Ihr Feedback zu den neu gestalteten Aktien-Übersichtsseiten ist uns wichtig! zur Umfrage
11.08.2022 15:46

ROUNDUP 2: Hohe Kosten bremsen Gewinnentwicklung von Evotec

Folgen
Werbung

(mehr Details zu Biologika und Äußerungen aus der Analysten-Telefonkonferenz)

HAMBURG (dpa-AFX) - Der Pharma-Wirkstoffforscher Evotec (EVOTEC SE) traut sich wegen des schwachen Euro etwas mehr Umsatzwachstum zu. Zugleich bremsen aber hohe Kosten für das Hochfahren einer vor einem Jahr in den USA eröffneten Produktionsanlage für Biologika. Hinzu kamen höhere Aufwendungen für Energie und Rohstoffe sowie im Zusammenhang mit einer Übernahme.

Zudem war der Beitrag durch Meilensteinzahlungen, die das Unternehmen von Pharmafirmen nach dem Erreichen definierter Ziele erhält, zuletzt geringer. Daher bleibt der Jahresausblick für das operative Ergebnis nur dank des schwachen Euro unverändert. Die zuletzt arg gebeutelte Aktie geriet am Donnerstagmorgen erneut unter Druck.

Evotec-Chef Werner Lanthaler erwartet 2022 laut einer Mitteilung vom Donnerstag nun einen Konzernumsatz von 715 bis 735 Millionen Euro, nach bisher avisierten 700 bis 720 Millionen. Das wäre ein Plus von bis zu knapp 19 Prozent. Zu konstanten Wechselkursen kalkuliert der Manager aber weiter mit 690 bis 710 Millionen Euro.

Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie bereinigt um Sondereffekte sollen weiter 105 bis 120 Millionen Euro übrig bleiben, nach 107 Millionen 2021, allerdings nur dank des Rückenwinds durch die Abwertung des Euro zum US-Dollar. Auf Basis konstanter Wechselkurs wird nur noch mit einem operativen Ergebnis von 85 bis 100 Millionen Euro gerechnet.

Beim Umsatz profitiert das Unternehmen durchaus von einer regen Nachfrage der Pharmaunternehmen nach Wirkstoffforschung und steigenden Preisen, allerdings hinterließen die höheren Kosten zuletzt weiter Spuren beim Gewinn. Im ersten Halbjahr steigerten die Hamburger die Erlöse im Jahresvergleich um fast ein Viertel auf knapp 337 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis lag mit 33,6 Millionen Euro aber unter dem Wert der ersten Hälfte 2021. Die gestiegenen Kosten für Energie und Rohstoffe würden zwar bei Neuverträgen an die Kunden weitergereicht, was aktuell im Grunde kein Problem sei, sagte Lanthaler in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Allerdings sei das bei Altverträgen, die teils mehrere Jahre liefen, schwieriger. Aber auch hieran werde gearbeitet.

Der MDax-Konzern (MDAX) profitiert grundsätzlich von Kooperationen mit der Biotech- und Pharmaindustrie, da Erfolge Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligungen mit sich bringen. Seit geraumer Zeit nimmt Evotec aber auch mehr Geld für die Forschung und Entwicklung in die Hand. Zudem erweitert das Unternehmen das Angebot für seine Kunden, etwa mit Produktionsanlagen für biopharmazeutische Wirkstoffe. Hier hatte Evotec vor einem Jahr einen Standort in den USA in Redmont in Betrieb genommen, die zweite entsteht am französischen Standort Toulouse. Das kostet zunächst alles Geld.

Unter dem Strich stand für die Aktionäre von Evotec ein Minus von 101 Millionen Euro, nachdem vor einem Jahr noch ein Gewinn von fast 113 Millionen erzielt worden war. Wesentlicher Grund: Der Konzern musste auf seine britische Beteiligung Exscientia viel Geld abschreiben. Vor einem Jahr hatte Evotec nach einer erfolgreichen Finanzierungsrunde des Unternehmens vor dem Börsengang des Unternehmens noch einen hohen Buchwertzuwachs erzielt. Seit dem Gang an die Börse vergangenen Herbst hat der Exscientia-Kurs aber auch im Sog der Schwäche von Tech-, Biotech- und Wachstumswerten deutlich nachgegeben.

Analystin Zoe Karamanoli von der britischen Bank RBC reagierte enttäuscht auf die Resultate. Zwar habe der Umsatz im ersten Halbjahr etwas über der durchschnittlichen Markterwartung gelegen, das bereinigte operative Ergebnis liege aber dennoch darunter. Die Frage sei nun, warum die Beiträge der US-Tochter Just-Evotec Biologic sich eher träge entwickelten und wie Evotec die für 2025 gesteckten Ziele erreichen wolle. So erscheine das Ziel eines bereinigten operativen Ergebnisses von mindestens 300 Millionen Euro ambitioniert.

Das Management zeigte sich in der Telefonkonferenz mit Analysten indes zuversichtlich, das Ziel zu erreichen und verwies dabei auch auf das Timing des Hochlaufens der neuen Standorte für Biologika in den USA.

Nach einigen Schwankungen sanken die Evotec-Aktien am Nachmittag zuletzt um 0,3 Prozent auf 25,04 Euro ab. Damit stabilisierten sie sich etwas nach einem Vortagesminus von mehr als acht Prozent. Zur Wochenmitte hatte sich Analyst James Quigley von der Bank Morgan Stanley skeptisch zu den Profitabilitätsaussichten geäußert. Am Markt würden die Folgen der aktuell hohen Forschungsinvestitionen sowie die des Hochfahrens der Biologika-Produktion unterschätzt, hatte der Experte gesagt. Es werde wohl bis 2024/25 dauern, bis die Gewinnentwicklung wieder in Schwung komme. Im laufenden Jahr hat die Evotec-Aktie rund 40 Prozent eingebüßt./mis/jcf/he

Ausgewählte Hebelprodukte auf EVOTEC SE
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf EVOTEC SE
Long
Short
Hebel wählen:
5x
10x
Name
Hebel
KO
Emittent

Nachrichten zu EVOTEC SE

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu EVOTEC SE

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
25.08.2022EVOTEC SE BuyDeutsche Bank AG
23.08.2022EVOTEC SE OutperformRBC Capital Markets
12.08.2022EVOTEC SE BuyWarburg Research
12.08.2022EVOTEC SE BuyDeutsche Bank AG
11.08.2022EVOTEC SE BuyWarburg Research
25.08.2022EVOTEC SE BuyDeutsche Bank AG
23.08.2022EVOTEC SE OutperformRBC Capital Markets
12.08.2022EVOTEC SE BuyWarburg Research
12.08.2022EVOTEC SE BuyDeutsche Bank AG
11.08.2022EVOTEC SE BuyWarburg Research
12.05.2022EVOTEC SE HoldDeutsche Bank AG
13.04.2022EVOTEC SE HoldDeutsche Bank AG
25.03.2022EVOTEC SE HoldDeutsche Bank AG
07.02.2022EVOTEC SE HoldDeutsche Bank AG
01.12.2021EVOTEC SE HoldDeutsche Bank AG
10.08.2022EVOTEC SE UnderweightMorgan Stanley
08.11.2017EVOTEC VerkaufenDZ BANK
17.08.2017EVOTEC VerkaufenDZ BANK
10.08.2017EVOTEC VerkaufenDZ BANK
31.07.2017EVOTEC VerkaufenDZ BANK

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für EVOTEC SE nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

Jetzt noch kostenlos für Dienstag anmelden!

Welche Assets bieten Chancen? Wo lauern versteckte Gefahren? Im Online-Seminar morgen um 18 Uhr erhalten Sie die Antworten auf diese Fragen sowie eine Analyse der wichtigsten Märkte und spannender Aktien.

Werbung
Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Starke Schwankungen: DAX schließt etwas tiefer -- US-Börsen rot -- ifo-Index sinkt stärker als befürchtet -- Monopolkommission: Bedenken wegen Uniper-Verstaatlichung -- Vonovia, Varta, VW im Fokus

IPO: Porsche Sportwagen-Aktien dürften bei Börsengang offenbar oberes Ende der Spanne erreichen. Deutscher Marktplatz verzeichnete in Corona-Krise ein schnelles Wachstum. VERBIO-Aktie: Gewinnrückgang für 2022/23 erwartet. Nord Stream 2: Gaspipeline verzeichnet Druckabfall - Mögliches Leck. Lagarde: Zinserhöhungen für die nächsten Ratssitzungen erwartet.

Umfrage

Sollte Deutschland Kampfpanzer und weitere schwere Waffen an die Ukraine zu liefern

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln