TUI-Aktie stabil: Weitere Kreuzfahrt-Absagen wegen Iran-Konflikt belasten Ausblick

Neue Absagen im Kreuzfahrtgeschäft setzen TUI weiter unter Druck. Der Iran-Konflikt sorgt für Unsicherheit und operative Einschränkungen.
Werte in diesem Artikel
• TUI Cruises streicht Orientreisen bis 2027 wegen Sicherheitslage
• Schiffe sitzen weiterhin im Persischen Golf fest
• Aktie zeigt sich trotz Nachrichtenlage weitgehend stabil
Weitere Absagen treffen TUI-Kreuzfahrtgeschäft
Die angespannte Lage im Nahen Osten belastet das Kreuzfahrtgeschäft der TUI weiter. Wie die HAZ berichtet, hat die Tochtergesellschaft TUI Cruises sämtliche Orientreisen für die kommende Wintersaison gestrichen. Betroffen sind Fahrten zwischen Oktober 2026 und Mai 2027, insbesondere mit dem neuen Schiff "Mein Schiff Flow". Grund ist vor allem die unsichere Lage rund um die Straße von Hormus, die aktuell nicht sicher befahrbar ist.
Bereits zuvor waren zahlreiche Routen ausgefallen. Zwei Schiffe, die "Mein Schiff 4" in Abu Dhabi und die "Mein Schiff 5" in Doha, sitzen weiterhin in der Region fest und können den Persischen Golf nicht verlassen. Stattdessen weicht TUI Cruises auf alternative Routen nach Nord- und Westeuropa aus, etwa in Richtung Norwegen oder Kanaren.
Iran-Konflikt zwingt zu weiteren Streichungen
Die Unsicherheit trifft auch einzelne Eventformate. Laut dem Merkur wurde eine geplante Event-Kreuzfahrt im Mai 2026 kurzfristig abgesagt. Hintergrund ist, dass die "Mein Schiff 4" weiterhin im Persischen Golf festliegt und wegen der Sicherheitslage nicht rechtzeitig zurückkehren kann. Die Reederei begründet die Entscheidung mit den anhaltenden Reise- und Sicherheitshinweisen im Zuge des Iran-Konflikts.
Für Kunden bedeutet das zwar Planungssicherheit durch Ersatztermine oder Rückerstattungen, operativ jedoch bleibt die Situation für TUI angespannt. Auch andere Anbieter wie AIDA, MSC oder Costa haben laut HAZ bereits Reisen in der Region gestrichen, was die strukturelle Problematik unterstreicht.
Aktie reagiert bislang verhalten
An der Börse zeigte sich die Entwicklung bislang begrenzt. Zur Wochenmitte schloss die TUI-Aktie im XETRA-Handel 0,03 Prozent schwächer bei 7,28 Euro. Die vergleichsweise geringe Kursbewegung deutet darauf hin, dass die geopolitischen Risiken und die damit verbundenen operativen Einschränkungen bereits teilweise eingepreist sein könnten.
Gleichzeitig bleibt die Lage ein Unsicherheitsfaktor. Sollten sich die Spannungen im Nahen Osten weiter verschärfen oder länger anhalten, dürfte dies den Kreuzfahrtbereich von TUI auch mittelfristig belasten. Für Anleger rückt damit die Frage in den Fokus, wie flexibel der Konzern auf solche externen Schocks reagieren kann und inwieweit alternative Routen die Ausfälle kompensieren können.
Benedict Kurschat, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: TUI
