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15.01.2020 10:59
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OTS: BVE Bundesvereinig. Ernährungsindustrie / Ernährungsindustrie ...

Ernährungsindustrie erwirtschaftet 2019 leichtes Umsatzplus -

Megatrend 2019: nachhaltige Lebensmittelproduktion (FOTO)

Berlin (ots) -

Sperrfrist: 15.01.2020 11:00

Bitte beachten Sie, dass diese Meldung erst nach Ablauf der

Sperrfrist zur Veröffentlichung freigegeben ist.

Anlässlich der Internationalen Grünen Woche 2020 veröffentlicht die

Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie e.V. (BVE) heute die

Prognose der vorläufigen Jahresergebnisse 2019 der deutschen

Ernährungsindustrie. Nach ersten Schätzungen konnte der Umsatz im

Vorjahresvergleich um 2,2 Prozent auf 183,6 Milliarden Euro gesteigert werden.

Damit stabilisierte sich die Branchenkonjunktur weiter auf hohem Niveau trotz

eindeutiger Anzeichen eines gesamtwirtschaftlichen Abschwungs. Besonders

erfreulich für die Branche entwickelte sich das Auslandsgeschäft. Nach einem

Rückgang in 2018 konnten die Umsätze 2019 mit 61,4 Milliarden Euro um 3,2

Prozent gesteigert werden. Auch das Inlandsgeschäft ist weiterhin im Plus. Mit

122,2 Milliarden Euro konnte der Umsatz in Deutschland leicht gesteigert werden.

Dazu erklärt BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff: "Unsere Branche blickt

zufrieden auf das vergangene Jahr zurück. Insbesondere die Exporte nach Asien

sorgten für die positive Entwicklung des Auslandsgeschäfts. Schwierig war und

bleibt die Geschäftslage besonders in den USA und Großbritannien.

Mit dem Megatrend "Nachhaltigkeit" Inlandsgeschäft ausgebaut

Zukunftsweisend sind auch die positiven Entwicklungen in unserem wichtigsten

Absatzmarkt - dem heimischen Absatzmarkt. Grund hierfür sind zum einen die

höheren Verkaufspreise (+ 1,7 Prozent) und zum anderen eine entscheidende

strategische Entwicklung der Hersteller. 2019 hat gezeigt, dass die

Ernährungsindustrie mit großen Schritten den notwendigen Weg hin zu mehr

Generationenverantwortung geht. So verwundert es nicht, dass der Megatrend des

vergangenen Jahres nicht "vegan", "proteinreich" oder ein neuer enthusiastischer

Geschmack war, sondern die nachhaltige Entwicklung der Lebensmittelproduktion.

Die Hersteller präsentierten eine große Bandbreite an Lösungen und Produkten.

Wir freuen uns sehr, dass dieses Engagement der Unternehmen zunehmend auch von

den Verbrauchern honoriert wird. Besonders höherwertige Qualitätslebensmittel

werden weiterhin stark nachgefragt und die Zahlungsbereitschaft für dieses Mehr

an Nachhaltigkeit ist ungebrochen. Bewusster Konsum verlässt immer weiter das

Nischendasein und wird zum Mainstream. Allerdings sind wir hier nach wie vor

noch nicht angekommen. Die Bereitschaft mehr zu zahlen, trifft nicht auf alle

Produkte gleichermaßen zu und reicht oftmals nicht dafür aus, die Mehrkosten

komplett zu decken.

Politik muss Moderatorenrolle an Runden Tischen verlassen und aktiv werden

Trotz all der positiven Entwicklungen steht die Nummer vier der deutschen

Industriebranchen als mittelständische Branche durch die Fülle an Themen auf der

politischen Agenda vor Herausforderungen. Hier ist die Politik als Akteur

gefragt."

Das sind für die wichtigsten 5-Punkte, wie Politik ihre Verantwortung aktiv

leben muss:

1. Die Bundesregierung muss Zielkonflikte lösen. Bestes Beispiel hierfür ist die

Diskussion um die Reduktion von Plastikverpackungen vs. Lebensmittelverluste.

2. Thema Lebensmittelverluste: Die deutsche Ernährungsindustrie braucht einen

Rechtsrahmen, der bei der Reduzierung von Lebensmittelverlusten für die

Unternehmen die Machbarkeit in den Fokus rückt. Aktuell besteht bei gesetzlichen

Vorschriften, die nicht auf die Sicherheit von Lebensmittel einzahlen (z.B. bei

der Haftungsfrage bei der Abgabe an Dritte) Klärungsbedarf.

3. Thema Sorgfaltspflicht für Menschenrechte in den Lieferketten: Die

Bundesregierung muss den begonnen NAP-Monitoringprozess weiterführen.

Insbesondere ein Feedback für die Unternehmen ist dringend notwendig.

Forderungen nach einem nationalen Lieferkettengesetz sind kontraproduktiv, sie

verunsichern und bringen Unternehmen dazu, sich aus kritischen Ländern

zurückzuziehen. Damit ist nichts gewonnen.

4. Thema Green Deal: Ein klimaneutrales Europa ist eine herausragende

Aufgabenstellung, deshalb ist es richtig, bestehende Regeln auf den Prüfstand zu

stellen und neue Anreize zu setzen. Vorsicht ist jedoch vor Verboten und

Regularien geboten, die wissenschaftlich nicht fundiert sind, und

unverhältnismäßig auf Kosten der Wirtschaft gehen.

5. Thema Innovationen: Vor dem Hintergrund der stetig wachsenden

gesellschaftlichen Ansprüche brauchen wir eine umfassende Forschungsstrategie.

Dazu gehören

- eine Aufstockung der Industriellen Gemeinschaftsforschung auf

mindestens 200 Millionen Euro pro Jahr,

- eine verbesserte Ausstattung der entsprechenden Förderprogramme

des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des

Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im

Rahmen der neuen Bioökonomiestrategie,

- eine auf die Bedürfnisse von KMUs und Startups abgestimmte

Förderung,

- eine Verbesserung der Förderverwaltung und

- last but not least der immer noch nicht erreichte Aufbau einer

ausreichenden Breitband- und Mobilfunkversorgung - insbesondere

im ländlichen Raum.

Pressekontakt:

Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e.V. (BVE)

Monika Larch

Tel. 030 200786-167

E-mail: mlarch@bve-online.de

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/18130/4491946

OTS: BVE Bundesvereinig. Ernährungsindustrie

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