ROUNDUP 2/Millionenstrafe: Milka-Hersteller hat Schokolade illegal verteuert

23.05.24 14:17 Uhr

Werte in diesem Artikel
Aktien

61,64 EUR -0,05 EUR -0,08%

(neu: Details)

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Toblerone-Turbulenzen, Milka-Machenschaften, Daim-Deals: Der Lebensmittelgigant Mondelez hat jahrelang den Wettbewerb verzerrt und seine Produkte künstlich verteuert, jetzt bekommt der US-Konzern dafür die Rechnung. Die EU-Kommission verhängte am Donnerstag eine Strafe in Höhe von 337,5 Millionen Euro, wie die Wettbewerbshüter mitteilten. Unter anderem hat Mondelez nach Angaben der EU-Kommission verhindert, dass Schokolade in Deutschland - wo die Preise günstiger sind als in anderen EU-Ländern wie etwa Österreich und Belgien - eingekauft und in anderen Ländern weiterverkauft wird.

Preise für Mondelez-Produkte waren in manchen EU-Staaten also spürbar teurer, als wenn ein ehrlicher Wettbewerb stattgefunden hätte. Mondelez stellt eine Reihe bekannter Produkte her, darunter Milka-Schokolade, Toblerone, Daim, Oreo, Mikado, Philadelphia und Tuc. Im Januar 2021 hatte die EU-Kommission ein offizielles Verfahren eröffnet. Jetzt liegt das Ergebnis vor: Mondelez sei an 22 wettbewerbswidrigen Vereinbarungen oder abgestimmten Verhaltensweisen beteiligt gewesen.

Hohe Preisunterschiede je nach Land

Konkret sei der Handel mit Schokolade, Keksen und Kaffee-Produkten eingeschränkt worden, so die für Wettbewerb zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. "Die Preisunterschiede zwischen den Mitgliedstaaten liegen zwischen 10 und 40 Prozent, manchmal sogar darüber."

Die Firma mit Europa-Zentrale in der Schweiz teilte in einer Stellungnahme mit, es habe sich bei den von der EU-Kommission kritisierten Praktiken um Einzelfälle gehandelt, die länger zurücklägen, und meist um Geschäfte mit Zwischenhändlern. "Dies macht nur einen sehr geringen Teil des europäischen Geschäfts von Mondelez International aus", teilte das Unternehmen mit. Die Firma lege höchsten Wert darauf, Regularien einzuhalten und habe ihre internen Prozesse dahingehend auch verschärft.

Nach Angaben der Kommission gab es etwa eine Vereinbarung, die angeordnet habe, dass Kunden von Mondelez für Ausfuhren höhere Preise hätten verlangen müssen als für Inlandsverkäufe. "Diese Vereinbarungen und abgestimmten Verhaltensweisen fanden zwischen 2012 und 2019 statt und betrafen alle EU-Märkte", hieß es in einer Mitteilung. "Durch diese illegalen Praktiken konnte Mondelez weiterhin höhere Preise für seine eigenen Produkte verlangen, was letztlich zum Nachteil der Verbraucher in der EU war", so die EU-Kommission.

Mondelez kooperiert mit der Kommission

Unterstützung bekommt die EU-Kommission von der europäischen Verbraucherschutzorganisation Beuc. "Es ist unfair und schlichtweg falsch, wenn Verbraucher in einigen EU-Ländern aufgrund des illegalen Verhaltens eines Unternehmens mehr für ihre Schokolade, Kekse und ihren Kaffee bezahlen müssen als in anderen Ländern", sagte Beuc-Generaldirektorin Monique Goyens. Beuc begrüße daher nachdrücklich das Vorgehen der Kommission. Unternehmen wie Mondelez hätten enorme Vorteile durch den freien Handel im EU-Binnenmarkt. Es sei daher nicht hinnehmbar, dass die Verbraucher wegen künstlicher Handelshemmnisse nicht in den Genuss dieser Vorteile kämen.

Eigentlich sollte die Strafe noch höher ausfallen. Weil Mondelez mit der EU-Kommission zusammengearbeitet und seine Verantwortung ausdrücklich anerkannt habe, sei dem Unternehmen 15 Prozent der Geldbuße erlassen worden, so die Wettbewerbshüter. Für die erwartete Strafe sind nach Angaben von Mondelez 2023 Rücklagen gebildet worden. "Weitere Maßnahmen zur Finanzierung der Geldbuße werden nicht erforderlich sein", teilte das Unternehmen weiter mit./mjm/DP/ngu

Ausgewählte Hebelprodukte auf Mondelez

Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Mondelez

NameHebelKOEmittent
NameHebelKOEmittent
Werbung

Nachrichten zu Mondelez

Analysen zu Mondelez

DatumRatingAnalyst
03.05.2017Mondelez BuyDeutsche Bank AG
15.02.2017Mondelez International HoldDeutsche Bank AG
10.11.2016Mondelez International HoldDeutsche Bank AG
28.04.2016Mondelez International OutperformRBC Capital Markets
26.10.2015Mondelez International OutperformRBC Capital Markets
DatumRatingAnalyst
03.05.2017Mondelez BuyDeutsche Bank AG
28.04.2016Mondelez International OutperformRBC Capital Markets
26.10.2015Mondelez International OutperformRBC Capital Markets
31.07.2015Mondelez International BuyDeutsche Bank AG
31.07.2015Mondelez International OutperformRBC Capital Markets
DatumRatingAnalyst
15.02.2017Mondelez International HoldDeutsche Bank AG
10.11.2016Mondelez International HoldDeutsche Bank AG
27.02.2013Mondelez International haltenHamburger Sparkasse AG (Haspa)
29.11.2012Mondelez International haltenHamburger Sparkasse AG (Haspa)
26.10.2012Mondelez International haltenHamburger Sparkasse AG (Haspa)
DatumRatingAnalyst

Keine Analysen im Zeitraum eines Jahres in dieser Kategorie verfügbar.

Eventuell finden Sie Nachrichten die älter als ein Jahr sind im Archiv

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Mondelez nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"