05.07.2022 17:01

ROUNDUP: Europcar wird VWs Dienste-Drehscheibe - Schub auch für Software?

Folgen
Werbung

WOLFSBURG/PARIS (dpa-AFX) - Volkswagen (Volkswagen (VW) vz) will Europcar zum Herzstück seiner Plattform für Mobilitätsdienste machen. Nach langer Vorbereitung und einigen Verzögerungen im Übernahmeverfahren stellte der Konzern am Dienstag die Strategie zum Einbau des französischen Vermieters vor.

Die weltweit mehr als 2700 Europcar-Filialen und -Stationen in über 140 Ländern sollen dazu beitragen, Angebote vom Carsharing über die Miete bis zum Auto-Abo zu verzahnen. Die zuständige VW (Volkswagen (VW) vz)-Finanzsparte will dies in ihr Geschäft mit Leasing und Autokrediten integrieren.

Zudem wird mittelfristig vollautomatisches Fahren eine Rolle auf der "Mobilitätsplattform" spielen, vor allem bei Shuttle-Services. Auch dafür dürften allerdings noch wesentliche Entwicklungssprünge in der Software und Elektronik nötig sein. Und bei den Wolfsburgern gab es rund um die interne IT-Tochter Cariad zuletzt etlichen Wirbel.

VW war schon früher einmal Hauptbesitzer von Europcar, 2006 trennte man sich. Vor gut einem Jahr nannte Konzernchef Herbert Diess die Rückkauf-Idee als Teil eines "integrierten Dienstleistungsangebots rund ums Auto". Die eigenen Flottendienste und das bis dato eher maue Carsharing sollten ebenso mit den Franzosen zusammengebracht werden.

Die EU-Kommission erlaubte VW Ende Mai mit den Partnern Attestor und Pon Holdings die Übernahme. Verbliebene Europcar-Minderheitsaktionäre erhalten ein Angebot, um ihre Anteile abzugeben. Die Firma mit rund 10 000 Beschäftigten soll von der Börse genommen werden.

Zunächst werde man "alle Mobilitätsdienste auf der neuen Plattform zentralisieren", kündigte Volkswagen an. Dazu gehörten der Zugriff auf viele Angebote per App sowie "eine gemeinsame Fahrzeugflotte, die all diese Dienste abdeckt". 2021 hatte Europcar etwa 232 000 Wagen im Bestand - diese Zahl dürfte nun bald noch deutlich ausgebaut werden.

Die Grundidee ist, den Trend vom Autokaufen zum Autonutzen über alle Wege und Marken aufzugreifen. Ende dieses und Anfang kommenden Jahres laufen die ersten verschränkten Systeme in Wien und Hamburg an. Wenn voraussichtlich in einigen Jahren hochautomatisierte Fahrfunktionen bereitstehen, kommen diese etappenweise hinzu. Sie sollen den Betrieb der Plattform optimieren, "da Fahrzeuge automatisch bedarfsgerecht zwischen den verschiedenen Standorten bewegt werden können", hieß es.

VW testet teilweise selbstfahrende Modelle etwa mit dem Elektro-Bus ID.Buzz schon, auch der Shuttle-Ableger Moia soll die Technik einmal im Vollbetrieb anwenden. Bis zum Serienstart dauert es aber noch. Der erste solche kommerzielle Dienst in Europa soll 2025 beginnen.

Diess begründete den Sinneswandel zu Europcar mit dem Marktpotenzial, das er aus Autodienstleistungen und neuen Softwarefunktionen bis 2030 insgesamt im Billionenbereich vermutet. "Durch den Zukauf vergrößern wir unsere Flotte erheblich und erhalten einzigartige Kontaktpunkte zu den Kunden", erklärte er jüngst vor der VW-Belegschaft. Europcar ist in vielen Ländern in den Innenstädten sowie an Bahnhöfen und Flughäfen vertreten. "Durch Europcar und den Schritt zu autonomen Robo-Shuttles wird es lukrativ, eine All-Inclusive-App anzubieten."

Der Chef der VW-Finanztochter, Christian Dahlheim, ergänzte jetzt: "Verbraucher haben zwei grundlegende Bedürfnisse: von A nach B zu kommen und ihren Mobilitätsbedarf dort, wo sie wohnen, zu decken. Wir glauben, dass wir das in einer Plattform kombinieren können."

Das vollautomatische - oder eines Tages komplett autonome - Fahren wird indes nur möglich sein, wenn die Steuerungs- und IT-Systeme im Auto enorme Datenmengen verarbeiten können. Zudem werden regelmäßige, rasche Updates der Funktionen und bezahlbare Hochleistungsrechner ein Kriterium sein. Bei der Aufteilung der Aufgaben unter den Marken wie VW, Audi oder Porsche hakte die Abstimmung mitunter erheblich.

"Die Plattform muss einfach, häufig und mit wenig Kundeninteraktion updatefähig sein", beschrieb Alf Pollex, Chef im Entwicklungsverbund für das zentrale Auto-IT-System, eine der Kernanforderungen. Das sei auch ein Grund, weshalb das Gesamtprojekt Software Zeit brauche. Beim autonomen Fahren arbeiten nun Audi und Porsche vorerst parallel weiter. Die Ausbaustufe 2.0 der Software soll ab Mitte des Jahrzehnts stehen, sie führt Diess zufolge "die Entwicklungen dann zusammen".

Es gehe um eine komplexe Umstellung der Elektronik, so Pollex. In älteren, dezentralen Systemen "hat man bisher einzelne Updates an einzelnen Steuergeräten gemacht". Bei immer mehr Automatisierung und Vernetzung würden zentralisierte Rechner- und Softwarearchitekturen nötig. Damit könne man auch Updates in größeren Blöcken machen. Nur ein ausgereiftes Einheitssystem 2.0 sichere außerdem, dass sich mit diesem alle Autotypen zu wettbewerbsfähigen Preisen ausrüsten lassen.

Derzeit beschäftigt Cariad rund 5000 Entwickler. "Das Team werden wir nach und nach aufstocken", sagte Pollex. Trotz des Trends zu mehr interner Entwicklung spielten Zulieferer weiter eine wichtige Rolle: "Es laufen verschiedene Gespräche." Die bisherige Kooperation mit Bosch begrenzt sich auf erweiterte Assistenzsysteme (Level 2) und das automatisierte Fahren auf der Autobahn (Level 3). "Die Partner haben aber vereinbart, mögliche gemeinsame Entwicklungsziele und Zeitpläne in Richtung vollautomatisiertes Fahren (Level 4) zu prüfen."/jap/DP/jha

Ausgewählte Hebelprodukte auf Volkswagen (VW) St.
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Volkswagen (VW) St.
Long
Short
Hebel wählen:
5x
10x
Name
Hebel
KO
Emittent

Nachrichten zu Volkswagen (VW) AG Vz.

  • Relevant
    6
  • Alle
    +
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Volkswagen (VW) AG Vz.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
13:51 UhrVolkswagen (VW) vz BuyUBS AG
05.08.2022Volkswagen (VW) vz BuyGoldman Sachs Group Inc.
04.08.2022Volkswagen (VW) vz OutperformCredit Suisse Group
01.08.2022Volkswagen (VW) vz BuyDeutsche Bank AG
01.08.2022Volkswagen (VW) vz BuyWarburg Research
13:51 UhrVolkswagen (VW) vz BuyUBS AG
05.08.2022Volkswagen (VW) vz BuyGoldman Sachs Group Inc.
04.08.2022Volkswagen (VW) vz OutperformCredit Suisse Group
01.08.2022Volkswagen (VW) vz BuyDeutsche Bank AG
01.08.2022Volkswagen (VW) vz BuyWarburg Research
22.07.2022Volkswagen (VW) vz Market-PerformBernstein Research
19.07.2022Volkswagen (VW) vz Market-PerformBernstein Research
07.07.2022Volkswagen (VW) vz Market-PerformBernstein Research
14.06.2022Volkswagen (VW) vz Market-PerformBernstein Research
10.06.2022Volkswagen (VW) vz Market-PerformBernstein Research
25.07.2022Volkswagen (VW) vz UnderperformJefferies & Company Inc.
09.05.2022Volkswagen (VW) vz UnderperformJefferies & Company Inc.
14.04.2022Volkswagen (VW) vz UnderperformJefferies & Company Inc.
11.04.2022Volkswagen (VW) vz UnderperformJefferies & Company Inc.
21.03.2022Volkswagen (VW) vz UnderperformJefferies & Company Inc.

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Volkswagen (VW) AG Vz. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Vor Fed-Protokoll am Abend: DAX beendet Handel tiefrot -- Uniper erleidet erheblichen Verlust -- GM ruft Autos in den USA zurück -- HelloFresh, Siemens Energy, VW, BMW im Fokus

Rheinmetall und General Motors kooperieren bei LKW-Projekt der US Army. Amazon-Beschäftigte dringen auf weitere Gewerkschaft. Credit Suisse stuft Apple von 'Neutral' auf 'Outperform' hoch. Sanofi stellt klinisches Entwicklungsprogramm für das Brustkrebsmittel Amcenestrant ein. BVB denkt wegen der langen Winterpause über Auslandsreise nach - Diskussion um Ronaldo. Bei RTL-Deutschland muss Co-Chef Stephan Schäfer gehen.

Umfrage

Sollten die Corona-Regeln bei steigenden Infektionszahlen im Herbst wieder verschärft werden?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln