Commerzbank-Aktie im Plus: Commerzbank vs. UniCredit - Harte Fronten im Übernahmekampf

Die an der Übernahme der Commerzbank interessierte italienische UniCredit ist der Ansicht, dass das Frankfurter Kreditinstitut "auf zukünftige Herausforderungen unzureichend vorbereitet ist und sich zu sehr auf kurzfristigen Erfolg konzentriert".
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Hier ist die bereinigte Fassung. Ich habe die redundante Wiederholung der UniCredit-Kritik am Ende entfernt und den Textfluss geglättet, während alle HTML-Tags, Links und die Unterüberschrift exakt an ihren Positionen geblieben sind. Die Commerzbank-Großaktionärin UniCredit hält den Übernahmekampf mit Kritik am Geschäftsmodell des Frankfurter DAX-Konzerns am Leben. Die Commerzbank schreibe seit Jahren eine "Geschichte operativer Underperformance" und sei inzwischen überbewertet, schrieb die UniCredit am Montagmorgen unter dem Titel "Commerzbank. Ein neues Kapitel". Nach Börsenschluss folgte die Retourkutsche aus Frankfurt: Die Ideen aus Mailand seien nur ein Versuch, das Geschäftsmodell der Commerzbank aufzubrechen - und "kein glaubwürdiger Plan zur Wertsteigerung".
UniCredit-Chef Andrea Orcel hatte dem Frankfurter Geldhaus am Morgen strukturelle Schwächen attestiert. "Die Entscheidung ist einfach: entweder den derzeitigen Kurs der anhaltenden Underperformance fortsetzen oder durch eine Transformation neue Wege beschreiten. Von Plan zu Plan überleben oder die Bank fit machen für die Zukunft", sagte er in einer Telefonkonferenz: Der derzeitige Kurs der Commerzbank werde "mittelfristig ihr Überleben gefährden".
"UniCredit ist als bedeutender Aktionär der Ansicht, dass die Commerzbank auf zukünftige Herausforderungen unzureichend vorbereitet ist und sich zu sehr auf kurzfristigen Erfolg konzentriert", teilte das italienische Geldhaus mit.
In ihrer Präsentation spielt die UniCredit zwei Szenarien durch: Zum einen eine weiterhin eigenständige Commerzbank, die dann bis 2028 sehr viel sparen und sich stärker auf ihr Kerngeschäft konzentrieren müsste, zum anderen einen Zusammenschluss mit der UniCredit und damit deren deutscher Tochter Hypovereinsbank (HVB) mit einem Zeithorizont bis 2030. In beiden Fällen hält die UniCredit-Führung deutlich höhere Gewinne für machbar, als Experten bisher von der Commerzbank erwarten.
Nach Dafürhalten der UniCredit sollte die Commerzbank in jedem Fall ihren Fokus auf Deutschland und Polen verstärken und gleichzeitig ihre internationalen Aktivitäten zurückfahren. Letztere seien "überdimensioniert, fragmentiert, risikoreicher, operativ komplex und ineffizient", analysierte die UniCredit-Führung.
Sollte es zu einer Übernahme kommen, würde nach Angaben Orcels die eigentliche Integration, Zusammenführung oder Fusion frühestens im Jahr 2029 beginnen. Darum habe die UniCredit jetzt auch ihren Standpunkt darlegen müssen, argumentiert Orcel: "Es blieb keine Zeit mehr zum Abwarten, zumal die Tür kurz nach Ostern geschlossen wurde."
Die Commerzbank mit ihrer Vorstandschefin Bettina Orlopp will davon jedoch nichts wissen. Die Spitze des Dax-Konzerns warf dem italienischen Institut am Abend eine "anhaltend feindliche Taktik und irreführende Darstellungen" vor.
"Es ist erstaunlich, dass UniCredit über 18 Monate benötigt hat, um einen unabgestimmten Plan vorzulegen, der trotz regelmäßiger Investorenmeetings in diesem Zeitraum ein grundlegendes Verständnis für die Treiber unseres Geschäftsmodells vermissen lässt", sagte Orlopp. "Sämtliche heute präsentierten vermeintlichen Vorteile eines Zusammenschlusses bleiben vage und liegen weit in der Zukunft."
Dabei zeigte sich Orlopp weiterhin von ihrem eigenen Konzept überzeugt: "Unsere Strategie schafft nachweislich und verlässlich Wert bei begrenztem Umsetzungsrisiko." Bei der Vorlage der Zahlen des ersten Quartals wolle die Commerzbank am 8. Mai ihre aktualisierte Strategie und ihre Finanzziele für das Jahr 2030 vorstellen.
Die Commerzbank hatte kurz nach Ostern einen Austausch mit UniCredit bestätigt, aber zugleich mitgeteilt, es sei derzeit keine einvernehmliche Lösung erkennbar. Die skizzierten Eckpfeiler einer Transaktion hätten kein ausreichendes Wertschöpfungspotenzial für Commerzbank-Aktionäre über die jetzige Strategie hinaus aufgezeigt.
UniCredit-Chef Orcel wirbt seit dem Einstieg seines Instituts bei der Commerzbank im September 2024 für eine Übernahme. Europa brauche im Wettlauf mit starken US-Geldhäusern größere Banken.
Die UniCredit rechnet vor: Aus einem Zusammenschluss von Commerzbank und HVB entstünde ein deutscher Marktführer mit mehr als 600 Filialen, rund acht Prozent Marktanteil und europaweit mehr als 35 Millionen Kunden. Statt der befürchteten Streichung von 15.000 Jobs in Deutschland würden über einen Zeitraum von fünf Jahren "weniger als die Hälfte" wegfallen, versichert die UniCredit.
Commerzbank top - Deutsche Bank flop
Die Aktien der Commerzbank haben sich am Montag in einem schwachen Gesamtmarkt mit einem ebenso schwachen europäischen Bankensektor positiv abgesetzt. Sie gewannen im XETRA-Handel unter den führenden DAX-Werten letztlich 1,16 Prozent auf 36,48 Euro und profitierten dabei von einer Hochstufung durch die Barclays Bank von "Equal Weight" auf "Overweight".
Deren Analystin Flora Bocahut bevorzugt in Deutschland nun die Commerzbank gegenüber der Deutschen Bank. Das Verhältnis zwischen Chancen und Risiken habe sich gebessert, während sich bei der Deutschen positive Impulse verzögerten. Die Papiere der Deutschen Bank verloren derweil zum Handelsschluss 2,18 Prozent auf 28,28 Euro.
Der Vorstoß der UniCredit sichere Commerzbank-Aktien ab, schrieb Bocahut. Der Kurs liege gerade so eben über dem Gebotspreis der Italiener und weitere Käufe könnten für Auftrieb sorgen.
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Bildquellen: Commerzbank AG
