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20.02.2019 07:22
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Online-Handel mit Lebensmitteln - Milliardending oder Kostenfalle?

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- von Stefanie Geiger

Düsseldorf/Washington (Reuters) - Hackfleisch vom Paketboten?

Während in anderen Branchen die Bestellung per Internet längst massenweise Kunden aus Geschäften abgezogen hat, greifen die Verbraucher bei Lebensmitteln immer noch lieber selbst ins Regal. Weniger Auswahl, weniger Rabatte und die Angst vor Lücken in der Kühlkette bei frischen Produkten lassen den Online-Handel bei Lebensmitteln in Deutschland immer noch ein Nischen-Dasein fristen. Aber gerade weil wenige andere Sparten beim Handel im Netz so hinterherhinken, werden dem Online-Handel mit Lebensmitteln große Wachstumschancen bescheinigt. Deshalb nehmen sowohl Internet-Händler als auch traditionelle Supermarktketten viel Geld in die Hand, um bei diesem Geschäft mitzumischen. Doch Risiken bleiben.

Einer Studie der Beratungsgesellschaft PwC zufolge konnten sich Anfang vergangenen Jahres immerhin 40 Prozent der Befragten vorstellen, Lebensmittel in den nächsten Monaten online zu kaufen. 2017 machte der Online-Umsatz bei Lebensmitteln und Delikatessen nach Zahlen des Handelsverbands HDE in Deutschland 1,6 Milliarden Euro aus. Das war noch nicht einmal ein Prozent des gesamten Lebensmittelumsatzes. Die Experten vom Institut für Handelsforschung in Köln gehen davon aus, dass 2018 rund 17 Prozent mehr Lebensmittel online bestellt wurden. Damit wächst dieser Markt schneller als das gesamte E-Commerce-Geschäft in Deutschland, das laut HDE 2018 zehn Prozent auf 53,4 Milliarden Euro zulegte.

FLATRATE FÜR LEBENSMITTEL-LIEFERUNGEN

Andere Länder sind beim Online-Geschäft mit Lebensmitteln schon weiter. Dem EHI Retail Institute zufolge bestellen etwa die Briten schon deutlich mehr Lebensmittel im Netz als die Deutschen. Hier sei auch eine Versandkosten-Flatrate am weitesten verbreitet, bei der die Lieferkosten nicht pro Einkauf berechnet werden, sondern eine Pauschale für beliebig viele Bestellungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums bezahlt wird. Zudem sei das Angebot an frischen Lebensmitteln wie Gemüse, Fleisch oder Käse auf der Insel größer als in Deutschland.

In den USA balgen sich die Riesen Amazon und Walmart um den Markt: Der weltgrößte Online-Händler schreckte stationäre Lebensmittelhändler mit der milliardenschweren Übernahme der Bio-Supermarktkette Whole Foods auf. Um Amazon die Stirn zu bieten, baut der weltgrößte Einzelhändler Walmart in den USA seinen Lieferservice für Lebensmittel immer weiter aus. Auch auf anderen Märkten haben sich die beiden Riesen in Stellung gebracht. So übernahm Walmart vergangenes Jahr für 16 Milliarden Dollar die Mehrheit am Onlinehändler Flipkart, um sich auf dem Wachstumsmarkt Indien gegen Amazon zu positionieren.

In Deutschland wurde dem Amazon-Konzern, der frische Ware in einzelnen Großstädten wie Berlin und Frankfurt ausliefert, bereits Interesse an der von Metro-Chef Olaf Koch ins Schaufenster gestellten Supermarktkette Real nachgesagt. Als führender Online-Supermarkt für frische Lebensmittel in Deutschland sieht sich aber Rewe. Der Lieferservice deckt mittlerweile mehr als 75 Städte mit eigenen Fahrzeugen und Fahrern ab. "Wir gehen davon aus, dass in absehbarer Zukunft auch in Deutschland nennenswerte Umsatzanteile des Online-Geschäftes am Gesamtmarkt mit Lebensmitteln erreicht werden", betont der Chef von Rewe Digital, Christoph Eltze.

40 MINUTEN WARTEZEIT

Dass das Geschäft mit im Internet vertriebenen Lebensmitteln aber kein Selbstläufer ist, bekam zuletzt Walmart zu spüren: Dem Unternehmen flatterte ein Kündigungsschreiben der Lieferfirma Deliv auf den Tisch, wie Reuters von zwei Insidern erfuhr. Die Fahrer von Deliv hätten regelmäßig 40 Minuten oder sogar noch mehr warten müssen, bevor sie im jeweiligen Walmart-Laden die Lebensmittel-Bestellung ausgehändigt bekommen hätten. Zudem sei häufig nur wenig bestellt worden und die Fahrer hätten große Strecken zurücklegen müssen, sagte ein Insider. Geld hätten damit weder Deliv noch Walmart verdient. Walmart will das Angebot von Auslieferungen am selben Tag dennoch weiter ausbauen, sagte eine Sprecherin. Die Partnerschaft mit Deliv sei zwar beendet worden. Der Handelsriese arbeite aber mit mehreren anderen Lieferdiensten zusammen.

Zu den Risiken des Geschäfts gehört, dass die Auslieferung frischer Lebensmittel kostspielig ist. Zusteller sind knapp und teuer, deshalb versuchen sowohl reine Internethändler als auch Lieferdienste von Supermärkten die Kosten für die "letzte Meile" hin zur Haustür des Verbrauchers zu drücken. Dies könnte etwa mit autonomen Zustelldiensten gelingen. Handelsriese Walmart arbeitet deshalb mit Auto-Gigant Ford und dem Zustelldienst Postmates an einem Pilotprojekt für autonome Fahrzeuge, die Lebensmittel-Käufe selbstständig beim Kunden abliefern. Auch Amazon testet autonome Liefer-Roboter. Vergangene Woche kündigte der Internethändler zudem an, eine 700 Millionen Dollar schwere Finanzierungsrunde in den Elektro-Pickup-Hersteller Rivian anzuführen.

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