Fraport-Aktie tiefer: Streiks und spätere Osterferien bremsen Flughafenaufkommen

Die Streiks bei der Lufthansa haben das Passagieraufkommen am Frankfurter Flughafen im April erheblich geschmälert.
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Wie die Betreibergesellschaft Fraport mitteilte, sank die Zahl der abgefertigten Fluggäste um 11 Prozent auf 4,8 Millionen. Von den insgesamt sechs Streiktagen durch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit und die Flugbegleitergewerkschaft Ufo im April waren rund 500.000 Fluggäste betroffen. Das Frachtvolumen sank ebenfalls streikbedingt um 0,6 Prozent auf 168.526 Tonnen.
Die internationalen Fraport-Flughäfen legten nur vereinzelt zu, was die Gesellschaft unter anderem damit begründete, dass im Vorjahr die Osterferien komplett in den April fielen.
Das Gesamtaufkommen der von Fraport aktiv gemanagten Flughäfen lag im Berichtsmonat bei rund 12,2 Millionen Passagieren und damit um 6,2 Prozent niedriger als in der Vorjahresperiode.
April-Zahlen sorgen für schlechte Stimmung - Aktie rutscht ab
Nach Verkehrszahlen sind die Aktien von Fraport am Freitag via XETRA zeitweise um 2,88 Prozent auf 65,80 Euro abgerutscht.
Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank sieht die April-Zahlen vor allem schlecht für die Stimmung, weil sie optisch deutlich schwach ausgefallen seien. Allerdings dürften sie kaum Einfluss auf die Markterwartungen haben, weil dies eigentlich schon so signalisiert worden sei und auch Streiks deutlich Einfluss gehabt hätten.
"Eine Anpassung der Jahresschätzungen wäre erst dann relevant, wenn auch die Mai-/Juni-Daten keine Normalisierung zeigen oder die Sommerkapazitäten schwächer ausfallen als bisher erwartet", so der Experte.
Seit dem Krieg im Iran haben Fraport-Aktien inzwischen rund 20 Prozent an Wert verloren. Im Februar hatten sie noch ein Hoch seit 2018 erreicht.
Analysten dennoch optimistisch
Die Schweizer Großbank UBS hat das Kursziel für Fraport zwar leicht gesenkt von 67 auf 65 Euro, die Aktien aber von "Sell" auf "Neutral" hochgestuft. Mit der jüngsten Korrektur im Zuge des Nahost-Kriegs sei der Kurs näher an den Fundamentalwert der Frankfurter herangerückt, schrieb Cristian Nedelcu am Donnerstagabend. Die Treibstoffpreise im Juli dürften seiner Meinung nach den Winterflugplan prägen. Im Negativszenario sieht Nedelcu den fairen Wert der Aktien bei 48 Euro, im besten Fall bei 80 Euro.
Das Analysehaus Jefferies hat die Einstufung für Fraport nach Verkehrszahlen für den Monat April mit einem Kursziel von 95 Euro auf "Buy" belassen. Das Verkehrsaufkommen sei erwartungsgemäß schwach gewesen, schrieb Graham Hunt am Freitag. Ursächlich hierfür seien die Streiks bei der Lufthansa gewesen, die die Störungen aus dem Nahen Osten noch verschärft hätten. Trotz kurzfristigen Gegenwinds hält der Analyst die Bewertung der Aktie des Flughafenbetreibers für attraktiv. Sie werde zudem gestützt von höheren Ticketpreisen und geringeren Investitionsausgaben.
DOW JONES / dpa-AFX
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