Ottobock-Aktie mit Stabilisierungsversuch: Prothesenhersteller geht nach Shortseller-Attacke in die Offensive

Der Prothesenhersteller Ottobock hat die vom als spekulativ geltenden Investor Grizzly erhobenen Vorwürfe entschieden zurückgewiesen.
"Das Unternehmen bewertet den Bericht als verleumderisch und in hohem Maße irreführend", teilte Ottobock am Mittwoch in Duderstadt mit. Derzeit prüfe der Konzern rechtliche Schritte, einschließlich einer Meldung an die deutsche Aufsichtsbehörde mit dem Verdacht auf Marktmanipulation.
Via XETRA steigt die Ottobock-Aktie trotz Dividendenabschlag zeitweise 1,12 Prozent auf 54,10 Euro. Am Vortag hatte das Papier nach Erscheinen der Grizzly-Kritik deutlich an Wert verloren.
"Der Bericht greift Themen auf, die bereits vom Unternehmen offengelegt wurden, über die zuvor berichtet wurde und die sich als falsch erwiesen haben oder die private Angelegenheiten auf Gesellschafterebene betreffen", hieß es in der Stellungnahme vom Prothesenhersteller weiter.
In einem am Dienstag veröffentlichten Bericht hatte Grizzly Research unter anderem dem Mehrheitseigentümer Hans Georg Näder eine exzessive Verschuldung vorgeworfen, die ein "Damoklesschwert" über den Minderheitsaktionären darstelle. Zudem kritisierte der Leerverkäufer seiner Ansicht nach aggressive Bilanzierungspraktiken des Unternehmens und behauptete zudem, dass Ottobock 35 Prozent des Nettogewinns in Russland mache.
Leerverkäufer wie Grizzly wetten auf fallende Kurse, um davon zu profitieren. Ihre Berichte haben in der Vergangenheit wiederholt zu starken Kursbewegungen bei den betroffenen Unternehmen geführt.
Die Anfang Oktober 2025 an die Börse gegangenen Ottobock-Aktien haben den Anlegern bisher keine Freude gemacht. Zu 66 Euro ausgegeben, kletterten sie zwar zunächst bis auf gut 76 Euro. Von Ende November bis Ende März ging es dann jedoch um 40 Prozent abwärts. Aktionäre der ersten Stunde sitzen auf einem Buchverlust von fast einem Fünftel.
/mne/zb
DUDERSTADT (dpa-AFX)
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