodienst von Apple erwartet. RWE und E.ON im Aufwind. Solar- und Windparkbetreiber ENCAVIS zahlt erneut höhere Dividende.

Top-Rankings

KW 12: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 12: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Die zehn größten Kapitalvernichter
Hier wurde am meisten Anlegergeld verbrannt

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die zehn größten Kapitalvernichter
Hier wurde am meisten Anlegergeld verbrannt
DIe innovativsten Unternehmen
Diese Unternehmen sind am fortschrittlichsten
Die Top-Autos des Genfer Autosalon 2019
Das sind die Highlights
Das hat sich geändert
Diese Aktien hat George Soros im Depot
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Einige Änderungen unter den Top-Positionen
mehr Top Rankings

Umfrage

Nun ist es bestätigt: Deutsche Bank und Commerzbank loten offiziell eine Fusion aus. Glauben Sie, dass es tatsächlich dazu kommen wird?

finanzen.net Brokerage

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
Deutsche Bank AG514000
BayerBAY001
CommerzbankCBK100
Apple Inc.865985
Amazon906866
Daimler AG710000
Aurora Cannabis IncA12GS7
E.ON SEENAG99
Deutsche Telekom AG555750
BASFBASF11
Siemens AG723610
NEL ASAA0B733
EVOTEC AG566480
RWE AG St.703712