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18.01.2019 23:03
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Tesla-Aktie bricht zweistellig ein: Elon Musk entlässt rund 3.000 Mitarbeiter - Schwächerer Gewinn in Q4 erwartet

Rotstift angesetzt: Tesla-Aktie bricht zweistellig ein: Elon Musk entlässt rund 3.000 Mitarbeiter - Schwächerer Gewinn in Q4 erwartet | Nachricht | finanzen.net
Rotstift angesetzt
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Tesla-Chef Elon Musk schnallt den Gürtel enger. Demnach müssen sieben Prozent aller Tesla-Mitarbeiter gehen. Das würde rund 3.000 der 45.000 Angestellten betreffen.
In einer E-Mail an Mitarbeiter im firmeneigenen Unternehmensblog heißt es: "Tesla muss diese Einschnitte vornehmen, während die Produktionsrate vom Model 3 erhöht und in den kommenden Monaten viele Verbesserungen in der Fertigungstechnik vorgenommen werden müssen".

Profitabilität im Blick

Ziel der Kürzungen sei es demnach, Kosten zu senken und durchweg profitabel zu werden, hieß es weiter. Die Maßnahme sei alternativlos: "Es gibt keinen anderen Weg", so Musk. Betroffen seien sieben Prozent der Vollzeitbeschäftigten, nur die kritischsten Leiharbeiter und Vertragspartner seien nicht betroffen.

Die Entlassungen sollen Tesla auf dem Weg zu dauerhafter Profitabilität helfen. "Der Versuch, bezahlbare saubere Energieprodukte in großem Maßstab zu bauen, erfordert zwangsläufig extreme Anstrengung und unerbittliche Kreativität. Um unsere Zukunft jedoch erfolgreich zu gestalten, müssen wir sicherstellen, dass die Zukunft gut ist. Deshalb müssen wir alles tun, um die Sache voranzubringen", heißt es weiter.

Bereits zweite Entlassungswelle bei Musk-Unternehmen

Es ist bereits das zweite Mal in dieser Woche, dass ein von Elon Musk geführtes Unternehmen beim Personal den Rotstift ansetzt. Auch bei dem Raumfahrtkonzern SpaceX stehen bald hunderte Angestellte auf der Straße. Ungefähr 10 Prozent der momentanen Belegschaft, also rund 600 der 6.000 Mitarbeiter, müssen das mit 30,5 Milliarden US-Dollar bewertete Unternehmen offenbar verlassen. Präsident und COO Gwynne Shotwell wandte sich der Los Angeles Times zufolge via E-Mail an die Belegschaft. "Um die Lieferung an unsere Kunden weiter sicherstellen zu können und die Entwicklung interplanetarer Raumsonden und eines globalen, weltraumgestützten Internets zu schaffen, muss SpaceX ein schlankeres Unternehmen werden".

Schwächeres Ergebnis im vierten Quartal

Musk erklärte außerdem, dass Tesla im vierten Quartal zwar laut vorläufigen Schätzungen erneut schwarze Zahlen geschrieben habe, das Ergebnis jedoch niedriger als im vorherigen Berichtszeitraum ausfallen dürfte. Im laufenden Vierteljahr werde "mit etwas Glück" hoffentlich "ein kleiner Profit" erzielt. Im dritten Quartal hatte das 2003 gegründete Unternehmen 312 Millionen Dollar verdient und damit den bislang höchsten Überschuss in seiner Geschichte geschafft. Zuvor hatte Tesla überhaupt nur zweimal ein Vierteljahr mit Gewinn abschließen können.

Der Arbeitsplatzabbau soll nun helfen, Kosten zu sparen und so den für die Zukunft entscheidenden Hoffnungsträger Model 3 günstiger anbieten zu können. Allerdings muss Musk trotz der geplanten Entlassungen die Produktion weiter kräftig hochfahren, um seine ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Die erweiterte Produktion sowie die Einsparungen sollen es Tesla ermöglichen, das Model 3 in der Standardversion endlich wie ursprünglich versprochen für 35 000 Dollar anzubieten. Bislang war der erste günstigere Tesla, mit dem Musk den Massenmarkt erobern will, deutlich teurer. Derzeit liegt der Einstiegspreis bei 44 000 Dollar.

Tesla hatte Anleger erst Anfang Januar mit schwächer als erwartet ausgefallenen Auslieferungszahlen und überraschenden Kaufanreizen für US-Kunden vor den Kopf gestoßen. Nach einer Kürzung der staatlichen Förderprämie für Elektroautos hatte Tesla angekündigt, die Preise in den USA um 2000 Dollar pro Fahrzeug zu senken. Das könnte darauf hinweisen, dass die Nachfrage nach Musks E-Autos doch nicht so enorm ist wie angenommen. Im vierten Quartal brachte Tesla insgesamt 90 700 Fahrzeuge an die Kundschaft, davon entfielen 63 150 auf das Model 3.

Tesla hatte bereits im Juni 2018 mehr als 3000 Mitarbeitern gekündigt, was damals rund neun Prozent der Beschäftigten entsprach. Der Schritt sei nötig, um dem Ziel der Profitabilität näher zu kommen, sagte Musk damals. Allerdings stehen solchen Entlassungen angesichts der massiven Expansion von Tesla stets auch zahlreiche Neueinstellungen gegenüber. Insgesamt sei die Mitarbeiterzahl im vergangenen Jahr um 30 Prozent gestiegen, erklärte Musk jetzt im Firmen-Blog. Das sei mehr, als das Unternehmen vertragen könne.

Die Tesla-Aktie sackte im Freitagshandel 12,97 Prozent ab und ging bei 302,26 US-Dollar ins Wochenende.

Redaktion finanzen.net (mit Material von dpa)

Bildquellen: Josh Edelson/AFP/Getty Images, Joe Scarnici/WireImage/Getty Images
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