Intel-Aktie mit historischer Erfolgsserie: Wie weit kann die Rekord-Rally noch gehen?

Die Intel-Aktie hat eine historische Serie hingelegt: Neun Handelstage in Folge geht es für den Chipriesen nun nach oben - so lange wie noch nie in der Konzerngeschichte.
Werte in diesem Artikel
• Intel-Aktie neun Tage in Folge im Plus
• Rekord-Rally mit über 58 Prozent Zuwachs
• Analysten warnen vor begrenztem Aufwärtspotenzial
Die Intel-Aktie gehört aktuell zu den größten Gewinnern am US-Technologieparkett. Mit einer historischen Serie von neun Handelstagen in Folge im Plus hat der Halbleiterkonzern laut Marketwatch einen neuen Rekord aufgestellt. Doch trotz der beeindruckenden Rally bleibt die Frage: Wie viel Potenzial steckt nach dem starken Anstieg noch in der Aktie?
Rekordserie: Intel-Aktie legt neun Tage in Folge zu
Die Intel-Aktie schloss an der NASDAQ zuletzt mit einem Tagesplus von 4,49 Prozent bei 65,18 US-Dollar und verzeichnete damit den neunten positiven Handelstag in Folge - die längste Gewinnserie der Unternehmensgeschichte. In diesem Zeitraum legte die Aktie insgesamt um rund 58,3 Prozent zu, wie MarketWatch betont. Und auch am heuteigen Dienstag scheint die Gewinnserie nicht abzureißen: Nachdem es vorbörslich noch nach oben ging, fiel der Titel schlussendlich im offiziellen Handel um 2,11 Prozent auf 63,81 US-Dollar.
Laut MarketWatch profitierte der Titel dabei von einer Reihe positiver Unternehmens- und Branchensignale, insbesondere rund um die steigende Nachfrage nach Server-Prozessoren und eine stabilere Entwicklung im PC-Markt. Die Stimmung unter Investoren habe sich dadurch spürbar aufgehellt.
Analysten bleiben vorsichtig trotz starker Nachfrage
Trotz der starken Kursentwicklung mahnt UBS-Analyst Timothy Arcuri zur Vorsicht. Vor der anstehenden Quartalszahlen erwartet er gemäß MarketWatch zwar robuste Ergebnisse, gestützt durch eine "resiliente Nachfrage" im PC-Segment sowie eine "deutlich steigende Nachfrage" bei Server-CPUs. Gleichzeitig habe Intel zudem die Preise für Server-Prozessoren um etwa 10 Prozent erhöhen können.
Dennoch sieht der Analyst begrenztes weiteres Aufwärtspotenzial. "Ob dies ausreichen wird, um die Aktie weiter nach oben zu treiben, ist eine größere Frage", erklärte Arcuri laut MarketWatch - insbesondere da die Aktie bereits stark gestiegen sei.
Zudem verweist er auf die Bewertung: Intel werde aktuell mit etwa dem 20-Fachen des Bullen-Szenarios für 2030 gehandelt. Daraus leite sich ab, dass "das Aufwärtspotenzial vom aktuellen Niveau aus etwas begrenzt ist".
Foundry-Fantasie als langfristiger Kurstreiber
Trotz kurzfristiger Bewertungssorgen bleibt ein zentrales Thema für Anleger die Zukunft des Foundry-Geschäfts. Besonders die Entwicklung des 14A-Prozessknotens, für den Intel ein neues Prozess-Design-Kit erwartet, gilt laut Arcuri als wichtiger Katalysator.
Er bezeichnete diese Entwicklung als "einen wichtigen Foundry-Katalysator". Hintergrund: Die Wall Street sieht in 14A einen entscheidenden Baustein, um externe Kunden für die Intel-Fertigung zu gewinnen und die Wettbewerbsfähigkeit im Chip-Markt zurückzuerlangen.
Auch neue Partnerschaften stärken diese Perspektive. So hat Intel zuletzt unter anderem eine Kooperation mit Elon Musks Unternehmen Terafab sowie neue strukturelle Schritte im Bereich der Fertigungsfinanzierung angekündigt. Dazu zählt unter anderem der Rückkauf von Anteilen an einem Joint Venture rund um die Fab 34 in Irland.
Arcuri kommentierte diese Entwicklung positiv, sieht darin aber langfristige Unsicherheiten: Zwar könnten solche Schritte die operative Hebelwirkung verbessern, gleichzeitig bleibe die Frage nach der nachhaltigen Ertragskraft offen.
Intel-Aktie zwischen Rekordlauf und Bewertungsdebatte
Die Intel-Aktie erlebt derzeit eine außergewöhnliche Erfolgsserie, getragen von KI-Fantasie, steigender Servernachfrage und Fortschritten im Foundry-Geschäft. Dennoch bleibt die Lage laut Analysten gespalten: Während kurzfristig weitere positive Impulse möglich sind, mahnen Experten wie Timothy Arcuri zur Vorsicht aufgrund der bereits ambitionierten Bewertung.
Damit steht Intel an einem entscheidenden Punkt: Kann das Unternehmen den jüngsten Kurssprung durch operative Stärke rechtfertigen - oder war die Rekordserie bereits eingepreist?
Bettina Schneider, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
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