Aktien von D-Wave, IonQ und Rigetti im Blick: NVIDIA treibt Quantenfantasie weiter an

NVIDIAs Quanten-AI-Modelle sorgen für neuen Optimismus im gesamten Quanten-Segment. Die Titel von D-Wave Quantum, IonQ und Rigetti erhalten weiterhin kräftig Rückenwind.
Werte in diesem Artikel
• NVIDIA treibt mit neuen KI-Modellen die Entwicklung im Quantencomputing voran
• D-Wave, IonQ und Rigetti profitieren mit deutlichen Kursgewinnen
• Experten sehen wichtige Fortschritte, warnen aber vor langfristigen Risiken
Quantenaktien drehen ins Minus
Die Dynamik im Quantum-Sektor hält an: Die Aktie von D-Wave Quantum sprang am Mittwoch um 22,63 Prozent auf 20,81 US-Dollar nach oben. Auch IonQ verzeichnete zur Wochenmitte ein Plus von knapp 21 Prozent auf 43,25 US-Dollar, während Rigetti Computing um rund 13 Prozent auf 19,11 US-Dollar zulegte. NVIDIA selbst gewann im regulären Handel lediglich 1,20 Prozent, verlor am Donnerstag jedoch letztlich 0,26 Prozent auf 198,35 US-Dollar.
Für die Quantentitel ging es im US-Handel derweil aufwärts: D-Wave gewann 3,48 Prozent auf 21,54 US-Dollar, bei IonQ ging es 3,23 Prozent auf 44,65 US-Dollar nach oben. Bei Rigetti kam noch ein Plus von 1,78 Prozent auf 19,45 US-Dollar dazu.
Auslöser der Entwicklung ist weiterhin die jüngste Ankündigung von NVIDIA. Der Chipkonzern hatte mit der Modellfamilie "Ising" neue Open-Source-KI-Tools vorgestellt, die speziell auf Quantencomputing zugeschnitten sind. Diese sollen zentrale Herausforderungen wie die Kalibrierung von Qubits und die Fehlerkorrektur adressieren. MarketWatch zufolge gelten genau diese Probleme als entscheidende Hürden für den praktischen Einsatz der Technologie.
Ein Analyst von TD Cowen bezeichnete die neuen Modelle als möglichen "Beschleuniger" für die Kommerzialisierung der Branche. Die KI-Ansätze könnten dabei helfen, Quantenprozessoren effizienter zu steuern und Fehler systematisch zu reduzieren.
D-Wave setzt auf Gegenangriff
Parallel dazu positioniert sich D-Wave selbstbewusst gegenüber der etablierten KI-Konkurrenz. CEO Alan Baratz erklärte laut Yahoo Finance: "Wenn ich NVIDIA wäre, würde ich vor Angst zittern." Hintergrund ist die These, dass Quantencomputer bestimmte Probleme deutlich effizienter lösen können als klassische GPU-Systeme.
Baratz verwies darauf, dass ein konkretes Problem von D-Wave in wenigen Minuten gelöst worden sei, während ein herkömmliches GPU-System dafür "fast eine Million Jahre" benötigen würde. Zudem argumentiert das Unternehmen mit einem geringeren Energieverbrauch: Ein Quantencomputer komme mit etwa zehn Kilowatt aus, was ungefähr dem Bedarf von fünf bis zehn GPUs entspreche.
Die strategische Stoßrichtung ist klar: Während NVIDIA versucht, sich als Software- und Infrastrukturpartner für das Quantenzeitalter zu etablieren, sehen sich spezialisierte Anbieter wie D-Wave als potenzielle Alternative bei besonders komplexen Rechenaufgaben.
Quantencomputing zwischen Hype und Realität
Trotz der starken Kursgewinne bleibt der Sektor hochspekulativ. Zwar verzeichnete D-Wave laut Yahoo Finance zuletzt einen deutlichen Anstieg bei den sogenannten Bookings, gleichzeitig verfehlte das Unternehmen jedoch die Umsatzerwartungen und schrieb weiterhin Verluste.
Analysten sehen die Entwicklung daher differenziert. Während einige ein möglicherweise "wegweisendes Jahr" für die Auftragslage sehen, warnen andere vor der Bewertung: D-Wave werde aktuell als "Aktie mit langfristigem Potenzial" gehandelt, die kurzfristig starken Schwankungen unterliegen könne.
Auch technologisch bleibt die Lage ambivalent. Quantencomputer gelten weiterhin als spezialisierte Systeme, die vor allem für bestimmte Optimierungs- und Forschungsprobleme geeignet sind. Anwendungen im großen Stil, etwa für KI-Modelle wie heutige Sprachsysteme, sind noch nicht realistisch.
Benedict Kurschat, Claudia Stephan, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
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