Roadshow gestartet

Bill Ackman bringt Pershing Square USA-Aktie an die Börse: Was Investoren über das IPO wissen sollten

15.04.26 22:00 Uhr

Pershing Square USA-Aktie macht sich für NYSE-Börsengang bereit: Ackman tritt mit IPO-Plänen in Fußstapfen von Warren Buffett | finanzen.net

Starinvestor Bill Ackman hat die Roadshow für den Börsengang von Pershing Square USA gestartet und damit einen neuen Anlauf unternommen, seine Investmentplattform zu öffnen.

Werte in diesem Artikel

• Roadshow für Pershing Square USA-IPO gestartet
• Ungewöhnliche Dual-Struktur
• Ähnlichkeiten zu Berkshire Hathaway

Pershing Square USA, ein neuer Investmentfonds von Bill Ackman, hat mit dem Start der Roadshow zu Wochenbeginn die heiße Phase des Börsengangs eingeleitet, nachdem zuvor bereits entsprechende Pläne bekannt geworden waren. Das IPO besitzt dabei eine Dual-Struktur: Zusammen mit dem Fonds soll auch die Managementgesellschaft Pershing Square in New York an die Börse gebracht werden. Bislang ist lediglich Ackmans Hedgefonds Pershing Square Holdings in Europa notiert.

Das geplante Listing an der New York Stock Exchange könnte nun zu den größten und zugleich ungewöhnlichsten Fonds-IPOs der vergangenen Jahre zählen. Für Anleger ist das Projekt deshalb interessant, weil es nicht nur ein weiteres börsennotiertes Investmentvehikel darstellt, sondern ein strategischer Schritt in Richtung einer börsenfähigen Kapitalallokationsplattform nach dem Vorbild von Warren Buffett und Berkshire Hathaway ist.

Ein IPO mit doppelter Struktur

Im Zentrum des Angebots steht der neue Closed-End-Fonds Pershing Square USA mit dem geplanten Börsenkürzel PSUS. Parallel dazu sollen Investoren im Rahmen der Platzierung auch Zugang zur Managementgesellschaft erhalten. Diese Kombination aus Investmentvehikel und Asset-Management-Exposure unterscheidet das Vorhaben deutlich von klassischen Fonds-IPOs. Wie "Reuters" berichtet, sollen Anleger für je 100 erworbene Aktien des neuen Fonds zusätzlich 30 Aktien von Pershing Square erhalten. Ungewöhnlich ist auch das Gebührenmodell des neuen Fonds: Für Pershing Square USA soll keine Performance Fee erhoben werden, was als Signal für eine stärker dauerhafte Investorenbasis verstanden werden kann.

Die Pershing Square USA-Aktien werden im Rahmen des Börsengangs laut "Investing.com" zunächst für 50 US-Dollar angeboten, eine Erhöhung des Angebotspreises wird jedoch nicht ausgeschlossen. Die endgültige Preisfestsetzung für den Börsengang wird für den 28. April erwartet. Beim Emissionsvolumen strebe Ackman einen Wert zwischen fünf und zehn Milliarden US-Dollar an, heißt es weiter. Bereits vor Beginn der Roadshow lagen Bruttoverpflichtungen aus einer Privatplatzierung von rund 2,8 Milliarden US-Dollar vor.

Ein konzentriertes Portfolio mit klarer Handschrift

Inhaltlich soll sich Pershing Square USA eng an der bisherigen Investmentphilosophie von Ackman orientieren und lediglich 12 bis 15 unterbewertete nordamerikanische Unternehmen halten. Diese Konzentration ist typisch für Pershing Square und unterscheidet sich deutlich von breit diversifizierten Fondsstrategien. Outperformance soll somit nicht über Marktbreite entstehen, sondern über selektive Auswahl besonders überzeugender Unternehmen. Damit positioniert Ackman den neuen Fonds bewusst eher wie ein börsennotiertes Berkshire-ähnliches Vehikel als wie einen Hedgefonds. Für Investoren bedeutet das, dass sie sich nicht nur für ein Produkt entscheiden, sondern implizit für Ackmans Stil der aktiven Kapitalallokation.

Warum Ackman gerade jetzt an den Markt geht

Ein erster Versuch, ein vergleichbares Vehikel zu platzieren, war im Jahr 2024 kurz vor dem Börsengang gestoppt worden. Damals hatte die Marktlage das Interesse institutioneller Investoren gedämpft. Auch aktuell ist die Markstimmung angesichts des Iran-Kriegs und der kürzlich gescheiterten Friedensgespräche fragil. Ackman setzt laut "Reuters" nun jedoch offenbar darauf, dass die momentan erhöhte Volatilität attraktive Einstiegspreise bei großen Qualitätsunternehmen ermögliche.

Gleichzeitig verfolgt Pershing Square seit mehreren Jahren die Strategie, den Zugang zu seinen Investmentansätzen über börsennotierte Strukturen zu erweitern. Während klassische Hedgefondsvehikel oft nur institutionellen Investoren offenstehen, soll Pershing Square USA explizit auch breiteren Anlegergruppen offenstehen. In diesem Sinne stellt das IPO weniger eine klassische Kapitalaufnahme dar als einen strukturellen Ausbau der Plattform.

Chancen und Risiken für Anleger

Für Investoren eröffnet Pershing Square USA einen direkten Zugang zu einer konzentrierten Version der Ackman-Strategie in börsennotierter Form. Gleichzeitig bleibt das Vehikel stark vom Vertrauen in die Person des Managers abhängig. Das sogenannte Key-Man-Risiko ist bei aktivistischen Investoren traditionell besonders ausgeprägt.

Ein wichtiger Referenzpunkt ist auch das bereits börsennotierte Vehikel Pershing Square Holdings, das an der London Stock Exchange gehandelt wird. Dieses handelte in den vergangenen Jahren teilweise mit einem Abschlag auf den Nettoinventarwert. Genau dieses Risiko begleitet auch Pershing Square USA, denn Closed-End-Fonds haben strukturell keinen Rückgabemechanismus wie offene Fonds. Der Marktpreis kann daher dauerhaft unter dem tatsächlichen Portfoliowert liegen.

Die laufende Roadshow ist damit mehr als nur ein gewöhnlicher Vorbereitungsschritt eines Börsengangs. Sie ist ein Gradmesser dafür, ob sich Ackmans Vision einer öffentlich zugänglichen Pershing-Square-Plattform im aktuellen Marktumfeld durchsetzen lässt.

Die Pershing-Aktie gewinnt im Heimathandel zeitweise 0,99 Prozent auf 42,76 Pfund.

Carolin Ludwig, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: Bryan Bedder/Getty Images for The New York Times

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