+ + + Neu bei CMC: Gehebelt im Portfolio handeln - Realisierung 1x pro Jahr! + + + DPS sind komplexe Instrumente und unterliegen einem Verlustrisiko. -w-
29.11.2021 11:50

OTS: FAMA Fachverband Messen und Ausstellungen e.V. / Deutsche ...

Folgen
Werbung

Deutsche Messewirtschaft steht vor tiefgreifender Transformation

(FOTO)

FAMA Messefachtagung Freiburg (ots) -

- Deutsche Messewirtschaft steht vor tiefgreifender Transformation

- Halbwertzeit politischer Entscheidungen und Vorgaben in der Kritik

- Regelung des Sonderfonds für Messen und Ausstellungen greifen zu kurz

Messen in Deutschland sind erfolgsverwöhnt. Doch das Erfolgsmodell steht vor

einer tiefgreifenden Transformation - nicht erst seit der Pandemie. Neue

digitale Formate und Geschäftsmodelle sind gefragt. Und nicht nur das: Auch bei

der Geländeinfrastruktur besteht ein hoher Investitionsbedarf in den Bau von

Fazilitäten, die multifunktional sind und auf Qualität statt auf

überdimensionierte Quantität setzen. Der dafür benötigte Finanzrahmen ist

beträchtlich und vielleicht nur durch die Einbindung privater Investoren zu

bewerkstelligen. Und noch eines: Deutsche Messeunternehmen verlieren zunehmend

Marktanteile im weltweiten Messegeschäft - eine Entwicklung, die seit gut zehn

Jahren zu beobachten ist und sich durch die Pandemie weiter verschärft.

Die Bestandsaufnahme, die Jochen Witt zum Auftakt der FAMA-Messefachtagung

vornahm, war alles andere als leichte Kost für eine Messebranche, die

erfolgsverwöhnt ist. Witt, einst CEO der Köln Messe und viele Jahre Chairman und

Präsident des Messe-Weltverbandes (UFI), weiß, wovon er spricht. Sein

Consulting-Büro "jwc" berät seit 2008 internationale Messeunternehmen rund um

den Globus.

Deutsche Messeunternehmen verlieren Marktanteile im internationalen Geschäft

Erst vor wenigen Wochen hat das Kölner Beratungsunternehmen eine umfangreiche

Marktanalyse im Ranking der weltweit 40 umsatzstärksten Messeunternehmen

vorgelegt. Wer sie liest, der findet darin auch deutsche Unternehmen, aber nicht

immer dort, wo sie im Selbstverständnis eigentlich durchgängig erwartet werden -

in der globalen Spitzengruppe. Dort rangieren finanzstarke Unternehmen und

Messestandorte wie China ganz weit oben - ein Land, das inzwischen über das

größte Messegelände der Welt verfügt und derzeit auch beim Re-Start das Tempo

bestimmt.

Dementsprechend rechnet Witt damit, dass China bereits 2022 wieder das

Vor-Pandemie-Niveau im Veranstaltungsgeschäft erreicht haben wird und sich damit

die äußerst dynamische Entwicklung im internationalen Vergleich fortsetzt: "Jede

internationale Veranstaltung, die in Deutschland nicht stattfindet, birgt die

Gefahr in sich, woanders wachstumsbeschleunigend zu wirken. Bereits seit einigen

Jahren beobachten wir den Trend, dass so genannte Nr. 1-Messen nicht mehr

zwingend an Standorten in Deutschland und Europa stattfinden." Vor diesem

Hintergrund sei der Begriff der sogenannten "Weltleitmesse" in weiten Teilen

obsolet, weil er einen Anspruch formuliert, der mehr über den eurozentrierten

Absender aussagt als über die tatsächliche Präsenz der globalen Community.

Regionale Messen erleben eine Renaissance

Stark steigend ist dagegen die Zahl der regionalen Fach- und Publikumsmessen,

die zunehmend eine Renaissance erleben - nicht erst seit der Pandemie, die zu

einem restriktiven Reiseverhalten geführt hat. Grund dafür sei vielmehr eine

Rückbesinnung auf die Region als regionale Lebenswelt und identitätsbildender

Raum, wie Roger Spindler hervorhob. Er sprach von der "progressiven Provinz" als

einer Dimension des gelebten Lebens, die im Zuge einer "Re-Urbanisierung" zur

sinnerfüllten Einheit werde, in der sich Menschen angesichts der globalen

Herausforderungen wiederfinden - nicht als Ort der Zuflucht, sondern als

Gestaltungsspielraum. Beispielhaft dafür ist die OLMA Messe St. Gallen, die von

Direktorin Christine Bolt als generationsübergreifendes Erfolgsmodell

vorgestellt wurde.

Kritik an geringer Halbwertzeit politischer Entscheidungen und Vorgaben

Deutliche Worte gab es zu den aktuellen politischen Entscheidungen und Vorgaben,

die ihre "Fahrt auf Sicht" seit über 18 Monaten fortsetze: "Wir stehen heute

dort, wo wir vor einem Jahr standen - mit dem Rücken zur Wand und mit einer

Perspektive vor Augen, die erneut keine Planungssicherheit über einen längeren

Zeitraum eröffnet", bringt der geschäftsführende FAMA-Vorstandsvorsitzende

Henning Könicke die aktuelle Lage und das Stimmungsbild der Messewirtschaft auf

den Punkt: "Schon jetzt zeichnet sich ab, dass durch das Inkrafttreten der neuen

Regelungen, die für Messen im Freistaat Bayern und in Baden-Württemberg einen 2G

plus-Nachweis vorsehen, die Durchführung von Veranstaltungen nahezu

verunmöglicht wird." Mit Unverständnis reagierte er darauf, dass für Messen mit

Gangbreiten von bis zu sechs Metern ein 2G plus-Nachweis erforderlich sei,

währenddessen für die täglich zehn Millionen Fahrgäste im öffentlichen

Nahverkehr ein 3G-Standard mit vereinzelten Stichproben von der Politik als

ausreichend angesehen werde.

Ausfall-Fonds von Bund und Ländern greifen zu kurz

Auf ein geteiltes Echo in Freiburg stieß der jüngst beschlossene Sonderfond

"SOMA", der als "Sonderfond des Bundes für Messen und Ausstellungen" die Risiken

für Veranstalter im Falle einer Absage reduzieren soll. Insgesamt 600 Millionen

stellt das Bundeswirtschaftsministerium dafür zur Verfügung. Abgesichert werden

damit bis zu 80 Prozent der Schäden, die aus einem möglichen

Veranstaltungsverbot resultieren, etwa für Miet- und Pachtkosten, für

Wareneinsätze und Dienstleister oder auch für Personal, Marketing und

Kommunikation - allerdings nur bis zu einer Grenze von acht Millionen Euro pro

Einzelfall.

"Das ist ein wichtiges Signal der Politik, auch wenn wir uns diese Initiative

bereits im vergangenen Jahr gewünscht hätten, als Veranstaltungen teilweise

wenige Tag vor Beginn behördlich verboten wurden und die betroffenen Unternehmen

leer ausgingen", so Könicke.

Jedoch biete SOMA nur bedingt Planungssicherheit, da die Hilfsmittel

ausschließlich im Fall eines behördlichen Veranstaltungsverbots abgerufen werden

können - nicht aber bei Auflagen wie beispielsweise einer 2G plus-Regelung, die

de facto die Durchführung einer Messe verunmöglicht.

Auch die Risiko-Minimierung für die ausstellende Wirtschaft, die in Vorleistung

geht und dafür verlässliche Regeln braucht, seien durch SOMA in keinster Weise

abgefedert. "Messen basieren auf Vertrauen. Und wer heute nicht abschätzen kann,

welche Regeln in vier Wochen gelten, der wird dieses Vertrauen nicht haben", so

Könicke.

Pressekontakt:

FAMA Fachverband Messen und Ausstellungen e.V.

Geschäftsstelle - Juliane Heißer

Johann-Höllfritsch-Straße 20-22

90530 Wendelstein

Germany

Tel.: +49 9129 90996 490

E-Mail: mailto:info@fama.de

Web: http://www.fama.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/142810/5085411

OTS: FAMA Fachverband Messen und Ausstellungen e.V.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

DAX leichter -- Asiens Börsen im Minus -- LEONI im Fadenkreuz des Bundeskartellamts -- Deutsche Telekom steigt in den Markt mit Cloud-Telefonie ein

Apple warnt Politik vor Datenschutz-Aufweichung durch neue Gesetze. ASML verdoppelt nach starkem Jahr Dividende - 20% Wachstum 2022 erwartet. 'D-Day' für Johnson? Parteiinterne Rebellen wollen Premier stürzen. GlaxoSmithKline ernennt Tony Wood zum designierten CSO. Hypoport: Wachstum bei Europace verbessert sich etwas im vierten Quartal. Deutsche HVPI-Inflation lässt im Dezember leicht nach.

Umfrage

Haben Sie Verständnis für Menschen, die gegen die Corona-Politik demonstrieren?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln