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27.02.2019 11:41
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ROUNDUP 2: Neuer Beiersdorf-Lenker will mehr in die Hautpflege investieren

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(neu: Analystenstimmen, Kurs aktualisiert, mehr Hintergrund, Zahlen für 2018.)

HAMBURG (dpa-AFX) - Der neue Beiersdorf-Chef Stefan De Loecker macht sich an die Arbeit: Er verordnet dem Hamburger Konsumgüterkonzern höhere Ausgaben, um in Zukunft mit seinen Haut- und Körperpflegeprodukten profitabler wachsen zu können. Dafür muss der Nivea-Hersteller aber zunächst auf Rendite verzichten. 2019 dürfte für Beiersdorf ein Übergangsjahr werden, wie der Konzern am Dienstagabend mitteilte.

An der Börse wurde dies mit Pfiffen quittiert: Die Aktie rutschte am Mittwochmorgen kurz nach Börseneröffnung um fast 11 Prozent auf den tiefsten Stand seit Anfang 2017 ab. Im Mittagshandel reduzierte sich das Minus auf 2,3 Prozent. Auch bei Analysten erntete der Konzern ein durchweg negatives Echo. Viele Experten hatten mit einem schnelleren Margenanstieg gerechnet und gehen nun von einem hohen Korrekturbedarf bei den Markterwartungen aus.

Experte Alain-Sebastian Oberhuber vom Investmenthaus Mainfirst strich unterdessen seine Kaufempfehlung und sieht Beiersdorf vor schweren Zeiten angesichts hoher Investitionen im Konsumgüterbereich und abnehmender Wachstumsdynamik im Klebstoffgeschäft Tesa. Analyst Pierre Tegner von Oddo BHF hatte bisher auf einen Zukauf gesetzt, die neuen Maßnahmen machten diesen weniger wahrscheinlich, weshalb er die Beiersdorf-Aktie nun zum Verkauf empfiehlt.

De Loecker hatte bereits im Hintergrund an seiner neuen Strategie gefeilt, bevor er zum Jahreswechsel die Konzernleitung von Stefan Heidenreich übernommen hatte. Es war bereits erwartet worden, dass der in Siegen geborene Belgier keinen abrupten Richtungswechsel bei Beiersdorf vollziehen wird, sondern auf der Arbeit seines Vorgängers aufsetzt.

Ähnlich wie Beiersdorf hatte erst vor wenigen Wochen der Düsseldorfer Konkurrent Henkel (Henkel vz) ebenfalls ein Investitionsprogramm in die Spur gebracht. Die Konzerne plagt der hohe Wettbewerbsdruck in der Konsumgüterbranche, denn der Kunde vor ohnehin übervollen Regalen ist wählerisch. Hinzu kommt das stetige Ringen um angemessene Preise mit dem Einzelhandel und die zunehmende Bedeutung des Online-Shoppings. Außerdem schwächt sich derzeit die Konjunktur in Europa ab.

"Die Konsumgüterindustrie befindet sich in einem historischen Umbruch. Unser gesamtes Geschäftsmodell muss sich an die neuen wirtschaftlichen und technologischen Bedingungen anpassen", sagte De Loecker laut Mitteilung.

Ab dem laufenden Jahr sollen nun bei Beiersdorf im Rahmen des "C.A.R.E.+" genannten Strategieprogramms jährlich 70 bis 80 Millionen Euro zusätzlich für die internationale Expansion, Innovationen, die Digitalisierung und die Mitarbeiterqualifizierung ausgegeben werden. Mit einer Netto-Liquidität von 4,4 Milliarden Euro und einer robusten Bilanz könne Beiersdorf die künftigen Investitions- und Wachstumspläne problemlos realisieren, sagte De Loecker am Mittwoch in Hamburg.

Für den Unternehmensbereich Consumer, zu dem neben Nivea Marken wie Labello, Eucerin und die Luxuspflegeserie La Prarie gehören, erwartet sich Beiersdorf damit bis zum Jahr 2023 ein über dem Markt liegendes Umsatzwachstum von 4 bis 6 Prozent. Zudem soll mehr vom Umsatz beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern hängen bleiben. Die Ebit-Marge soll auf 16 bis 17 Prozent steigen.

Im laufenden Jahr wird diese durch den Plan des neuen Beiersdorf-Chefs Stefan De Loecker allerdings sinken. 2019 dürfte die Ebit-Marge in der Haut- und Körperpflegesparte demnach auf 14,0 bis 14,5 Prozent fallen - nach 15,3 Prozent im Vorjahr. Konzernweit erwartet Beiersdorf einen Rückgang von 15,4 Prozent im Vorjahr auf 14,5 Prozent. Die Erlöse sollen 2019 aus eigener Kraft konzernweit um 3 bis 5 Prozent steigen und damit etwas weniger stark als im Vorjahr (5,4 Prozent). Im Bereich Consumer erwartet das Unternehmen ein Erlöswachstum um 3 bis 5 Prozent (Vorjahr: 5,0%).

Mit dem Strategieprogramm will Beiersdorf neben einer "kontinuierlichen und ergebniswirksamen Steigerung der Produktivität" auch neue Wachstumsmärkte und Geschäftsfelder erschließen. Zudem soll die Hautpflege in seinem Produktportfolio gestärkt und die Digitalisierung des Konzerns beschleunigt werden.

Konkreter wurde Beiersdorf bislang nicht. De Loecker wird am frühen Nachmittag die Zahlen für das vergangene Jahr auf einer Pressekonferenz präsentieren. Den anwesenden Journalisten dürfte er seine Strategie vermutlich genauer erläutern.

Das vergangene Jahr hatte Beiersdorf mit einem Umsatz- und Ergebniszuwachs abgeschlossen. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 2,5 Prozent auf 7,23 Milliarden Euro. Bereinigt um die Folgen des starken Euro und die Effekte von Zu- und Verkäufen lagt das Wachstum bei 5,4 Prozent. Der um Sondereffekte bereinigte Jahresüberschuss erhöhte sich um knapp 10 Prozent auf 756 Millionen Euro. Der Hauptversammlung wird eine zum Vorjahr unveränderte Dividende von 70 Cent je Aktie vorgeschlagen./he/tav/mne/men

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