14.02.2018 20:50
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Börsen-Zeitung: Zinserhöhungsfieber - Kommentar von Stefan Schaaf zu

den Marktreaktion auf die US-Inflationsdaten

Frankfurt (ots) - Alles halb so wild? Gerade einmal rund eine

Stunde hat am Mittwoch das Marktchaos angehalten. Es waren

Turbulenzen mit Ansage, die auslösenden US-Preisdaten wurden mit

Spannung erwartet. Normalerweise schaut der Markt in den Vereinigten

Staaten auf den Arbeitsmarkt, den Einzelhandelsumsatz (im Januar

schwach) und die ISM-Einkaufsmanagerindizes. Nun aber die

Preisdaten, die typischerweise in der Eurozone viel Aufmerksamkeit

erfahren.

In diesen Tagen ist es jedoch anders, denn seit sehr starken

Arbeitsmarktdaten für den Januar sind die Märkte im

Zinserhöhungsfieber. Und wenn erst einmal ein Thema dominiert, dann

werden auch die kleinen Hinweise darauf genauestens analysiert. So

geschehen gestern mit den US-Verbraucherpreisen. Sie waren im Januar

um 2,1% gestiegen und nicht um 1,9%, wie der Konsens erwartet hatte.

Das ist zwar nur eine Differenz von 0,2 Prozentpunkten, aber aus zwei

Gründen ist dies relevant: Zum einen liegt die Inflationsrate damit

oberhalb der Zielmarke der US-Notenbank von 2,0%. Und da zum Zweiten

die Marktteilnehmer, wie es so schön heißt, auf dem falschen Fuß

erwischt wurden, schossen die Zinsfantasien in die Höhe. Zwar

beruhigten sich schon bald wieder alle, und die Aktienkurse drehten

ins Plus. Denn bei genauerer Betrachtung und etwas Durchatmen lassen

jene 2,1% vielleicht doch nicht den Schluss zu, dass die Federal

Reserve schneller als erwartet die Leitzinsen anheben wird.

Aber war das wirklich alles halb so wild? Keinesfalls. Was sich

gestern Nachmittag (europäischer Zeit) abspielte, unterstreicht die

seit Monatsbeginn anhaltende hohe Nervosität. Die heftigen

Kursausschläge am Aktien- wie am Anleihemarkt sowie die deutlich

höhere Volatilität sind ein Zeichen dafür, dass viele Anleger

hochgradig verunsichert sind über die Marktentwicklung angesichts

der sich abzeichnenden globalen Straffung der Geldpolitik. Zwar

wurden die Turbulenzen möglicherweise von automatisierten

Handelsstrategien beschleunigt, im Kern geht es um die Inflations-

und damit Zinsentwicklung.

Höhere Zinsen lasten auf Aktienbewertungen, weil sie zu einer

stärkeren Diskontierung künftiger Gewinne führen. Und sie lasten auf

Anleihekursen, weil diese fallen müssen, damit sich die

Sekundärmarktrenditen den Zinserwartungen anpassen können. Das heißt:

Aktien- und Anleihekurse fallen parallel, es gibt bei der globalen

Zinswende keine Absicherung aus der Diversifikation der beiden

Hauptanlageklassen. Das ist für gemischte Portfolien nicht

beruhigend.

OTS: Börsen-Zeitung

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Pressekontakt:

Börsen-Zeitung

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Telefon: 069--2732-0

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