Nach Streikende

Aktien von Lufthansa, IAG, easyJet & Co. unter Druck: Ölpreise bleiben massiver Belastungsfaktor

20.04.26 15:17 Uhr

Airlines kfätig unter Druck: Lufthansa und Co. rutschen deutlich ab - Streikentspannung hilft der Lufthansa-Aktie nicht | finanzen.net

Fluggesellschaften geraten zum Wochenstart unter Druck. Neben Kostenbelastungen sorgen auch unsichere Rahmenbedingungen für fallende Kurse.

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Aktien von Fluggesellschaften geben in Europa am Montag kräftig nach. So verliert die Lufthansa-Aktie auf XETRA zeitweise 3,3 Prozent auf 7,80 Euro, die IAG-Aktie gibt in London 2,9 Prozent auf 3,98 GBP nach, easyJet-Anteile rutschen zeitweise um 2,36 Prozent auf 3,85 GBP ab, während es für Air France in Paris um 2,71 Prozent auf 10,245 Euro abwärts geht.

Iran-Krieg bleibt großer Belastungsfaktor

Die Kursverluste fallen mit der achten Woche des US-Iran-Konflikts zusammen. Angesichts einer verstreichenden Frist bleibt die Ungewissheit über mögliche Waffenstillstandsverhandlungen bestehen. Berichte über eine Ablehnung weiterer Gespräche durch den Iran sowie die anhaltende US-Seeblockade verstärken die Sorge vor langfristigen Lieferengpässen. Für die Luftfahrtbranche, die bereits mit schwankender Nachfrage und hohen Betriebskosten kämpft, bedeuten die steigenden Kerosinpreise eine zusätzliche Belastung und sorgen für eine vorsichtige Marktstimmung.

Lufthansa-Flugbetrieb nach Streik wieder normal

Der schwachen Marktlage können insbesondere beim deutschen Branchenprimus Lufthansa auch positive Meldungen nicht entgegenwirken.

Nach den ganzwöchigen Streiks des fliegenden Personals bei der Lufthansa heben alle Flugzeuge der Airline nach Unternehmensangaben wieder wie vorgesehen ab. "Es ist wie geplant wieder angelaufen", sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. In der vergangenen Woche waren Hunderte Flüge ausgefallen.

Gemeinsam mit der Kabinengewerkschaft Ufo hatten die Piloten den Betrieb der Airlines Lufthansa, Lufthansa Cargo und Cityline für fünf Tage lahmgelegt. Auch der Ferienflieger Eurowings wurde an zwei Tagen bestreikt. Der Konzern hatte am Donnerstag mit der sofortigen Schließung des Flugbetriebs bei der Cityline reagiert. Begründet wurde der Einschnitt zudem mit hohen Kerosinkosten bei der veralteten Flotte des Regionalfliegers.

Cityline-Maschinen außer Betrieb gestellt

Die 24 Passagier- und drei Fracht-Maschinen der Cityline sind nach Unternehmensangaben außer Betrieb gestellt. Die Gesellschaft hat in der Vergangenheit unter Lufthansa-Flugnummern Zubringerflüge an die Drehkreuze nach Frankfurt und München erledigt.

Vereinigung Cockpit: Spiel mit der Existenzangst

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) kritisierte die Stilllegung als widersprüchlich und für die betroffenen Beschäftigten als zutiefst verunsichernd. Es sei ein Spiel mit der Existenzangst der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. "Auf der einen Seite wird eine große Krise als Begründung angeführt, um Kapazitäten aus dem Markt zu nehmen. Auf der anderen Seite wird gleichzeitig geprüft, ob andere Konzerngesellschaften - wie die Lufthansa Klassik selbst - diese Strecken übernehmen, obwohl sie nach Aussagen des Managements noch unprofitabler sind", sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro.

Die Vereinigung Cockpit plant kurzfristig keine weiteren Arbeitskampfmaßnahmen. Das teilte sie in einem internen Rundschreiben mit. Zunächst müssten Vorstand und Tarifkommission die Situation bewerten. Für Montag seien zudem Sondierungsgespräche mit dem Unternehmen zu einer möglichen Schlichtung geplant. Ein erster Anlauf dazu war gescheitert, weil sich beide Seiten nicht auf ein einheitliches Themenfeld einigen konnten.

Lufthansa Technik sieht U-Boot-Jäger-Wartung als Zeitenwende

Lufthansa Technik hat die Wartung der neuen See-Fernaufklärer der Deutschen Marine als Zeitenwende in der Unternehmensgeschichte bezeichnet. Die Arbeiten an den Maschinen vom Typ Boeing P-8A Poseidon seien ein Novum, sagte Personalvorständin Jana Schumacher bei einer Festveranstaltung am Sitz von Lufthansa Technik in Hamburg. "Erstmals in der Unternehmensgeschichte arbeiten unsere Kolleginnen und Kollegen hier an potenziell waffentragenden Systemen."

Die auf Basis der Boeing 737-800 gefertigten Poseidon-Maschinen sind laut Bundeswehr mit einer Länge von knapp 40 Metern und einer Spannweite von etwa 38 Metern die größten deutschen Kampfflugzeuge.

Neue U-Boot-Jäger der Marine

Sie hätten die Fähigkeit, "große Seegebiete schnell und wirksam zu überwachen, U-Boote aufzuklären, zu verfolgen und - wenn nötig - zu bekämpfen", sagte der Kommandeur der Marineflieger, Kapitän zur See Broder Nielsen. Ausgestattet sind sie mit modernster Sensortechnik, bewaffnet unter anderem mit Wasserbomben und Torpedos.

Die zweite an die Marine ausgelieferte Maschine war Mitte März für den sogenannten 90-Tage-Check bei Lufthansa Technik am Hamburger Flughafen eingetroffen. Aktuell durchläuft die erste Poseidon dort ihren 180-Tage-Check. Sie war im November vergangenen Jahres offiziell in Dienst gestellt worden.

Neben der militärischen Möglichkeiten brauche es auch industrielle Resilienz, sagte Nielsen. "Dazu gehören auch Unternehmen, die Verantwortung übernehmen und aus eigener Überzeugung einen Beitrag zur Gesamtverteidigung unseres Landes leisten."

"Lufthansa Technik kann auch Marine"

Mit den Checks der P-8A habe Lufthansa Technik bewiesen, "dass das Unternehmen auch Marine kann", sagte der verantwortliche Gruppenleiter im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw), Stefan Rauscher. "Ich bin sicher, dass wir auch hier die vertrauensvolle, leistungs- und termingerechte Zusammenarbeit etablieren, die wir seit Jahren bei den Transport- und Sonderflugzeugen der Luftwaffe kennen und schätzen."

Als starker Luftfahrtstandort könne Hamburg die Kompetenz seiner Unternehmen auch im militärischen Bereich einbringen, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher. Die Zusammenarbeit der Lufthansa Technik mit Boeing und der Deutschen Marine sei ein Beispiel dafür. "Es ist wichtig, dass die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands unter Beteiligung deutscher Unternehmen erfolgt und damit auch positive Wertschöpfungseffekte für unsere Wirtschaft erzielt werden."

Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net, mit Material von dpa-AFX

Bildquellen: Christopher Parypa / Shutterstock.com, Gil C / Shutterstock.com

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