10.08.2022 16:58

OTS: BVMW / Geplante Steuerentlastungen reichen nicht aus: Mittelstand ...

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Geplante Steuerentlastungen reichen nicht aus: Mittelstand fordert

Steuertarif mit Inflationsfaktor

Berlin (ots) - Die von Bundesfinanzminister Lindner heute vorgestellten

Steuerentlastungen sind aus Sicht des Mittelstands noch unzureichend. "So

wichtig und wünschenswert eine Entlastung der arbeitenden Mitte ist, so

dringlich sind niedrigere Belastungen für mittelständische Unternehmen", betont

Markus Jerger, Vorsitzender des Bundesverbandes Der Mittelstand. BVMW. Der

Gesetzesvorschlag des Finanzministers zielt darauf ab, inflationsbedingten

Steuererhöhungen entgegenzuwirken und die so genannte "kalte Progression" durch

eine Anpassung des Steuertarifs und der Freibeträge auszugleichen.

"Da es sich bei der kalten Progression um eine versteckte Steuererhöhung handelt

und letztlich nur der Staat durch steuerliche Mehreinnahmen profitiert, ist ein

solcher Ausgleich keine gönnerhafte Entlastungsmaßnahme, sondern eine dringend

gebotene Rückzahlung", so der Vorsitzendes des Mitelstandsverbandes weiter.

"Durch einen so genannten "Tarif auf Rädern" könnte die kalte Progression

effektiv abgebaut werden, der Steuertarif sollte dabei jedoch an die

tatsächliche Einkommens- und Preisentwicklung gekoppelt werden." Die Kopplung

sollte nach Ansicht des Verbandes jedoch nicht nur für die Einkommensgrenzen, ab

denen der jeweilige Steuersatz greift, gelten, sondern auch für alle

Tarifelemente wie Freigrenzen und Freibeträgen oder für unternehmensorientierte

Höchstgrenzen wie etwa zur Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter.

Da etwa 80 Prozent der mittelständischen Betriebe als Personenunternehmen

geführt werden, deren Gewinne auf Gesellschafterebene der Einkommensteuer

unterliegen, wird das hohe Steuerniveau - insbesondere im Bereich mittlerer

Einkommen - bereits als starke Belastung wahrgenommen. Zugleich zahlen immer

mehr Fachkräfte den Spitzensteuersatz. Jerger: "Durchschnittsverdiener sollten

auch mit einem durchschnittlichen Steuersatz belastet werden. Dementsprechend

gilt es, die Einkommensgrenze für den Spitzensatz unabhängig von der derzeitigen

Inflationslage perspektivisch zu erhöhen. Darüber hinaus muss im Grunde der

gesamte Tarifverlauf abgeflacht werden, mit dem Ziel eines linear progressiven

Tarifs."

"Nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch die Unternehmen leiden unter

den steigenden Preisen. Es widerspricht jeglicher Regierungsverantwortung, wenn

der Staat davon auch noch profitieren möchte", erklärt Jerger. "Dem von

Bundesfinanzminister Lindner unterbreiteten Vorschlag zur Anpassung des

Einkommensteuertarifs samt Erhöhung der Freibeträge können wir zwar zustimmen,

dieser reicht aber noch nicht aus. Dass sich die anderen beiden

Regierungsparteien gegen mehr netto vom brutto wehren, trifft sicher nicht nur

bei uns auf absolutes Unverständnis."

Über den Verband:

Der Mittelstand. BVMW e.V. ist die größte politisch unabhängige und

branchenübergreifende Interessenvereinigung des deutschen Mittelstands. Im

Rahmen der Mittelstandsallianz vertritt der Dachverband BVMW politisch zudem

mehr als 30 mittelständisch geprägte Verbände mit insgesamt 900.000 Mitgliedern.

Weitere Informationen unter: http://www.bvmw.de

Pressekontakt:

BVMW Pressesprecher

Nicholas Neu

Tel.: 030 533206302

Mail: mailto:presse@bvmw.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/51921/5294102

OTS: BVMW

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