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02.06.2018 07:00
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Vermögensverwalter Thaler: "Mehr Aktien in die Hände von Stiftungen"

Nachgehakt bei...: Vermögensverwalter Thaler: "Mehr Aktien in die Hände von Stiftungen" | Nachricht | finanzen.net
Hubert Thaler
Nachgehakt bei...
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Der Vorstand der Top Vermögen AG, Hubert Thaler, äußert sich im Interview mit €uro am Sonntag zur Reform des deutschen Stiftungsrechts.
€uro am Sonntag
von Stefan Rullkötter, €uro am Sonntag

€uro am Sonntag: Herr Thaler, im Koalitionsvertrag ist eine Reform des Stiftungsrechts festgeschrieben. Die Innenministerkonferenz tagt dazu ab dem 6. Juni. Wird das auch die vermögensrechtlichen Rahmenbedingungen für Stiftungen verbessern?
Hubert Thaler: Das ist grundsätzlich eine gute Nachricht für die rund 22000 deutschen Stiftungen. Sie können sich in dieser Legislaturperiode auf eine umfassende Modernisierung des Stiftungsrechts einstellen. Dies bringt ihnen mehr Rechtsklarheit, Flexibilität und Transparenz.

Viele gemeinnützige Stiftungen haben derzeit Ertragsprobleme. Sie können Projekte, die sie mit Kapitaleinkünften finanzieren wollten, nicht umsetzen. Gibt es Auswege?
Das frühere Kriterium "Mündelsicherheit" in der Wertpapieranlage ist derzeit nicht mehr möglich, da die Erträge im Rahmen dieser Vorgabe gegen null tendieren. Aber es gibt immer noch attraktive Unternehmensanleihen bonitätsstarker Emittenten. Zusätzlich können auch für Blue-Chip- Aktien mit Stillhaltergeschäften Erträge erzielt werden. Grundsätzlich ist auch ein entsprechender Aktienanteil in der Strategie für Stiftungsmandate kein Problem. Es sollte nur vorher mit der Stiftungsaufsichtsbehörde ein Plan B bei stärkeren Kursrückgängen besprochen werden.

Was bedeutet das für die Gesetzesreform?
Stiftungen sollten künftig ihre Satzung an die heutigen finanziellen Begebenheiten anpassen dürfen. Die Vorgabe, nur in festverzinsliche Papiere anzulegen, darf nicht in Stein gemeißelt sein - auch Anlagen in Dividendentitel müssen möglich werden.

Wie lässt sich Expertise bei der Vermögensverwaltung auf das Management von Stiftungsanlagen übertragen?
Vier Kriterien sind für die Anlage des Stiftungskapitals wesentlich: der Erhalt des Kapitals, die Erzielung stetiger Erträge, Inflationsschutz und Nachhaltigkeit.

Sie sind selbst als Vorstand in größeren Stiftungen aktiv. Wie sieht Ihr Vermögensmanagement in der Praxis aus - und welche Erträge erzielen Sie für den guten Zweck?
Ich konzentriere mich darauf, für die wichtige Stiftungsarbeit ansprechende Erträge zu vereinnahmen, aber auch Kursgewinne zu erzielen. Dementsprechend sollten auch die Kosten für die Vermögensverwaltung nur bei etwa 10 bis 15 Prozent des jährlichen Wertzuwachses liegen. Die größte von mir und meinem Sohn Michael Thaler (ebenfalls Vorstand der Top Vermögen AG , Anmerkung der Redaktion), in der Vermögensverwaltung betreute Stiftung hat in den vergangenen fünf Jahren, mit einem Aktienanteil bis maximal 40 Prozent, einen jährlichen Wertzuwachs zwischen 2,96 und 5,58 Prozent erzielt.

Greifen Sie als erfahrener Vermögensverwalter auch Stiftungsgründern unter die Arme?
Unser Unternehmen ist dem Stiftungsgedanken langfristig verbunden. Im Rahmen des jährlich von uns vergebenen Wissenschaftlerpreises zur Erforschung seltener Kinderkrankheiten - dotiert mit 50.000 Euro - und des Bayerischen Stifterpreises - dotiert mit 25000 Euro - kommen wir auch mit potenziellen Stiftungsgründern ins Gespräch und haben in diesem Zusammenhang die Broschüre "Wie Sie Ihre eigene Stiftung gründen" aufgelegt. Ein wesentlicher Punkt ist hier bei den Stiftungsformen die Möglichkeit der Verbrauchsstiftung - das Vermögen wird dann über einen festgelegten Zeitraum vollständig für den vorgesehen Stiftungszweck eingesetzt.

Kurz-Vita Hubert Thaler, Vorstand der TOP Vermögen AG mit Standorten in Starnberg, München und Traunstein, gründete das Unternehmen im Jahr 2000. Der Vermögensverwalter managt einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag.




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Bildquellen: Top Vermögen AG
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