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11.12.2018 16:11
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ROUNDUP: Energiekosten steigen langfristig nur wenig - Ausnahme Strom

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HAMBURG (dpa-AFX) - Die Energieverbraucher haben ein turbulentes Jahr hinter sich: Das Niedrigwasser des Rheins trieb die Benzin- und Dieselpreise im Süden und Westen der Republik auf rekordverdächtige Höhen. Beim Erdgas gab es nach Jahren des Rückgangs eine Preiswende. Die Heizöl-Kunden mussten im Oktober und November so hohe Preise bezahlen wie seit vier Jahren nicht mehr. Und für das nächste Jahr haben zahlreiche Gas- und Stromversorger Preiserhöhungen angekündigt.

Bei vielen Verbrauchern macht sich das Gefühl breit, dass Energie stetig teurer wird. Verbraucherzentralen und Sozialpolitiker warnen vor "Energiearmut". Wegen unbezahlter Rechnungen wurde im vergangenen Jahr fast 344 000 Haushalten in Deutschland zeitweise der Strom abgestellt, das waren 14 000 mehr Stromsperren als im Jahr zuvor, berichtet die Bundesnetzagentur. Angedroht wurden Stromsperren sogar 4,8 Millionen Verbrauchern. "Diese Drohung trifft immer Haushalte, die in einer prekären Lage sind und deren Verschuldungsrisiko hoch ist", sagt Christoph Strünck, Politik-Professor an der Universität Siegen und Autor einer Studie zu dem Thema. "Von der Energieversorgung abgeschnitten zu sein, ist die härteste Form von Energiearmut."

Doch stimmt die These, dass die Energiekosten stärker gestiegen sind als die Preise für die allgemeine Lebenshaltung? Ein genauerer Blick auf die Preis- und Kostenentwicklung für private Haushalte offenbart, dass es weniger dramatisch ist als es sich anfühlt. So mussten Verbraucher 2017 im Schnitt 57,03 Euro für 100 Liter Heizöl zahlen. Zehn Jahre zuvor waren es 58,63 Euro. Aktuell herrscht eine Phase höherer Preise, Heizöl kostet rund 72 Euro.

Der Erdgas-Preis stieg im Zehn-Jahres-Zeitraum bis 2017 von 6,51 auf 6,64 Cent je Kilowattstunde. Seitdem ist er gesunken, wird aber im nächsten Jahr wieder etwas anziehen. Das ist unter dem Strich fast Preisstabilität. Und auch die Preise für Benzin und Diesel bewegten sich nicht viel.

Klar teurer geworden ist lediglich der Strom, dessen Preis von 20,15 Cent je Kilowattstunde im Zeitraum von zehn Jahren auf 29,82 Cent kletterte. Strom hat sich stärker verteuert als die Einkommen gestiegen sind - im wesentlichen eine Folge der Energiewende. Die Stromkosten sind auch im internationalen Vergleich sehr hoch. Nur in Dänemark ist Strom noch teurer. Die Ökostrom-Erzeugung in Deutschland steuert auf einen Rekord zu.

Nach Berechnung des Energieversorgers Eon (EON SE) werden Windparks, Solaranlagen und andere erneuerbare Energiequellen schon im Laufe dieser Woche mehr Strom produziert haben als im gesamten Vorjahr. "Bis Jahresende rechnen wir mit mehr als 200 Milliarden Kilowattstunden erzeugtem und eingespeistem Strom aus erneuerbaren Energien - rund fünf Milliarden mehr als 2017 und so viel wie nie zuvor", sagte Victoria Ossadnik, Vorsitzende der Geschäftsführung von Eon Deutschland.

Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch dürfte nach Eon-Berechnungen in diesem Jahr rund 38 Prozent erreichen. Im vergangenen Jahr waren es 36 Prozent. Rund die Hälfte des Ökostroms wurde von Windkraftanlagen an Land und auf See erzeugt. Zum gesamten deutschen Energieverbrauch - also einschließlich Raumwärme und Verkehr - steuerten die Erneuerbaren 13,9 Prozent bei.

Insgesamt gibt ein Haushalt in Deutschland nach Angaben aus dem Bundeswirtschaftsministerium 232 Euro im Monat für Energie aus, nach den letzten dazu vorliegenden Zahlen von 2017. Das entspricht einem Anteil von 6,4 Prozent an den Konsumausgaben eines Haushalts, wie vor 15 Jahren. Dieser Anteil liegt in der Regel um die sieben Prozent. Nur in zwei besonders teuren Energiejahren 2012 und 2013 erreichte er 8,0 Prozent. Das deutet darauf hin, dass die Belastung der Haushalte mit Energiekosten relativ stabil ist.

Um Geld zu sparen, könnten die Haushalte weniger Energie verbrauchen. Allerdings ist ihnen das nicht besonders gut gelungen. Zwar ging der Energieaufwand für das Wohnen von 2010 bis 2017 um neun Prozent zurück, doch ist das vor allem auf die oft milden Winter zurückzuführen. Bereinigt um die Temperaturen betrug der Rückgang nur ein Prozent. Beim Strom wurden Effekte durch sparsame Geräte oder Leuchtmittel durch die Aufrüstung der Haushalte mit weiteren Elektrogeräten zunichte gemacht.

Und technischer Fortschritt in der Motorentechnik führte nicht zu geringerem Spritverbrauch der Gesamtflotte, weil sich viele Autofahrer für PS- und hubraumstarke Modelle entscheiden, die dann wieder einen höheren Verbrauch verursachen. Die durchschnittlichen Kraftstoffkosten für eine Strecke von 100 Kilometern betrugen zuletzt 6,33 Euro, so viel wie 2001 oder 2002. Der gesamte Energieverbrauch der privaten Haushalte lag im Jahr 2000 mit 88,2 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (tSKE) nur wenig höher als 2017 mit 82,9 Millionen tSKE.

Was die Verbraucher stresst, ist weniger ein langfristiger kontinuierlicher Anstieg als vielmehr heftige Schwankungen der Energiepreise, und die kommen vom Ölmarkt. "Öl ist immer ein Trendsetter für die Märkte", sagt Rainer Wiek vom Energie-Informationsdienst EID in Hamburg. Und es dient selbst als Ausgangsstoff für Benzin, Heizöl und Diesel. So waren die Jahre von 2010 bis 2013, als das Rohöl zeitweise mehr als 120 Dollar kostete, für die Verbraucher die härteste Zeit. Aktuell liegt der Ölpreis halb so hoch bei 60 Dollar./egi/DP/fba

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