21.09.2021 12:37

OECD erwartet 2021 weniger Wachstum für Deutschland

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Berlin (Reuters) - Die Industriestaaten-Organisation OECD sagt der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr wegen Lieferengpässen in der Industrie weniger Wachstum voraus.

Das Bruttoinlandsprodukt werde 2021 um 2,9 Prozent zulegen, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Ausblick. Im Mai hatten die OECD-Experten noch ein Plus von 3,3 Prozent vorhergesagt. Dafür wurde die Prognose für 2022 von 4,4 auf 4,6 Prozent angehoben. Im vergangenen Jahr war Europas größte Volkswirtschaft wegen der Corona-Pandemie noch um fast fünf Prozent eingebrochen.

"Die stark in den globalen Handel eingebundene Autoindustrie und das Verarbeitende Gewerbe insgesamt sind besonders hart von den weltweiten Lieferengpässen und Logistikschwierigkeiten betroffen", begründete die Leiterin des OECD Berlin Centre, Nicola Brandt, die Prognosesenkung für das laufende Jahr. "Das hat natürlich die Erholung der deutschen Wirtschaft verlangsamt." Andererseits bleibe die Nachfrage nach deutschen Industriegütern weiter stark. "Wir erwarten ab dem vierten Quartal eine allmähliche Auflösung der Lieferengpässe und dann auch eine stärkere Erholung", sagte Brandt der Nachrichtenagentur Reuters.

Für die Weltwirtschaft rechnet die OECD in diesem Jahr mit einem Wachstum von 5,7 (bisher: 5,8) Prozent, dem im kommenden Jahr ein Plus von 4,5 (bisher: 4,4) Prozent folgen soll. "Ein starker Aufschwung in Europa, die Wahrscheinlichkeit zusätzlicher fiskalischer Unterstützung in den Vereinigten Staaten im nächsten Jahr und ein verringertes Sparen der Haushalte werden die Wachstumsaussichten in den Industrieländern verbessern." Das weltweite Bruttoinlandsprodukt habe bereits das vor der Pandemie erreichte Niveau überschritten: "Aber in vielen Ländern, insbesondere in den Schwellenländern, bestehen weiterhin Produktions- und Beschäftigungslücken." Das gelte vor allem für jene Staaten, in denen die Impfquoten niedrig seien.

STEIGENDE INFLATION

Die OECD rät deshalb den Zentralbanken dazu, den Aufschwung weiter mit ihrer Politik des billigen Geldes zu unterstützen - trotz der steigenden Inflation. Die Teuerungsrate dürfte am Ende dieses Jahres in den 20 wichtigsten Volkswirtschaften bei durchschnittlich 4,5 Prozent liegen, erwartet die Organisation. Ende 2022 soll sie aber auf 3,5 Prozent fallen.

Für die US-Wirtschaft wurde die Wachstumsprognose für dieses Jahr von 6,9 auf 6,0 Prozent gesenkt, dafür für 2022 von 3,6 auf 3,9 Prozent angehoben. Noch schneller dürfte das chinesische Bruttoinlandsprodukt wachsen: Die Vorhersagen von 8,5 Prozent in diesem und von 5,8 Prozent im kommenden Jahr wurden bestätigt - und das trotz der Krise um den taumelnden Immobilienentwickler Evergrande. "Wir glauben, dass die chinesischen Behörden die fiskalischen und monetären Kapazitäten haben, um den Schock abzufedern", sagte OECD-Chefvolkswirtin Laurence Boone. Evergrande hat einen 305 Milliarden US-Dollar schweren Schuldenberg aufgetürmt und nun Probleme, Gläubiger zu bedienen.

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