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06.12.2021 10:19

OTS: Sopra Steria SE / Studie: Drei von vier Banken trotz Corona guter Dinge ...

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Studie: Drei von vier Banken trotz Corona guter Dinge /

"Branchenkompass Banking" veröffentlicht / Banking of Things: Die

Kunden der Zukunft sind Geräte

Hamburg (ots) - Im Bankensektor in Deutschland herrscht Zuversicht. 40 Prozent

der Banken erwarten, dass sich die Branche bis 2023 besser als die deutsche

Gesamtwirtschaft entwickeln wird. 37 Prozent rechnen mit einem Wachstum im

Gleichschritt mit der Wirtschaft. Viele Institute gehen davon aus, dass die

Konjunktur insgesamt wieder anzieht und sie davon wirtschaftlich profitieren.

Regulierung und Kosten bleiben allerdings unangenehme Weggefährten. Das ergibt

die Studie "Branchenkompass Banking 2021" von Sopra Steria, für die 100

Entscheiderinnen und Entscheider befragt wurden.

Zu den Gutgelaunten unter den Banken zählen beispielsweise Institute mit einem

Fokus auf das Immobiliengeschäft. Die Pandemie hat speziell in diesem Segment

mehr genutzt als geschadet. Häuser und Wohnungen auf dem Land wurden 2020

attraktiver und häufiger finanziert. Das Wertpapiergeschäft, vor allem im

Retailsegment, erlebte ähnliche Impulse: Deutlich mehr Menschen haben sich im

vergangenen Jahr mit dem Thema Aktienhandel befasst. Spezielle Neobroker und

einige Direktbanken erleichtern zudem den Einstieg mit einfach zu bedienenden

Apps und niedrigen Gebühren. "Kunden und Banken spüren den Niedrigzinseffekt

immer stärker. Das löst ein Umdenken bei Beratern und Verbrauchern aus und

fördert unter anderem Robo Advisor", sagt Martin Stolberg, Division Head Banking

von Sopra Steria.

Die im Sommer gemessene positive Stimmung in den Banken könnte sich zumindest

leicht eintrüben. Im gerade anziehenden Geschäftsfeld Brokerage drohen neue

Ertragsausfälle. Ein Verbot sogenannter Payment-for-Order-Flow-Provisionen durch

die EU wird wahrscheinlicher. Ein Entwurf wurde Ende November veröffentlicht.

Betroffen wären speziell Online-Broker sowie einige Direktbanken. Je nachdem,

wie weit die Regulierung greifen wird, könnten auch klassischen Banken im

Investmentbanking Bestandsprovisionen wegbrechen.

Die gesamte Bankenbranche arbeitet nicht nur deshalb auf breiter Front am Ausbau

ihrer Ertragsposition. Die Mehrheit (59 Prozent) nimmt bis 2023 neue Produkte

ins Sortiment und wird dabei verstärkt Leistungen von Drittanbietern vertreiben.

Jedes zweite Institut dreht zudem an der Gebührenschraube, 41 Prozent denken

über Negativzinsen nach oder haben sie bereits eingeführt.

Als Alternative zur Provision für den Abschluss oder die Bestandspflege wird

immer wieder ein Honorar für Beratung ins Spiel gebracht. Zum

Befragungszeitpunkt hatten sich 43 Prozent der Institute mit der Einführung von

Honorarberatungsmodellen befasst oder Maßnahmen in diese Richtung bereits

umgesetzt.

Neue Geschäftsmodelle gesucht

Diese kurzfristigen Maßnahmen sind für die Mehrheit der Banken nur ein

Lückenfüller. Drei von vier Instituten suchen generell nach einem neuen

Geschäftsmodell und alternativen Ertragsmodellen. 41 Prozent der Befragten

rechnen damit, dass Kunden künftig Kreditinstitute bevorzugen werden, die ihnen

über digitale Ökosysteme Komplettlösungen für ihre individuellen Bedürfnisse

anbieten.

Banken können diese Plattformen beliefern oder selbst Plattformbetreiber sein.

31 Prozent der Institute mit Plattformambitionen bevorzugen die

Lieferantenstrategie, 24 Prozent wollen eigene Ökosysteme aufbauen. Die Mehrheit

(42 Prozent) fährt einen Hybridkurs und verfolgt beide Strategien. "Die

Ergebnisse zeigen, dass viele Banken in der Findungsphase sind und sich nicht

festlegen, welche Rolle sie im Markt künftig spielen wollen. Dieses Zögern

sollte nicht zu lange dauern, denn ein Tanzen auf allen Hochzeiten kann sehr

schnell sehr teuer werden", sagt Bankenexperte Martin Stolberg.

Automatisieren für mehr Marge

Durch den engeren Spielraum bei den Erträgen werden niedrige Kostenstrukturen

noch wichtiger als ohnehin schon. Bei den Sparkassen beispielsweise bewegt sich

das Verhältnis von Kosten und Erträgen laut einer Studie von finanz-szene.de bei

jedem zehnten Institut in einem ungesunden Bereich. Neue Wettbewerber erhöhen

den Druck zusätzlich: "Für jeden kleinen Schritt in einem Kreditprozess gibt es

unter den Fintechs mittlerweile Spezialisten. Die holen den letzten Cent oder

die letzte Millisekunde Effizienz heraus", so Stolberg.

Mehr als jedes zweite Finanzinstitut treibt deshalb die Digitalisierung und

Automatisierung der Geschäftsprozesse massiv voran. Diese strategische Maßnahme

ist erstmals wichtiger als das Gewinnen neuer Kunden und der Ausbau der Service-

und Beratungsqualität, so die Studie. Selfservice gilt in der Bankenbranche als

regelrechter Effizienz-Booster. Bankkunden verwalten beispielsweise Darlehen und

Depots häufiger selbst. Ein Drittel der Befragten rechnet zudem mit Fusionen und

Übernahmen. Ziel ist, von Synergien zu profitieren.

Die Kunden der Zukunft sind Geräte

Abseits der Kosten kommen Digitalisierung und Automatisierung immer stärker den

Kunden zugute. Bezahlen per Smartphone und NFC-Schnittstelle, biometrische

Verfahren zum Identifizieren sowie Videochats und Videoberatung sind mehr oder

weniger etabliert bei den Banken. Die Digitalexpertise, die Banken aufgebaut

haben, wollen sie in weitere Angebote für Kunden lenken. Ein Geschäftsfeld mit

Zukunft sind die Vernetzung in der verarbeitenden Industrie und die entstehenden

Daten. Denkbar ist ein Banking of Things, das beispielsweise eine Finanzierung

von Maschinen nach dem Pay-per-Use-Prinzip ermöglicht. Ein Drittel der befragten

Banken ist im IoT-Geschäft bereits tätig. "Banken könnten zum Manager und

Experten für Millionen von Konten und Transaktionen werden. Die 'Kunden' der

Zukunft sind dann Geräte", verdeutlicht Martin Stolberg von Sopra Steria.

Über die Studie

Der Branchenkompass Banking 2021 zeigt, wo deutsche Banken im

Veränderungsprozess stehen, wie sie mit den Herausforderungen umgehen und welche

Strategien sie bis 2023 angehen und umsetzen wollen. Das Marktforschungsinstitut

moweb research führte hierfür im Juli und August 2021 im Auftrag von Sopra

Steria und dem F.A.Z.-Institut eine Online-Befragung von 100 Fach- und

Führungskräften von Banken mit Bilanzsummen von mehr als 500 Millionen Euro

durch. Teil der Studienergebnisse sind zudem drei vertiefende Interviews mit:

- Ulrich Scheer, CFO der Münchener Hypothekenbank, darüber, wie der

Immobilienfinanzierer digital neue Kunden gewinnen möchte

- Dr. Olaf Zeitnitz, Gründer und Geschäftsführer von VisualVest, über die

Demokratisierung der Vermögensverwaltung

- Dr. Marcus Lingel, Geschäftsführer und Gesellschafter der Merkur Privatbank,

über die Wachstumschancen der Digitalisierung

Studie bestellen (https://www.soprasteria.de/newsroom/publikationen/details/bran

chenkompass-banking-2021)

Über Sopra Steria

Als ein führender europäischer Management- und Technologieberater unterstützt

Sopra Steria seine Kunden dabei, die digitale Transformation voranzutreiben und

konkrete und nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Sopra Steria bietet mit

Beratung, Digitalisierung und Softwareentwicklung umfassende

End-to-End-Lösungen, die große Unternehmen und Behörden wettbewerbs- und

leistungsfähiger machen - und zwar auf Grundlage tiefgehender Branchenexpertise,

innovativer Technologien und eines kollaborativen Ansatzes.

Das Unternehmen stellt die Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns mit dem

Ziel, digitale Technologien optimal zu nutzen und eine positive Zukunft für

seine Kunden zu gestalten. Mit 46.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in fast

30 Ländern erzielte der Konzern 2020 einen Umsatz von 4,3 Milliarden Euro.

Die Sopra Steria Group (SOP) ist an der Euronext Paris (Compartment A) gelistet

- ISIN: FR0000050809

Weitere Informationen finden sich unter http://www.soprasteria.de/newsroom

Pressekontakt:

Sopra Steria:

Nils Ritter

Tel.: +49 (0) 40 22703-8801

E-Mail: mailto:nils.ritter@soprasteria.com

Faktor 3:

Eva Klein

Tel.: +49 (0) 40 679446-6174

E-Mail: mailto:e.klein@faktor3.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/50272/5091488

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