Aktien von D-Wave, IonQ und Rigetti uneinheitlich: Teilweise Gewinnmitnahmen nach Kursrally

Nachdem KI-Highflyer NVIDIA in der Vorwoche für einen beachtlichen Schub der Quantenfantasie gesorgt hat, standen die Branchenvertreter auch am Montag im Fokus.
Werte in diesem Artikel
• NVIDIA öffnet seine KI-Werkzeugkiste für Quantencomputer
• Fantasie bei D-Wave, IonQ und Rigetti in der Vorwoche
• Sektor bleibt spekulativ - Anleger werden schon wieder zurückhaltender
NVIDIA positioniert sich mit neuen Open-Source-KI-Tools als Infrastrukturpartner für die Quantencomputing-Branche. So hat der Chipdesigner eine neue Reihe von Open-Source-KI-Tools unter dem Namen "Ising" vorgestellt. Die Modelle zielen darauf ab, zwei der größten Herausforderungen im Quantencomputing zu lösen: die Kalibrierung von Qubits und die Fehlerkorrektur. Damit positioniert sich der Chipkonzern nicht als Konkurrent der Quantenspezialisten, sondern als deren Infrastrukturpartner.
Bedeutend für Quantencomputing
Die Ankündigung ist aus zwei Gründen bemerkenswert. Erstens signalisiert NVIDIA damit, dass der Konzern Quantencomputing nicht als ferne Zukunftstechnologie betrachtet, sondern als Feld, in das sich eine Investition in Entwicklungsressourcen bereits jetzt lohnt. Zweitens adressieren die Tools mit Qubit-Kalibrierung und Fehlerkorrektur genau jene technischen Engpässe, die bislang den praktischen Einsatz von Quantencomputern bremsen.
Im Branchenkontext profitieren unterschiedliche Ansätze: D-Wave setzt auf sogenannte Annealing-Technologie für Optimierungsprobleme, während IonQ und Rigetti auf Gate-basierte Quantencomputer fokussieren. Alle drei könnten von besseren Kalibrierungs- und Fehlerkorrektur-Tools profitieren, da diese die Zuverlässigkeit ihrer Systeme erhöhen würden.
Begeisterung bei Anlegern von D-Wave, IonQ, Rigetti und Quantum Computing
Die Ankündigung der sogenannten "Ising"-Modellfamilie traf in der Vorwoche auf einen Markt, der seit Monaten auf greifbare Fortschritte im Quantensektor wartet - und löste eine breite Rally aus. Bei den börsennotierten Quantenspezialisten wurden teils zweistellige Kursgewinne ausgelöst.
So konnte D-Wave Quantum in den letzten fünf Tagen ein Kursplus von 48,1 Prozent erzielen. Im gleichen Zeitraum ging es für IonQ um 54,9 Prozent, für Rigetti Computing um 30,9 Prozent und für Quantum Computing um 31,6 Prozent steil nach oben.
Ernüchterung nach Kursrally
Doch am Montag pausierte die Rally kaum, Anleger wollten offenbar bei einigen Aktien nur überschaubar Gewinne mitnehmen. Gewinne mitzunehmen. An der NYSE verloren D-Wave 0,09 Prozent auf 21,67 Dollar und IonQ gewann 4,84 Prozent auf 48,32 Dollar. Daneben fielen Rigetti an der NASDAQ um 0,86 Prozent auf 19,64 Dollar, während Quantum Computing 2,72 Prozent auf 9,83 Dollar gewannen.
Die jüngsten Kursbewegungen sind zwar eindrucksvoll, stehen aber in einem Spannungsfeld zu den fundamentalen Daten. So arbeitet bislang keines der Unternehmen profitabel und auch ein einheitliches Konsens-Rating für den Sektor existiert nicht. Diese Diskrepanz verdeutlicht den spekulativen Charakter des Sektors. Die jüngste Rally wurde weniger von Umsätzen oder Gewinnen getrieben als von der Hoffnung, dass technologische Durchbrüche - wie sie NVIDIAs Tools ermöglichen könnten - den kommerziellen Durchbruch beschleunigen.
Thomas Zoller, Martina Köhler, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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