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30.06.2020 20:26

OTS: Börsen-Zeitung / Ein verlorenes Jahr, Kommentar zur Commerzbank von Anna ...

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Ein verlorenes Jahr, Kommentar zur Commerzbank von Anna Sleegers

Frankfurt (ots) - Nun auch noch das: In aller Öffentlichkeit kippen Teile des

Aufsichtsrats der Commerzbank einen Sitzungstermin zur künftigen Strategie. Die

Arbeitnehmervertreter fühlen sich unzureichend informiert, weil der Vorstand

ihnen auch zwei Tage vor dem Sitzungstermin keinerlei Informationsmaterial zur

Verfügung gestellt hat. Laut einem Flugblatt der Dienstleistungsgewerkschaft

Verdi, das am Dienstag bei der Commerzbank kursierte, fürchten sie, dass der

Finanzinvestor Cerberus und der Bund als Großaktionäre gemeinsame Sache machen

könnten, um dem Institut eine Strategie gegen die Interessen der Belegschaft

aufzuzwingen.

Die Aktion reiht sich nahtlos in die Krisensymptome ein, die das Institut schon

seit Monaten an den Tag legt: Erst schlittert das Institut operativ in die roten

Zahlen, noch bevor sich die Effekte der Covid-19-Pandemie in Wertberichtigungen

und Kreditausfällen niederschlagen können. Dann beginnt Cerberus, bislang nicht

unbedingt als aktivistischer Investor verschrien, den Aufsichtsratschef mit

Briefen zu piesacken. Dabei kommt heraus, dass der im vergangenen Herbst mit

großem Buhei angekündigte Stellenabbau irgendwo im Dickicht der betrieblichen

Mitbestimmung versandet ist. Innerhalb der Belegschaft treiben die Spekulationen

über etwaige Neubesetzungen von Top-Management-Funktionen bunte Blüten. Und dann

bringt der Vorstand die offenbar mächtige Arbeitnehmerseite der Bank auch noch

derart gegen sich auf. Und das nur wenige Wochen bevor er die Investoren mit

einer überarbeiteten Strategie besänftigen wollte.

Jetzt rächt es sich, dass die Commerzbank nach dem Ende der Fusionsgespräche mit

der Deutschen Bank keinen Neustart gewagt hat. Wahrscheinlich wäre der

Fusionsbefürworter Martin Zielke dafür nicht der richtige Mann gewesen. Anders

als Christian Sewing, der nur wenige Wochen nach dem Ende der Gespräche die

Deutsche Bank konsequent auf die Bereiche zurechtstutzte, in denen sie wirklich

gut ist, setzte Zielke im vergangenen, einem verlorenen Jahr auf eine behutsame

Überarbeitung der Strategie. Mit niedriger gesteckten Zielen freilich, da ja

schon die alten Pläne an den widrigen Marktbedingungen gescheitert waren.

Ironischerweise stellen die vermeintlichen Klassenfeinde Verdi und Cerberus

jetzt unisono die Frage, wie die Commerzbank künftig eigentlich mehr Geld

verdienen will. Aus Sicht der Mitarbeiter wie der Aktionäre wäre es ein

Treppenwitz, wenn sich die Antwort darauf auch ohne Großfusion wieder einmal

darauf beschränken würde, im großen Stile Stellen abzubauen.

Pressekontakt:

Börsen-Zeitung

Redaktion

Telefon: 069--2732-0

www.boersen-zeitung.de

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/30377/4639223

OTS: Börsen-Zeitung

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