Prognose erhöht

ABB-Aktie steigt: Umsatzsprung im Startquartal - Siemens und Schneider Electric ziehen ebenfalls an

22.04.26 12:19 Uhr

ABB-Aktie im Aufwind: Umsatz steigt im ersten Quartal deutlich - Siemens und Schneider Electric gewinnen ebenfalls | finanzen.net

Das Schweizer Technologieunternehmen ABB hat den Umsatz im ersten Quartal 2026 deutlich gesteigert.

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Auch der Auftragseingang legte spürbar zu. Der Jahresausblick wird nun angehoben. Der Umsatz stieg zwischen Januar und März um 18 Prozent auf 8,73 Milliarden US-Dollar, wie das auf Elektrifizierung, Automation und Antriebstechnik spezialisierte Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Auf vergleichbarer Basis lag das Plus bei 11 Prozent.

Ein veritabler Sprung gelang auch beim Auftragseingang, also bei der Basis des künftigen Umsatzes. Er erhöhte sich auf vergleichbarer Basis um 24 Prozent auf 11,30 Milliarden Dollar.

Die Profitabilität verbesserte sich ebenfalls: Die operative Marge (EBITA - Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände) erhöhte sich um 3,2 Basispunkte auf 23,5 Prozent. Unter dem Strich blieb ein um gut ein Fünftel höherer Reingewinn von 1,32 Milliarden Dollar.

Mit den Zahlen hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten übertroffen, besonders deutlich beim Auftragseingang. Die bisherigen Prognosen für das Gesamtjahr 2026 werden erhöht. ABB peilt neu ein vergleichbares Umsatzwachstum im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich an. Die operative EBITA-Marge sollte sich im Vergleich zum Vorjahr erhöhen, selbst ohne die im ersten Quartal 2026 erzielten Immobilienerlöse. Bislang strebte ABB ein vergleichbares Umsatzwachstum im von 6 bis 9 Prozent und eine leicht höhere operative EBITA-Marge an.

Für das zweite Quartal 2026 erwartet das Unternehmen ein vergleichbares Umsatzwachstum im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich gegenüber dem Vorjahresquartal. Die operative EBITA-Marge soll sich im Vergleich zur Vorjahresperiode erhöhen.

ABB-Chef: Das meiste Geschäft wird sich durch Nahostkonflikt nicht ändern

Der Technologiekonzern ABB hat seinen Jahresausblick trotz Iran-Krieg erhöht. Der Nahostkonflikt dürfte das weltweite Geschäft laut dem Management nach jetzigem Stand nicht stark beeinträchtigen. "Die meisten Geschäfte außerhalb des Nahen Ostens werden sich nicht ändern", sagte Unternehmenschef Morten Wierod am Mittwoch in einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen. Die Voraussetzung sei, dass der Ölpreis nicht das Doppelte oder Dreifache erreiche.

"Wir stützen unsere Prognosen nicht auf die Annahme eines bestimmten Ölpreises", erklärte der Konzernchef weiter. Wenn der Preis steige, könnten andere Energieformen wie erneuerbare Energien wettbewerbsfähiger werden. Auch davon könnte ABB profitieren. Derzeit bereiten den Kunden laut Wierod wohl eher die Schwankungen des Ölpreises Sorgen als dessen genaue Höhe.

Auch in Bezug auf steigende Frachtraten und Rohstoffkosten zeigte sich Wierod entspannt. "Wettbewerbsfähigkeit liegt in unserer DNA", sagte er. So habe jede Division ein jährliches Effizienzsteigerungsziel. Das helfe, um steigende Kosten zu kompensieren.

Nicht zuletzt sind die Wachstumstreiber für ABB grundsätzlich intakt. So dürfte das Geschäft mit den Rechenzentren weiterhin deutlich wachsen, wie der Unternehmenslenker betonte. "Wir arbeiten bereits an Technologien für neue Generationen an Rechenzentren ab 2027 und 2028." Er sei sehr optimistisch, dass ABB auch künftig stark in dem Bereich wachsen könne.

Doch auch in anderen Segmenten gibt es Wachstumschancen, so etwa bei der Nuklearenergie. "Ich bin überzeugt, dass wir künftig mehr kleine modulare Reaktoren (SMR) sehen werden", sagte Wierod. Zunächst würden aber wohl erst einmal bestehende Anlagen erweitert, um diese weitere 30 bis 40 Jahre in Betrieb zu halten. Diese Entwicklung sei beispielsweise in Schweden zu beobachten.

Starke ABB-Zahlen und Ausblick beflügeln Siemens

Ein starkes erstes Quartal und höhere Zielvorgaben für das Gesamtjahr von ABB haben am Mittwoch auch andere europäische Investitionsgüter-Aktien beflügelt. Für die ABB-Papiere ging es am Vormittag um 3,5 Prozent nach oben. Im Windschatten der Schweizer stiegen die Anteilsscheine von Siemens um 1,1 Prozent. Die Titel von Schneider Electric gewannen 1,6 Prozent und jene von LEGRAND 2,2 Prozent.

ABB fuhr im ersten Quartal einen Rekordauftragseingang von 11,3 Milliarden US-Dollar ein. Dieser liegt um 16 Prozent über der durchschnittlichen Erwartung von Analysten. Gleichzeitig hob der Konzern die Ziele für das Wachstum und die Profitabilität an.

Entsprechend positiv waren die ersten Reaktionen von Marktexperten: Die höheren Erwartungen der Schweizer an das laufende Jahr seien eine Überraschung angesichts der Lage im Nahen Osten, schrieb Analyst Phil Buller von JPMorgan. Die Konsensschätzungen dürften nun im niedrigen bis mittleren prozentualen Bereich steigen. Die Zahlen und der Ausblick von ABB seien gute Nachrichten auch für Siemens, Schneider Electric und Legrand.

Alasdair Leslie vom US-Analysehaus Bernstein Research lobte vor allem den wegen des sehr starken Auftragseingangs im Bereich Elektrifizierung erhöhten Umsatzausblick auf 2026. Die Nachfrage nach Rechenzentren bleibe robust, mit einem Auftragswachstum im dreistelligen Prozentbereich in dem Quartal. "Dieses Ergebnis setzt ein starkes Signal für die Elektrobranche und ist ein positives Signal für andere Wettbewerber, die ihre Zahlen noch nicht veröffentlicht haben", betonte Leslie.

Jefferies belässt ABB auf 'Hold' - 'Starker Auftragseingang'

Das Analysehaus Jefferies hat die Einstufung für ABB nach Zahlen auf "Hold" mit einem Kursziel von 57 Franken belassen. Der Schweizer Technologiekonzern habe erneut die Erwartungen deutlich übertroffen, schrieb Rizk Maidi in einer am Mittwoch vorliegenden Schnelleinschätzung. Er hob vor allem den starken Auftragseingang hervor, der von einem sehr starken Wachstum der Rechenzentren-Aufträge profitiert habe.

dpa-AFX

Bildquellen: Bocman1973 / Shutterstock.com

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