finanzen.net
15.05.2019 09:38
Bewerten
(0)

ROUNDUP: Boeing-Flugverbot droht Tui das Sommergeschäft zu verhageln

DRUCKEN

HANNOVER (dpa-AFX) - Das Startverbot für Boeings (Boeing) neue Mittelstreckenjets droht dem weltgrößten Reisekonzern TUI das Sommergeschäft tatsächlich zu verhageln. Wenn Ende Mai noch nicht hinreichend sicher sei, dass die Boeing-Maschinen vom Typ 737 Max wieder abheben können, müsse Tui die Leasingverträge für Ersatzflugzeuge für den Rest des Sommers verlängern, teilte der Konzern am Mittwoch in Hannover mit. Auch die Buchungen für die wichtigste Reisezeit des Jahres schwächeln. Tui-Chef Fritz Joussen sieht seinen Konzern dennoch als Gewinner.

Am Finanzmarkt wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Im frühen Handel legte der Kurs der Tui-Aktie um fast drei Prozent zu. Im Vergleich zu Mai 2018 hat sich der Börsenwert des Unternehmens allerdings auf rund 5,6 Milliarden Euro mehr als halbiert - auch weil der Vorstand sein Gewinnziel seit Anfang 2018 zweimal zusammenstreichen musste.

Falls Tui im Sommer tatsächlich mit so vielen Ersatzmaschinen fliegen muss, kostet das den Konzern nach bisherigen Berechnungen rund 300 Millionen Euro. Der operative Gewinn (bereinigtes Ebita) dürfte im laufenden Geschäftsjahr (Ende September) dadurch um bis zu 26 Prozent einbrechen. Diese Prognose hatte Joussen bereits Ende März genannt, aber für den Fall einer früheren Startfreigabe einen Rückgang um nur 17 Prozent in Aussicht gestellt. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Tui einen operativen Gewinn von knapp 1,2 Milliarden Euro erzielt.

Um den Einbruch zu begrenzen, müsste Tui die betroffenen Jets spätestens Mitte Juli wieder einsetzen können. Die Zeit für eine Entscheidung wird knapp. Das "Wall Street Journal" hatte zuletzt berichtet, dass die Maschinen voraussichtlich nicht vor Mitte August starten dürften. Damit stünden sie für große Teile des Ferienverkehrs nicht zur Verfügung. Tui hat 15 Flugzeuge der Reihe und sollte für den Sommer acht weitere bekommen. Diese sollten teilweise auch bei der deutschen Tochter Tuifly eingesetzt werden. Tui sprach bereits Ende März mit Boeing darüber, inwieweit der US-Konzern ihm den Schaden erstattet.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA ist gerade dabei, eine von Boeing verbesserte Software für das Flugsteuerungssystem MCAS zu zertifizieren. Die Software gilt als mögliche Ursache der Abstürze zweier Maschinen der indonesischen Fluglinie Lion Air und der äthiopischen Gesellschaft Ethiopian Airlines, bei denen insgesamt 346 Menschen starben. Die FAA hatte bereits Anfang Mai mitgeteilt, dass der Zertifizierungsprozess einige Monate in Anspruch nehmen kann. Derzeit gilt weltweit ein Flugverbot für die Maschinen des Typs.

Im Winterhalbjahr bis Ende März trieb das Boeing-Desaster den Tui-Konzern bereits tiefer in die roten Zahlen. Der saisontypische Nettoverlust stieg um mehr als ein Fünftel auf 341 Millionen Euro. Allerdings hatte der Verkauf mehrerer Hotels der Riu-Kette dem Konzern ein Jahr zuvor einen Sondergewinn beschert. Der Konzernumsatz zog nun um knapp 2 Prozent auf fast 6,7 Milliarden Euro an.

Vorstandschef Joussen sieht den Reiseriesen trotz der Probleme sowie der jüngsten Pleiten und Übernahmen im Luftfahrtgeschäft gut gerüstet: "Aus der derzeitigen Konsolidierung der Branche in Europa wird Tui stärker, effizienter und profitabler hervorgehen." Der Tui-Rivale Thomas Cook (Neckermann Reisen) kämpft mit Problemen und hat seine Fluggesellschaften samt dem deutschen Ferienflieger Condor zum Verkauf gestellt. An der Airline ist auch die deutsche Lufthansa interessiert, zu der Condor bereits früher einmal gehört hatte.

Unterdessen läuft das Sommergeschäft bei Tui nicht so gut an. Die Buchungen lägen derzeit drei Prozent niedriger als im Vorjahr, die Preise ein Prozent höher, hieß es. Zugleich lägen die Gewinnspannen für den Veranstalter niedriger als noch 2018. Im Winterhalbjahr bekam Tui Überkapazitäten vor allem bei Reisen auf die Kanaren zu spüren, was auf Umsatz und Ergebnis drückte. Die Buchungslage für die Türkei und andere Ziele im östlichen Mittelmeer sei hingegen positiv, hieß es. Dies werde sich aber erst in den Ergebnissen für das Sommerhalbjahr widerspiegeln./stw/elm/jha/

Nachrichten zu TUI

  • Relevant
    1
  • Alle
    1
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu TUI

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
13.12.2018TUI SellUBS AG
11.08.2017TUI overweightJP Morgan Chase & Co.
24.09.2015TUI overweightJP Morgan Chase & Co.
14.08.2015TUI buyCommerzbank AG
10.08.2015TUI overweightJP Morgan Chase & Co.
11.08.2017TUI overweightJP Morgan Chase & Co.
24.09.2015TUI overweightJP Morgan Chase & Co.
14.08.2015TUI buyCommerzbank AG
10.08.2015TUI overweightJP Morgan Chase & Co.
06.08.2015TUI buyDeutsche Bank AG
26.05.2015TUI NeutralCitigroup Corp.
19.05.2015TUI HaltenIndependent Research GmbH
15.05.2015TUI HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
14.05.2015TUI NeutralBNP PARIBAS
13.05.2015TUI HoldS&P Capital IQ
13.12.2018TUI SellUBS AG
13.05.2015TUI VerkaufenDZ-Bank AG
11.03.2015TUI VerkaufenDZ-Bank AG
30.06.2014TUI VerkaufenDZ-Bank AG
19.05.2014TUI VerkaufenDZ-Bank AG

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für TUI nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX leichter -- Dow im Minus -- Daimler bestätigt Prognose - Entscheidung über 'Projekt Zukunft' -- Commerzbank bestätigt Ziele 2019 -- Deutsche Bank, Wirecard, adidas, Siemens im Fokus

Chinas Präsident Xi: Internationale Lage "immer komplizierter". Diageo bekräftigt Prognose. Lufthansa-Aktie rutscht weiter Richtung November-Tief. Dämpfer für QUALCOMM-Geschäftsmodell in US-Prozess. Delivery Hero: Platzierungspreis für Aktienoptionsprogramm 40,35 Euro.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Die Änderungen unter den Top-Positionen
Die erfolgreichsten Kinofilme der letzten 25 Jahre
Welche Titel knackten die Milliardenmarke an den Kinokassen?
In diesen Berufen bekommt man das höchste Gehalt
Mit welchem Beruf kommt man am ehesten an die Spitze?
Städte für Millionäre
Hier fühlen sich die Vermögenden am wohlsten
In diesen Ländern ist Netflix am billigsten
Wo zahlen Abonnenten am wenigsten?
mehr Top Rankings

Umfrage

Die rechtspopulistische FPÖ in Österreich hat für einen Skandal gesorgt. Wie glauben Sie wird sich das auf die Europawahlen auswirken?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
TeslaA1CX3T
CommerzbankCBK100
Amazon906866
BayerBAY001
Huawei TechnologiesHWEI11
BASFBASF11
NEL ASAA0B733
Apple Inc.865985
Deutsche Telekom AG555750
thyssenkrupp AG750000
Infineon AG623100
Allianz840400