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04.05.2018 12:34
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ROUNDUP 2: Starker Euro bremst BASF - Ausblick hat auch nach Chefwechsel Bestand

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(Neu: Aussagen aus der HV, mehr Details zu den Sparten, Analystenstimmen und Aktienkurs)

LUDWIGSHAFEN/MANNHEIM (dpa-AFX) - Der langjährige BASF-Lenker Kurt Bock übergibt nach der diesjährigen Hauptversammlung das Zepter an seinen Nachfolger. Vor den versammelten Aktionären konnte Bock zwar über einen guten Jahresstart berichten, doch der starke Euro trübte das Bild. Der "Neue" auf dem Chefsessel, Martin Brudermüller, hält an der Strategie fest, will BASF aber weiterentwickeln. BASF-Aktien legten gegen Mittag zuletzt rund ein Prozent zu und lagen damit im Leitindex Dax im vorderen Drittel.

"Das erste Quartal 2018 verlief erfreulich, wir sind gut in das Jahr gestartet", sagte Bock am Freitag auf der für ihn vorerst letzten Hauptversammlung in Mannheim. Erst 2020 soll der Manager den früheren BASF-Chef Jürgen Hambrecht als Aufsichtsratschef ablösen. Allerdings bekam BASF im ersten Quartal die starke europäische Währung zu spüren. Der Umsatz ging in den ersten drei Monaten im Jahresvergleich um ein Prozent auf knapp 16,7 Milliarden Euro zurück.

Deutlich negative Währungseffekte hätten den Zuwachs durch Preiserhöhungen und gesteigerte Mengen komplett aufgezehrt. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte im ersten Quartal um zwei Prozent auf 2,5 Milliarden Euro zu. Analysten hatten hier etwas weniger erwartet. Ohne die negativen Währungseffekte wäre das operative Ergebnis auf 2,8 Milliarden Euro gewachsen.

Mit Ablauf der Hauptversammlung übernimmt der derzeitige stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Technologiechef Martin Brudermüller das Ruder bei BASF. Den Ausblick für das laufende Jahr bestätigte Bock. Weiterhin will der Chemiekonzern 2018 beim operativen Gewinn um bis zu zehn Prozent zulegen. "Dies ist anspruchsvoll, denn 2017 war ein sehr gutes Jahr für BASF", fügte Bock hinzu.

Im vergangenen Jahr hatten die Ludwigshafener mit 8,3 Milliarden Euro das Ergebnis um fast ein Drittel gesteigert. Beim Umsatz peilt BASF mit seinen insgesamt rund 115 000 Mitarbeitern einen Zuwachs um bis zu 5 Prozent an. Das wäre ein Anstieg auf 67,7 Milliarden Euro.

Während es im ersten Quartal für den Chemiekonzern bei Basischemikalien sowie im Öl- und Gasgeschäft deutlich besser lief, entwickelten sich die Spezialchemie-Sparten Performance Products und Functional Materials & Solutions schwächer. In ersterem Geschäftsbereich fasst BASF etwa Vitamine, Lebensmittelzusatzstoffe sowie Inhaltsstoffe für Pharmazeutika und Kosmetik zusammen.

Dort belastete unter anderem der Produktionsstopp der Citral-Anlage in Ludwigshafen seit Ende Oktober nach einem Brand. Citral ist ein Vorprodukt zur Herstellung der Vitamine A und E sowie mehrerer Carotinoide. Seit Ende März wird die Anlage wieder hochgefahren.

Zum zweiten Geschäftsbereich gehören Katalysatoren, Bauchemikalien und Fahrzeuglacke. Hier drückten etwa höhere Rohstoffkosten auf das Ergebnis. Auch im Agrochemiegeschäft verdiente BASF wegen höherer Produktions- und Forschungskosten deutlich weniger. Nach Steuern und Anteilen Dritter blieb ein Gewinn von knapp 1,7 Milliarden Euro übrig. Das waren aufgrund höherer Steuerzahlungen unter anderem in Norwegen zwei Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

BASF habe ein "ordentliches Quartal" abgeliefert, aber ein Treiber für den Aktienkurs sei das Ganze nicht, kommentierte Analyst Peter Spengler von der DZ Bank. Für Analyst Jeremy Redenius vom US-Analysehaus Bernstein Research waren die Ergebnisse unverändert geprägt von guten Geschäften in den Segmenten Chemie sowie Öl und Gas. Schwäche hätten hingegen weiterhin die Sparten Functional Materials & Solutions (FMS) und die Agrarchemie gezeigt.

Der neue BASF-Chef Brudermüller will den Konzern stärker in der E-Mobilität aufstellen und weitere Innovationen anschieben. Zugleich strebt er keinen fundamentalen Kurswechsel an. BASF werde "evolutionär" weiterentwickelt, sagte er vor wenigen Tagen. "Alles andere wäre auch sonderbar." Schließlich habe er die Entwicklung schon in den letzten elf Jahren als Vorstand mitgetragen.

BASF ist schon seit längerem dabei, Geschäftsbereiche mit anderen Unternehmen zusammenzulegen oder Bereiche mit Zukäufen zu stärken. Erst am Donnerstag kündigte der Konzern an, seine Geschäfte mit Papier- und Wasserchemikalien mit denen des US-Spezialchemikalienherstellers Solenis zusammenbringen zu wollen.

Zudem will das Unternehmen seine Öl- und Gastochter Wintershall mit der früheren RWE-Sparte (RWE) Dea verschmelzen und später an die Börse bringen. BASF und der Dea-Eigner LetterOne des russischen Milliardärs Michail Fridman führen Gespräche. Ob es soweit kommt, ist aber laut Brudermüller noch nicht sicher.

Sein Agrochemiegeschäft will der Konzern mit Zukäufen in Höhe von fast acht Milliarden Euro ausbauen. BASF will dazu vom Pharma- und Agrochemiekonzern Bayer bestimmte Pflanzenschutzmittel und verschiedene Saatgut-Arten übernehmen, die die Leverkusener im Zuge der geplanten Mega-Übernahme von Monsanto abgeben müssen. Zudem plant Bayer, das eigene Digital-Farming-Geschäft an BASF zu verkaufen.

Dabei geht es etwa um die computergesteuerte Ausbringung von Saatgut- und Pflanzenschutzmitteln. Die EU-Kommission hat der Übernahme einzelner Bayer-Teile durch BASF vor wenigen Tagen unter Auflagen zugestimmt. Auch nach dem Zukauf der Bayer-Teilen werde BASF nach weiteren Akquisitionen in dem Bereich Ausschau halten, sagte Bock./mne/tav/zb

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