TUI-Aktie unter Druck: Nahost-Konflikt, Ölpreisschock und Kreuzfahrt-Absagen belasten

Die TUI-Aktie gerät unter Druck, da der Nahost-Konflikt steigende Ölpreise und Reiseausfälle nach sich zieht. Abgesagte Kreuzfahrten und wachsende Kosten schüren neue Sorgen bei Anlegern.
Werte in diesem Artikel
• TUI Cruises streicht Mittelmeer-Kreuzfahrten wegen Sicherheitslage
• Ölpreis über 100 Dollar belastet gesamte Reisebranche
• Aktie verliert deutlich, Analysten sehen dennoch Potenzial
TUI-Aktie gibt nach - Branche unter Druck
Die TUI-Aktie steht aktuell klar unter Druck. Via XETRA verlor das Papier am Montag zuletzt 3,25 Prozent auf 7,03 Euro. Wie Dow Jones Newswires berichtet, zählen Reiseanbieter angesichts stark gestiegener Ölpreise derzeit zu den größten Verlierern an den Märkten. Der Ölpreis ist im Zuge der Eskalation im Nahen Osten wieder über die Marke von 100 US-Dollar gestiegen, was die Kostenbasis der gesamten Branche spürbar erhöht.
Hinzu kommt wachsende Unsicherheit: Die gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowie Maßnahmen rund um die Straße von Hormus verstärken die Nervosität. Laut Dow Jones Newswires fürchten Investoren vor allem einen längerfristigen Anstieg der Energiepreise, der die Margen von Reiseanbietern nachhaltig belasten könnte.
Kreuzfahrt-Absagen treffen TUI operativ
Parallel verschärft sich die operative Lage. Wie der Merkur berichtet, musste TUI Cruises zwei Mittelmeer-Kreuzfahrten kurzfristig absagen. Betroffen sind Reisen der "Mein Schiff 4" und "Mein Schiff 5", die ursprünglich im April starten sollten. Beide Schiffe sitzen seit Ausbruch des Iran-Konflikts im Persischen Golf fest und können die Region derzeit nicht verlassen.
Die gestrichenen Routen sollten unter anderem von Mallorca über Sardinien und Malta bis nach Griechenland führen. Insgesamt bieten die beiden Schiffe Platz für rund 5.000 Passagiere. Laut Merkur nannte das Unternehmen Sicherheitsbedenken als Hauptgrund für die Absagen.
Auch andere Reedereien sind betroffen, mehrere Schiffe befinden sich aktuell in einer Art Wartestatus, da die Passage durch die Straße von Hormus unsicher ist. Branchenexperten warnen laut Merkur bereits vor einem deutlich erhöhten Gefahrenpotenzial für Kreuzfahrten in der Region.
Analysten sehen begrenzte, aber spürbare Auswirkungen
Die finanziellen Folgen könnten für TUI überschaubar, aber dennoch relevant sein. Laut dpa-AFX hat UBS-Analyst Cristian Nedelcu die Situation genauer analysiert und beziffert die möglichen Einbußen durch die blockierten Kreuzfahrtschiffe auf rund fünf Prozent des Konzerngewinns.
Trotz der aktuellen Belastungen bleibt das Analystenbild insgesamt stabil. Laut TipRanks liegen acht Bewertungen vor, davon vier Kaufempfehlungen und vier Halteempfehlungen. Verkaufsempfehlungen gibt es keine. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 10,40 Euro und signalisiert damit ein Aufwärtspotenzial von rund 44 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs von 7,23 Euro.
Gemischte Perspektiven für Anleger
Für Anleger ergibt sich damit ein widersprüchliches Bild. Kurzfristig dominieren geopolitische Risiken, steigende Kosten und operative Einschränkungen. Gleichzeitig setzen Analysten darauf, dass sich die Lage mittelfristig stabilisiert und TUI von einer Normalisierung des Reisegeschäfts profitieren kann. Entscheidend bleibt, wie lange die Spannungen im Nahen Osten und das erhöhte Ölpreisniveau anhalten.
Benedict Kurschat, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: Dafinchi / Shutterstock.com, TUI
