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15.05.2019 13:23
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Ökonomen: Deutsche Wirtschaft stemmt sich gegen den Abschwung

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Von Andrea Thomas

BERLIN (Dow Jones)--Die deutsche Binnenkonjunktur hat die Wirtschaft zu Beginn des Jahres aus der Stagnationsphase herausgeführt und trotzt dem Abschwung, erklärten deutsche Ökonomen zum kräftigen Wirtschaftswachstum zu Beginn des Jahres. Zuvor hatte das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtet, dass sich das Wachstum in Deutschland im ersten Quartal spürbar belebt hat. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal, nachdem es im vierten Quartal praktisch stagniert (plus 0,02 Prozent) hatte.

"Vor allem die Binnenwirtschaft stemmt sich gegen den Abschwung: Konsum, Investitionstätigkeit und die Bauinvestitionen sind äußerst lebhaft in das neue Jahr gestartet und auch der Arbeitsmarkt zeigt keine Schwäche", erklärte Claus Michelsen, Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Allerdings warnte er, dass die Nachfrage nach deutschen Waren und Dienstleistungen durch die Handelskonflikte und den nach wie vor ungeklärten Brexit weiter belastet werden. "Eine weitere Beschleunigung der wirtschaftlichen Entwicklung ist für das zweite Quartal daher nicht zu erwarten", warnte er.

Für das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) steckt hinter der Widerstandsfähigkeit des deutschen Aufschwungs die Tatsache, dass er anders als die vorangegangenen Erholungsphasen zu einem beträchtlichen Teil von der Binnennachfrage getrieben sei. "Die jüngsten Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt zeigen, dass die deutsche Konjunktur deutlich robuster ist, als von vielen zuletzt befürchtet", erklärte Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des IMKs. Daher sieht das IMK die Rezessionsgefahr für Deutschland nur bei 30 Prozent.

Allerdings sieht das IMK für die kommenden Quartale Risiken vor allem von außen. So schaffe der weiter drohende Handelskonflikt mit den USA Unsicherheit. "Eine Einführung von US-Strafzöllen auf europäische Autos könnte der deutschen Wirtschaft einen empfindlichen Dämpfer verpassen", betonte Dullien.

Exportindustrie sieht tragende Säule des Wirtschaftsmodels schwanken

Deutlich negativer bewertete der Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) die neuesten Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung. Neue Impulse für Investitionen und technologischen Wandel seinen dringend notwendig, wenn Deutschland weiterhin wirtschaftlich gut dastehen wolle.

"Der deutschen Wirtschaft geht die Puste aus. Die tragenden Säulen unseres wirtschaftlichen Erfolges schwanken", erklärte BGA-Präsident Holger Bingmann mit Verweis auf den steigenden Protektionismus in anderen Ländern und hausgemachten Problemen. "Lediglich vom Konsum und der steigenden Beschäftigung kommen noch kräftige Impulse. Die Politik muss Schluss machen mit dem Durchwursteln und die Investitionsschwäche und den technologischen Wandel hierzulande beherzt angehen."

Ähnlich vorsichtig kommentierte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben das gute Quartalswachstum. Er sagte, es dürfe nicht über Konjunkturrisiken der Unternehmen hinwegtäuschen. "Das Quartalswachstum übertüncht die schlechten Vorzeichen für den weiteren Jahresverlauf", so der Geschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags. "Diese zeigen sich in handfesten Handelsstreitigkeiten sowie in einem weltweit eingetrübten Investitionsklima."

Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/apo

(END) Dow Jones Newswires

May 15, 2019 07:24 ET (11:24 GMT)

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