01.11.2021 13:32

Corona-Zahlen legen stark zu - Wiedereröffnung der Impfzentren gefordert

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Frankfurt/Berlin (Reuters) - Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen nehmen die Forderungen nach einer Wiedereröffnung der Impfzentren zu.

"Um möglichst vielen möglichst schnell eine Auffrischungsimpfung zu ermöglichen, sollten die Länder die Impfzentren, die sie seit Ende September in Stand-By bereit halten, nun wieder startbereit machen", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn der "Rheinischen Post". Er riet dazu, alle Bürger über 60 Jahren schriftlich zur Impfung einzuladen. "Das hat bei den Erstimpfungen auch gut geklappt", so der CDU-Politiker.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte am Montag in Berlin, das Thema Impfzentren werde die Konferenz der Gesundheitsminister von Bund und Ländern diese Woche in Lindau beschäftigen. Im Sommer seien phasenweise rund 400 Impfzentren in Betrieb gewesen. Wie viele es momentan noch sind, konnte er nicht sagen und verwies auf die Zuständigkeit der Länder.

Das Robert-Koch-Institut meldete am Montag 9658 Neuinfektionen, 3085 mehr als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 154,8 von 149,4 am Vortag, vor einer Woche lag sie noch bei gut 110. Im Zusammenhang mit dem Virus starben 23 weitere Menschen.

Der Betrieb der Impfzentren ist seit Ende September deutschlandweit zurückgefahren worden. Die meisten wurden geschlossen, einige werden nur noch mit eingeschränkten Öffnungszeiten betrieben. Impfungen finden seitdem vornehmlich in Arztpraxen oder auch noch über mobile Impfaktionen statt.

Für eine Wiedereröffnung der Impfzentren sprach sich auch der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, aus. "Ich glaube, es ist gut und richtig, dass man die Impfzentren reaktiviert und dass man dort Booster-Impfungen geregelt und geordnet nach Alterskohorten vornimmt", sagte er im ZDF. "Das ist ein Baustein, um die Pandemie weiter zu bekämpfen." Zuvor hatte auch schon der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gefordert, dass Impfzentren wieder geöffnet werden sollten. Er empfahl, alle über 70-Jährigen gezielt einzuladen. Diese Altersgruppe entspreche auch der Empfehlung der Ständigen Impfkommission für Auffrischimpfungen.

KRITIK - ZU WENIG TEMPO BEI BOOSTER-IMPFUNGEN

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen gab den niedergelassenen Ärzten eine Mitschuld am schleppenden Verlauf der Impfungen. "Nach der Schließung der meisten Impfzentren erfüllen die Praxen die in sie gesetzten Erwartungen erkennbar nicht, weder bei den Erst- noch bei den Booster-Impfungen", sagte der Arzt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Das Tempo reiche nicht aus. Die Kassenärztlichen Vereinigungen könnten sich nicht mit dem Hinweis aus der Verantwortung ziehen, sie seien dafür nicht zuständig, dass die Menschen zum Impfen in die Praxis kämen. Wenn es dort nicht schnell genug gehe, müsse man auch an anderen Stellen, beispielsweise in Apotheken, impfen.

Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci sieht Impfungen als "Kerngeschäft" der Hausärzte. "Ein Vorschlag wäre, dass die Ärzte wirklich systematisch ihre Patienten ansprechen und anrufen und sagen: Kommt her, ihr könnt bei uns in der Praxis eure Auffrischungsimpfung oder Impfung bekommen", sagte die SPD-Politikerin den Sendern RTL und n-tv. Die Hausärzte müssten in die Pflicht genommen werden. In Berlin fänden derzeit über 40 Prozent der Impfungen in zwei Impfzentren oder über mobile Impfteams statt.

Die Auffrischungsimpfungen werden laut Bundesgesundheitsministerium nicht zulasten ärmerer Staaten gehen, in denen bislang nur wenige Menschen gegen Covid geschützt sind. Bis zum Jahresende werde Deutschland im Rahmen der internationalen Impfstoff-Initiative Covax weiterhin 100 Millionen Dosen zur Verfügung stellen, sagte ein Sprecher. Das sei fix. Deutschland sei der zweitgrößte Geldgeber der Covax-Initiative.

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