11.06.2018 07:35
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MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

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Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.

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+++++ FEIERTAGSHINWEIS +++++

MONTAG: In Australien bleiben die Börsen wegen des Geburtstags der Queen geschlossen.

+++++ TAGESTHEMA +++++

Nach dem beispiellosen Debakel beim G7-Gipfel in Kanada haben die USA den Streit weiter angefacht. Nachdem US-Präsident Donald Trump der von allen G7-Staaten verabschiedeten Gipfelerklärung nachträglich seine Unterstützung entzogen hatte, legten seine Berater nach und machten Kanadas Premierminister Justin Trudeau mit neuen Beleidigungen für das Fiasko verantwortlich. Trumps Verärgerung hatte sich an der Ankündigung Trudeaus entzündet, als Reaktion auf die Strafzölle der USA auf Stahl und Aluminium Gegenzölle zu erheben. Er bekräftigte, an den zuvor schon angekündigten Gegenzöllen auf US-Produkte zum 1. Juli festzuhalten. Auch die EU bereitet solche Zölle zum 1. Juli vor. Trump, der den Gipfel vorzeitig verlassen hatte, setzte daraufhin aus dem Präsidentenflugzeug Air Force One zwei Twitter-Botschaften ab, in denen er seine Unterstützung für die Abschlusserklärung des Gipfels aufkündigte. Trudeaus Büro wies den Vorwurf zurück: Der Premierminister habe "nichts gesagt, was er nicht bereits vorher gesagt hatte - öffentlich und in privaten Gesprächen mit dem Präsidenten". US-Wirtschaftsberater Larry Kudlow begründete die Kehrtwende Trumps auch damit, dass dieser kurz vor seinem Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un den Eindruck der "Schwäche" habe vermeiden wollen. Über Twitter drohte Trump erneut mit Strafzöllen auf die Einfuhr von Autos, was insbesondere Deutschland hart treffen würde. In der von Trump verworfenen Erklärung hatten sich die sieben Industrienationen zu einem freien, fairen und regelbasierten Handelssystem bekannt und dem Protektionismus den Kampf angesagt. Bundeskanzlerin Angela Merkel räumte vor ihrer Abreise vom Gipfel ein, dass damit der Dissens mit den USA in Handelsfragen "nicht aus der Welt" geschaffen sei.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++

Weitere Termine:

10:30 GB/HSBC Holdings plc, Strategie-Update, London

13:00 DE/Deutsche Lufthansa AG, Verkehrszahlen Mai, Frankfurt

DIVIDENDENABSCHLAG

Saint-Gobain 1,30 Euro

Total 0,62 Euro

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

Es stehen keine wichtigen Daten zur Veröffentlichung an.

+++++ AUSBLICK EUROPÄISCHE ANLEIHE-AUKTIONEN +++++

Keine Auktionen angekündigt.

+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++

INDEX Stand +/- %

S&P-500-Future 2.776,20 -0,23

Nikkei-225 22.819,66 0,55

Schanghai-Composite 3.054,29 -0,42

INDEX zuletzt +/- %

DAX 12.766,55 -0,35

DAX-Future 12.800,00 0,65

XDAX 12.802,13 0,65

MDAX 26.662,35 -0,14

TecDAX 2.805,10 -0,37

EuroStoxx50 3.447,30 -0,36

Stoxx50 3.057,97 -0,13

Dow-Jones 25.316,53 0,30

S&P-500-Index 2.779,03 0,31

Nasdaq-Comp. 7.645,51 0,14

EUREX zuletzt +/- Ticks

Bund-Future 160,31 +12

+++++ ÜBERSICHT RENDITEN ANLEIHEMARKT +++++

ANLEIHERENDITEN aktuell Vortag YTD absolut

Deutschland 2 Jahre -0,67 -0,67 -0,06

Deutschland 10 Jahre 0,45 0,45 0,02

USA 2 Jahre 2,50 2,50 0,61

USA 10 Jahre 2,96 2,95 0,54

Japan 2 Jahre -0,13 -0,13 0,01

Japan 10 Jahre 0,04 0,04 -0,01

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

EUROPA

Ausblick: Zu Wochenbeginn zeichnet sich eine wenig veränderte Eröffnung an Europas Börsen ab. Das ist bemerkenswert angesichts des Scheitern des G7-Gipfels in Kanada, das von der ablehnenden Haltung von US-Präsident Donald Trump geprägt war. Die Differenzen waren so groß, dass man sich nicht einmal auf ein gemeinsames Schlusskommunique einigen konnte. Dass die Märkte auf den negativen Ausgang so gelassen reagieren überrascht, drohen doch bei einer Eskalation des Handelsstreits negative Auswirkungen auf Wirtschaft und Unternehmensgewinne. Angesichts des vollen Terminkalenders dürften die Anleger weiter sehr vorsichtig agieren. Im Blick steht das Gipfeltreffen zwischen Trump und dem nordkoreanischen Präsidenten Kim Jong-Un am Dienstag in Singapur. Trump fordert von Kim eine vollständige nukleare Abrüstung, eine Forderung, der Kim ohne weitgehende Sicherheitsgarantien kaum nachkommen wird. Daneben stehen die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank am Mittwoch sowie der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag auf der Agenda.

Rückblick: Eine Welle schlechter Nachrichten wurde gut weggesteckt. Technologiewerte litten zwar unter Berichten über reduzierte iPhone-Orders durch Apple, das nur leichte Minus der Apple-Aktie beruhigte aber etwas. Auch der Beginn des G7-Treffens dämpfte die Stimmung. Eine Annäherung zwischen den USA und den sechs anderen Staaten scheint immer unwahrscheinlicher. Konjunkturwerte wie Autos stellten die Hauptverlierer: Im DAX gaben BMW und Daimler um bis zu 1,1 und VW um 2,2 Prozent nach. Auch bei den rohstoffnahen Werten wie Thyssenkrupp ging es um 2,2 Prozent abwärts. Bei den Finanzwerten fielen Commerzbank um 1,6 Prozent und Deutsche Bank um 0,7 Prozent. Druck gab es angesichts steigender Renditen auch wieder auf Italiens Institute, wo Unicredit und Ubi Banca bis zu 2,8 Prozent verloren.

DAX/MDAX/TECDAX

Leichter - Für Enttäuschung sorgten die deutsche Konjunktur und eine Gewinnwarnung der Deutschen Post. Die Post rechnet dieses Jahr nur noch mit einem bereinigten EBIT von 3,2 Milliarden Euro nach zuvor 4,15 Milliarden Euro. Grund ist das schwache Brief/Paketgeschäft, die wichtigste Sparte der Post. Die Infineon-Aktie gewann 0,7 Prozent. Der Chip-Hersteller hat positive Aussagen zum Umsatzwachstum gemacht. Aktien von Apple-Zulieferern standen unter Druck: Dialog Semiconductor fielen um 4,0 und AMS um 6,1 Prozent. Für Aixtron ging es 3,9 Prozent abwärts. Seit Wochen belasten Medien-Berichte über fallende Nachfrage für das iPhone. Nun meldete die japanische Nikkei Asian Review, dass Apple vergangenes Jahr noch für 100 Millionen neue iPhones bestellt hatte, für dieses Jahr aber 20 Prozent weniger erwartet.

XETRA-NACHBÖRSE

Die Aktie von Dialog Semiconductor legte nach Aussage eines Händlers von Lang & Schwarz rund 4 Prozent zu. Das TecDAX-Unternehmen soll sich in Gesprächen zur Übernahme des US-Technologieunternehmens Synaptics befinden.

USA / WALL STREET

Etwas fester - Trotz einiger belastender Faktoren hat die Wall Street den Dreh ins Plus geschafft. Die Anleger schwenkten wieder um von den politischen Unsicherheiten zu den günstigen wirtschaftlichen Perspektiven. Im frühen Geschäft hatte der am Freitag beginnende G7-Gipfel wegen des Streits zwischen den USA und den übrigen sechs Ländern belastet. Viele Investoren sind aber der Meinung, dass die Handelskonflikte keine übermäßige Auswirkung auf das weltweite Wachstum haben werden. Für die Apple-Aktie ging es um 0,9 Prozent abwärts. Seit Wochen gibt es Medienberichte, dass die Nachfrage nach dem iPhone schwindet. Nun berichtet die japanische Nikkei Asian Review, dass Apple im vergangenen Jahr Aufträge zur Vorbereitung der Produktion von bis zu 100 Millionen Einheiten des neuen iPhone 8, iPhone 8 Plus und iPhone X erteilt habe. Dieses Jahr würden allerdings 20 Prozent weniger erwartet. Broadcom verloren 2,5 Prozent. Die Zweitquartalsergebnisse des Halbleiterkonzerns waren besser als erwartet ausgefallen, der Ausblick auf das dritte Quartal lag im Rahmen der Marktschätzungen. Doch verfehlte die wichtige Mobilfunksparte die Prognosen der Analysten.

+++++ DEVISENMARKT +++++

DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Fr, 17.16 Uhr

EUR/USD 1,1799 +0,2% 1,1775 1,1764

EUR/JPY 129,52 +0,6% 128,77 128,76

EUR/CHF 1,1625 +0,3% 1,1595 1,1601

GBP/EUR 1,1366 -0,0% 1,1418 1,1398

USD/JPY 109,77 +0,4% 109,33 109,44

GBP/USD 1,3411 +0,0% 1,3410 1,3409

Bitcoin

BTC/USD 6.807,59 +0,4% 6.777,14 7.585,51

Vor dem Hintergrund der politischen Entwicklungen blieb bei den Investoren der "sichere Hafen" Yen gefragt. Der US-Dollar fiel auf 109,46 Yen nach einem Vortageshoch über 110 Yen. Der Euro setzte seine Abwärtstendenz des Vortages fort und lag bei 1,1766 Dollar. Am Donnerstag im Tageshoch stand er noch bei 1,1840 Dollar - dem höchsten Niveau seit drei Wochen. Händler verwiesen zur Begründung auf Konjunkturdaten. Nach den überraschend schwachen deutschen Auftragseingängen vom Vortag enttäuschte nun auch die Industrieproduktion. Sie sank im April um 1 Prozent zum Vormonat, obwohl mit einem Anstieg gerechnet wurde. Auch in Frankreich fiel sie zurück. Der Euro zeigt sich gegenüber dem Dolalr etwas fester im Vergleich zum Freitag. Er liegt wieder knapp unter der Marke von 1,18 Dollar, nach Ständen um 1,1770 Dollar zum Wochenausklang.

+++++ ROHSTOFFE +++++

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 65,54 65,74 -0,3% -0,20 +9,7%

Brent/ICE 76,26 76,46 -0,3% -0,20 +17,5%

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

June 11, 2018 01:36 ET (05:36 GMT)

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