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26.03.2020 08:49

OTS: CRIF Bürgel GmbH / Privatinsolvenzen sinken um 2,4 Prozent / Anstieg in ...

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Privatinsolvenzen sinken um 2,4 Prozent / Anstieg in 2020 erwartet

Hamburg (ots) - 2019 haben erneut weniger Privatpersonen eine Insolvenz

angemeldet. Die Privatpleiten verringerten sich im letzten Jahr um 2,4 Prozent

und damit zum neunten Mal in Folge. Insgesamt gab es im letzten Jahr in

Deutschland 86.838 Privatinsolvenzen und damit so wenig wie seit 2004 nicht

mehr. Im Vergleich zum Insolvenzrekordjahr 2010, als 139.110 Privatpersonen

innerhalb eines Jahres eine Insolvenz anmelden mussten, sind die Fallzahlen um

37,5 Prozent gesunken.

So lauten die zentralen Ergebnisse aus dem "Schuldenbarometer 2019" des

Informationsdienstleisters CRIFBÜRGEL.

"Der Rückgang bei Privatinsolvenzen im Jahr 2019 ist vor allem auf die solide

Beschäftigungs- und Einkommensentwicklung bei den Privatpersonen

zurückzuführen", sagt CRIFBÜRGEL Geschäftsführer Christian Bock. 2020 wird es

aber zu einer Trendumkehr bei den Privatinsolvenzen kommen. "Das Coronavirus

wird die Wirtschaft schwer belasten, wobei die Auswirkungen heute noch gar nicht

abschätzbar sind. Wir müssen jedoch davon ausgehen, dass es in der Folge auch

wieder mehr Privatinsolvenzen in Deutschland geben wird", so Bock. Auch am

Arbeitsmarkt wird es durch die Krise zu massiven Einschnitten kommen.

"Arbeitslosigkeit und die damit verbundene Einkommensverschlechterung ist der

Haupttreiber für eine Privatinsolvenz. Wenn die Arbeitslosigkeit ansteigt, wird

es wieder mehr Insolvenzen in Deutschland geben, da die Personen bei weiterhin

hohen Kosten über weniger Geld verfügen", erklärt Bock. Aber nicht nur

Arbeitslosigkeit, sondern auch der starke Anstieg von Kurzarbeit wird die Zahl

der Privatinsolvenzen erhöhen. "Die Menschen in Deutschland werden weniger Geld

in der Tasche haben, um ihren Verpflichtungen wie Kreditzahlungen, Mieten oder

Finanzierungen nachzukommen. Auf Dauer führt weniger Einkommen erst in die

Überschuldung und dann in die Privatinsolvenzen", sagt Bock.

Bereits jetzt gelten circa 6,8 Millionen Bürger als überschuldet. Für viele

diese Personen sorgt ein Schock auf der Einkommensseite für ein erhöhtes Risiko

einer Privatinsolvenz.

Derzeit geht CRIFBÜRGEL in diesem Jahr von einem Anstieg von mindestens 10

Prozent bei den Privatinsolvenzen aus. Da in den Insolvenzstatistiken vor allem

die Vergangenheit abgebildet wird, sie gewissermaßen ein Blick in den

Rückspiegel sind, werden die wirtschaftlichen Folgen durch die Corona-Krise erst

im 2. Halbjahr 2020 und dann verstärkt 2021 einen Einfluss auf die

Insolvenzzahlen haben.

Grundsätzlich gibt es sechs Hauptursachen, die die Betroffenen in eine

finanziell prekäre Lage führen und damit eine Privatinsolvenz auslösen können.

Zu den Gründen gehören Arbeitslosigkeit und reduzierte Arbeit, Einkommensarmut,

gescheiterte Selbstständigkeit, unwirtschaftliche Haushaltsführung,

Veränderungen in der familiären Situation wie Scheidung beziehungsweise Trennung

und Krankheit.

Wie schon in den Vorjahren zeichnete sich auch 2019 ein deutliches

Nord-Süd-Gefälle ab. Mit 158 Fällen pro 100.000 Einwohner hat Bremen die höchste

Quote an Privatinsolvenzen zu vermelden. Es folgen Niedersachsen (147

Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner) sowie Schleswig-Holstein und das

Saarland (je 140). Der Bundesdurchschnitt lag 2019 bei 105 Privatpleiten je

100.000 Einwohner. Deutlich darüber liegen auch die Bundesländer Sachsen-Anhalt

(139), Hamburg (137) und Mecklenburg-Vorpommern (127). Am wenigsten

Privatinsolvenzen gab es 2019 in Bayern (67 je 100.000), Baden-Württemberg (71)

und Thüringen (90).

Hinsichtlich der absoluten Privatinsolvenzzahlen stehen mit Nordrhein-Westfalen

(20.989), Niedersachsen (11.715) und Bayern (8.738) zugleich die

bevölkerungsreichsten Bundesländer an der Spitze der Insolvenzstatistik.

In sechs Bundesländern sind die Privatinsolvenzen angestiegen - allen voran in

Sachsen mit einem Plus von 5,8 Prozent. Aber auch Rheinland-Pfalz und

Sachsen-Anhalt (jeweils plus 3,4 Prozent) sowie Berlin (plus 2,5 Prozent)

meldeten mehr Privatinsolvenzen. Deutlich weniger Privatinsolvenzen gab es 2019

in Bayern (minus 7,1 Prozent), Thüringen (minus 6,4 Prozent),

Nordrhein-Westfalen (minus 6,0 Prozent), im Saarland (minus 5,2 Prozent) und in

Bremen (minus 4,4 Prozent).

Der Trend der letzten Jahre, dass in Deutschland eher Männer eine

Privatinsolvenz anmelden mussten als Frauen, setzte sich auch 2019 fort. 59,1

Prozent (51.313) der Privatinsolvenzen wurden von Männern angemeldet. Auch im

relativen Vergleich der Geschlechter sind die Männer führend. Auf 100.000 Männer

entfielen 126 Privatinsolvenzen. Demgegenüber stehen 85 Privatpleiten je 100.000

weibliche Einwohner.

Das Schuldenbarometer 2019 bestätigt einen weiteren Trend der letzten Jahre. So

gehen die Privatinsolvenzen in den jüngeren Altersgruppen weiter zurück. Bei den

18-20-Jährigen mussten 365 Bürger und damit 3,9 Prozent weniger eine

Privatinsolvenz anmelden. Gleiches gilt für die Gruppe der 21-30-Jährigen. Hier

sank die Fallzahl um 6,0 Prozent auf 13.339 Privatinsolvenzen.

Auffällig ist hingegen die Entwicklung in den beiden ältesten Altersgruppen. So

stiegen die Privatpleiten bei den älteren Bundesbürgern (61 Jahre und älter) um

0,9 Prozent auf 9.478 Fälle.

Überraschend angestiegen sind auch die Privatinsolvenzen in der Altersgruppe der

51 bis 60-Jährigen. Auch in dieser Gruppe stiegen die Fallzahlen um 1,7 Prozent

auf 18.348 Privatinsolvenzen.

Privatpersonen haben vor allem Schulden bei Kreditinstituten, Versandhändlern,

Versicherungen, Behörden, Vermietern, Energieversorgern und

Telefongesellschaften.

Es ist ein Mythos, dass Privatpersonen erst hoch verschuldet sein müssen, um in

die Privatinsolvenz zu rutschen. Über alle Altersgruppen hinweg liegt die

Durchschnittsschuldenhöhe der Betroffenen bei rund 29.000 Euro. Bei den unter

30-Jährigen ist der Wert jedoch weitaus geringer. Hier liegt die

durchschnittliche Schuldensumme bei knapp unter 12.000 Euro. Mit steigendem

Alter steigen auch die Schulden auf durchschnittlich bis zu 46.000 Euro bei den

Bundesbürgern in der Altersgruppe 61 Jahre und älter.

Die komplette Studie finden Sie auf unserer Homepage unter

https://www.crifbuergel.de/de/aktuelles/studien/schuldenbarometer-2019

Die CRIF Bürgel GmbH ist in Deutschland einer der führenden

Informationsdienstleister für Firmen und Privatpersonen und kann auf über 130

Jahre Markterfahrung verweisen. Das Unternehmen bietet passgenaue Lösungen für

die Identifikation, Bonitätsprüfung und Betrugsprävention, für Kreditrisiko- und

Adressmanagement sowie zu Digitalisierung und Predictive Analytics für

Unternehmen und Finanzinstitute. CRIFBÜRGEL gehört zur global agierenden

Wirtschaftsauskunftei-Gruppe CRIF mit Hauptsitz in Bologna, Italien.

Pressekontakt:

Pressekontakt:

Oliver Ollrogge, CRIF Bürgel GmbH, Bereich Marketing/PR

E-Mail: Oliver.Ollrogge@buergel.de, Tel.: 040 / 89 803 582

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/22285/4556952

OTS: CRIF Bürgel GmbH

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