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06.12.2018 18:39
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ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Handelssorgen lösen Marktflucht aus

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PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die Furcht vor einer Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China hat die Aktienanleger am Donnerstag europaweit in die Flucht geschlagen. Die wichtigsten Indizes büßten zwischen 2,8 und 3,5 Prozent ein.

Der EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) als Leitindex der Eurozone weitete seine Tagesverluste aus, nachdem der Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) nach dem Staatstrauertag zu Ehren des ehemaligen Präsidenten George H. W. Bush seine Talfahrt vom Dienstag fortgesetzt hatte. Am Ende stand ein Minus von 3,31 Prozent auf 3045,94 Punkte. Es war der größte prozentuale Tagesverlust seit dem Votum der Briten im Juni 2016, die Europäische Union (EU) verlassen zu wollen. Mittlerweile notiert das Börsenbarometer auf dem tiefsten Stand seit Dezember 2016.

In London sackte der FTSE 100 um 3,15 Prozent auf 6704,05 Punkte ab. Der französische CAC 40 knickte um 3,32 Prozent auf 4780,46 Punkte ein.

Auslöser der Flucht aus Aktien war die Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei in Kanada. Die USA drängen ihren nördlichen Nachbarn zur sofortigen Auslieferung der Tochter von Huawei-Gründer Ren Zhengfei. China, das gerade erst im Handelsstreit mit den USA einen "Waffenstillstand" vereinbart hatte, reagierte mit scharfem Protest gegen die USA und Kanada auf die Festnahme.

"Die Anleger wollen geradezu verzweifelt eine Lösung im Handelskrieg zwischen den USA und China", sagte Bill Chepolis vom Vermögensverwalter DWS. "Nach dem G20-Gipfel sah noch alles recht gut aus. Aber nach dem Vorfall in Kanada stehen die Märkte schon wieder unter Druck", so der Anlagestratege.

Zudem ist die Unsicherheit rund um Italiens hochverschuldeten Staatshaushalt nach wie vor groß. Auch der Brexit bewegt die Gemüter weiter, denn im britischen Parlament wird immer noch heiß über den zwischen London und Brüssel ausgehandelten Austrittsvertrag diskutiert. Am Montag entscheidet zudem das oberste Gericht der Europäischen Union, ob der geplante EU-Austritt auch gestoppt werden kann.

Sämtliche Branchen Europas zeigten sich schwach. So büßten die Sektoren für die Minen-, Rohstoff- sowie Öl- und Gasaktien jeweils knapp 4 Prozent. Die Metallpreise fielen und auch die Ölpreise gaben nach. Die 15 Mitglieder des Ölkartells Opec haben zwar zuletzt in langen Beratungen in Wien um mögliche Produktionskürzungen gerungen. Bis dato war noch nicht absehbar, ob sich die Staaten tatsächlich auf eine Lösung einigen.

Ferner brachten negative Aussagen der US-Bank Citigroup zur eigenen Profitabilitäts- und Ertragsentwicklung im laufenden Quartal auch die Aktien europäischer Großbanken unter Druck. Der entsprechende Sektorindex schloss fast vier Prozent tiefer. Schwächster Branche waren die konjunktursensiblen Autowerte mit einem Abschlag von 4,15 Prozent.

Unter den Einzelwerten konnten sich die Papiere von Air Liquide zwar dem Abwärtstrend nicht entziehen, hielten sich aber mit nur rund 2 Prozent Minus besser als der Gesamtmarkt. Die Schweizer Großbank UBS hatte die Anteilsscheine des Industriegaseherstellers zum Kauf empfohlen. Als Hauptgrund wurde das erhebliche Wachstumspotenzial im Geschäftsfeld Large Industries genannt./la/jha/

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