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18.01.2019 20:26
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Börsen-Zeitung: Dax mit Potenzial, Marktkommentar von Werner Rüppel

Frankfurt (ots) - Am deutsche Aktienmarkt hat das Jahr gut

begonnen: Der Dax hat im Vergleich zum Ultimo 2018 immerhin um 6,1

Prozent zugelegt und notiert wieder über der runden Marke von 11000

Punkten. Da liegt es nahe, Börsenweisheiten wie den Januar- oder

Jahresauftaktindikator hervorzukramen. Dieser besagt, dass das

Gesamtjahr meist wie der Jahresauftakt verläuft. Herangezogen wird

dabei zum einen die "Fünf-Tage-Regel", nämlich dass die

Kursentwicklung der ersten fünf Handelstage die Richtung für das

gesamte Jahr anzeigt. Mitunter wird auch die Performance des Monats

Januar als Wegweiser für den Rest des Jahres gesehen.

Nun hat Harald Quandt (HQ) Trust die "Fünf-Tage-Regel" für die

fünf Aktienindizes Dax, S&P 500, Topix, Euro Stoxx 50 und FTSE 100

untersucht. Dabei fällt das Ergebnis ernüchternd aus. "Der Ertrag in

den ersten fünf Handelstagen lag zwar über dem historischen

Mittelwert, einen statistischen Zusammenhang mit der

Jahresperformance gibt es aber nach unseren Berechnungen nicht",

stellt Marcel Müller, Leiter des Portfoliomanagements bei HQ Trust,

fest.

Auch die Performance des Monats Januar ist als Indikator für den

Verlauf des Gesamtjahres nicht aussagekräftig. Um dies festzustellen,

genügt allein der Blick auf die Dax-Entwicklung der vergangenen

Jahre. 2018 startete der Dax im Januar mit einem Plus von 2,1 Prozent

und verlor dann von Februar bis Dezember satte 19,9 Prozent an Wert.

Im Jahr 2016 büßte der Dax im Januar 8,8 Prozent ein, legte dann aber

von Februar bis Dezember 17,2 Prozent zu. Solche Zahlen lassen eher

einen Kontraindikator als einen Wegweiser für das Gesamtjahr

vermuten.

Wenn der Januar- oder Jahresauftaktindikator kaum eine

Aussagekraft hat, so heißt das für die Perspektiven an den

Aktienmärkten rein gar nichts. Zu fragen ist nach anderen Faktoren,

welche tatsächlich eine gewisse Indikatorfunktion haben. "Aufgrund

des sehr negativen Sentiments der Investoren gehen wir eher von

steigenden Aktienmärkten aus, sobald der Konflikt zwischen den USA

und China beigelegt wird", sagt HQ-Mann Müller. Denn im Gegensatz

zur "Fünf-Tage-Regel" sei ein negatives Sentiment ein sehr guter

Kaufindikator für Aktien.

Die Börse ist zwar einer der wenigen Märkte, an dem viele Anleger

erst dann kaufen, wenn es teuer ist - obwohl manch einer auch lieber

ein teures güldenes Steak verzehrt als ein normales, das auf jeden

Fall besser schmeckt. Doch gilt gerade am Aktienmarkt, trotz oder

besser aufgrund aller kurzfristigen Über- und Untertreibungen, die

alte Kaufmannsweisheit: Der Gewinn liegt im günstigen Einkauf.

Und wenn es auch erhebliche Risiken geben mag, so ist der deutsche

Aktienmarkt nach den kräftigen Korrekturen der vergangenen Monate

relativ günstig bewertet. So taxiert die DZ Bank das

Kurs-Gewinn-Verhältnis des Dax auf 11,6 (2019 erwartet) und 10,7

(2020 erwartet). Dabei geht Stratege Michael Bissinger zwar von einer

Verlangsamung des Gewinnwachstums aus, aber nicht davon, "dass wir in

eine Rezession abgleiten werden, was die Gewinne massiv unter Druck

setzen würde." Zudem prognostiziert die DZ Bank eine

Dividendenrendite des Dax von 3,7 Prozent (für 2019), was vor dem

Hintergrund des Nullzinsniveaus in Euroland mehr als attraktiv ist.

Insgesamt stellt Bissinger fest: "Die Kursrückgänge bei Dax und S&P

500 von in der Spitze über 20 Prozent scheinen übertrieben."

Darüber hinaus weist der Dax eine bemerkenswerte Eigenschaft auf:

Außer nach dem Platzen der Dotcom-Blase in den Jahren 2000 bis 2002

ist seit Berechnung des deutschen Börsenbarometers ab Ultimo 1987 auf

ein schlechtes Börsenjahr stets ein gutes gefolgt. So kletterte der

Dax 1991 nach einem Minus von 21,9 Prozent im Vorjahr um 12,9

Prozent. Und auf den Einbruch von 40,4 Prozent im Jahr 2008 folgten

2009 und 2010 Wertzuwächse von 23,8 Prozent und 16,1 Prozent. Auch

der Verlust von 14,7 Prozent 2011 wurde im folgenden Jahr mit einem

Dax-Plus von 29,1 Prozent wieder mehr als aufgeholt.

Vor diesem Hintergrund stellt das kräftige Minus von 18,3 Prozent

im Jahr 2018 einen guten Indikator für ein positives Abschneiden des

Dax im laufenden Jahr dar. Dies zumindest, wenn die Wirtschaft nicht

wider Erwarten kräftig einbricht oder uns der Himmel auf den Kopf

fällt.

Alles in allem hat der Dax in den kommenden Wochen weiteres

Aufwärtspotenzial. Da viele Investoren noch vorsichtig positioniert

sind, könnte die Erholung schneller vonstatten gehen als manch einer

erwartet.

OTS: Börsen-Zeitung

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Pressekontakt:

Börsen-Zeitung

Redaktion

Telefon: 069--2732-0

www.boersen-zeitung.de

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