11.08.2022 08:14

ROUNDUP: Fördert die Corona-Pandemie die Sucht nach Tabak und Alkohol?

Folgen
Werbung

HANNOVER (dpa-AFX) - Wenn sie im Stress sind, greifen Raucher oft und gern zur Zigarette. Wie groß aber ist der Stress inmitten der Corona-Pandemie, des russischen Angriffskriegs in der Ukraine, des Klimawandels oder der Sorgen wegen Energiekrise und hoher Inflation? Raucher in Deutschland rauchen offenbar wieder mehr.

Die vergangenen Monate wirkten sich negativ auf das Rauchverhalten der Menschen in Deutschland aus, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse in Hannover ergab. Jeder vierte Raucher rauchte demnach häufiger oder hatte erst kürzlich mit dem Tabakkonsum angefangen - nur jeder zehnte rauchte weniger oder hatte ganz aufgehört. Für die repräsentative Studie wurden im Juli 2020 und Juli 2022 rund 1000 Menschen im Alter von 16 bis 69 Jahren online befragt. Die KKH ist mit rund 1,6 Millionen Versicherten eine der größten bundesweiten gesetzlichen Krankenkassen.

Im Sommer 2020 waren die Ergebnisse "noch nicht ganz so dramatisch", wie die Krankenkasse mitteilte. Damals gaben 17 Prozent der befragten Raucher an, seit Beginn der Corona-Krise mehr geraucht zu haben als vorher - also nur etwa jeder Sechste. Jeder Siebte (14 Prozent) sagte, er rauche seither weniger als üblich.

Derzeit raucht den Angaben zufolge knapp ein Viertel der Menschen in Deutschland, 18 Prozent davon regelmäßig. 32 Prozent der Befragten begründeten dies mit Stressabbau, 18 Prozent mit Langeweile. Jeder Siebte glaubte, dank des Rauchens besser vom Alltag abschalten zu können. Der wichtigste Grund jedoch: die Gewohnheit. 58 Prozent der befragten Raucherinnen und Raucher sagten, nicht auf den Glimmstängel verzichten zu wollen.

Laut KKH-Versichertendaten stieg die Zahl der Menschen, die wegen Abhängigkeit, Entzugserscheinungen oder psychischer Probleme infolge des Rauchens behandelt wurden, zwischen 2011 und 2021 um rund 73 Prozent. Auffallend: Während bei den Jüngsten bis 19 Jahre dieser exzessive Tabakkonsum in den zehn Jahren um 7,3 Prozent sank, stieg er in der Gruppe der 70- bis 74-Jährigen um 170,9 Prozent. Allein zwischen 2019, also kurz vor der Pandemie, und 2021 lag der Anstieg bei allen Altersgruppen gemittelt bei etwa 7 Prozent.

Unklar sei, ob und wie stark das mit der Pandemie zusammenhänge, sagte der KKH-Suchtfragenexperte Michael Falkenstein. "Da Abhängigkeitserkrankungen über einen längeren Zeitraum hinweg entstehen, bilden sie sich statistisch in der Regel erst zeitverzögert ab." Möglich sei, dass viele ehemalige Raucher in den vergangenen Monaten rückfällig geworden seien.

Bei Alkoholmissbrauch wie Rauschtrinken, bei Abhängigkeit und Entzugserscheinungen gab es binnen eines Jahrzehnts einen Anstieg der Diagnosen um rund 31 Prozent - zwischen 2019 und 2021 um 4,5 Prozent. Bundesweit sind laut KKH-Hochrechnung rund 1,4 Millionen Menschen von ärztlich diagnostiziertem Alkoholmissbrauch betroffen - bei schädlichem Tabakgebrauch seien es sogar rund 5,6 Millionen.

Anders als beim Rauchen spielt die Gewohnheit beim Alkohol wohl nur eine untergeordnete Rolle. Fast die Hälfte der Befragten erklärte, in Gesellschaft zu trinken. 37 Prozent nannten den Geschmack, 13 Prozent das Abschalten vom Alltag. "Wie Tabak hat aber auch Alkohol die Eigenschaft, dass man sich an ihn gewöhnt", warnte Falkenstein. Die Pandemie scheine das Trinkverhalten inzwischen aber weniger negativ zu beeinflussen. Der Umfrage zufolge trinken aktuell 10 Prozent der Befragten mehr Alkohol als vor der Krise, 14 Prozent weniger. Bei der Befragung im ersten Corona-Jahr war es noch umgekehrt.

Tabak- und Alkoholkonsum zählten zu den zwei Hauptrisikofaktoren für einen vorzeitigen Tod, warnte die Krankenkasse. Nach früheren Angaben des Statistischen Bundesamts starben 2020 rund 75 500 Menschen in Deutschland an den Folgen des Rauchens. Die mit Abstand häufigste Todesursache waren Krebserkrankungen. "Viele Menschen sind sich dieser Gefahr gar nicht bewusst oder verdrängen sie, gerade wenn andere Probleme im Vordergrund stehen, etwa private Konflikte oder globale Krisen", sagte Falkenstein. Vor allem in solchen Zeiten seien Rauschmittel für viele Menschen eine Art Bewältigungsmechanismus./tst/DP/zb

Ausgewählte Hebelprodukte auf Altria Inc.
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Altria Inc.
Long
Short
Hebel wählen:
5x
10x
Name
Hebel
KO
Emittent

Nachrichten zu BAT PLC (British American Tobacco)

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu BAT PLC (British American Tobacco)

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
03.10.2022BAT BuyJefferies & Company Inc.
28.09.2022BAT OutperformCredit Suisse Group
22.09.2022BAT BuyGoldman Sachs Group Inc.
30.08.2022BAT OverweightBarclays Capital
17.08.2022BAT BuyJefferies & Company Inc.
03.10.2022BAT BuyJefferies & Company Inc.
28.09.2022BAT OutperformCredit Suisse Group
22.09.2022BAT BuyGoldman Sachs Group Inc.
30.08.2022BAT OverweightBarclays Capital
17.08.2022BAT BuyJefferies & Company Inc.
27.07.2022BAT Sector PerformRBC Capital Markets
27.07.2022BAT Sector PerformRBC Capital Markets
17.03.2022BAT Sector PerformRBC Capital Markets
11.03.2022BAT NeutralJP Morgan Chase & Co.
15.02.2022BAT NeutralJP Morgan Chase & Co.
21.11.2019BAT UnderweightMorgan Stanley
21.10.2019BAT UnderperformMerrill Lynch & Co., Inc.
17.06.2019BAT UnderweightMorgan Stanley
16.10.2018BAT UnderperformRBC Capital Markets
15.10.2018BAT UnderperformRBC Capital Markets

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für BAT PLC (British American Tobacco) nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

Morgen ab 18 Uhr live: Tipps von Trading-Profi Markus Gabel für mehr Logik beim Investieren

Intuition kann an der Börse nicht schaden, aber für den langfristigen Erfolg ist eine rationale Strategie besser. Wie Sie diese entwickeln, erklärt Ihnen Börsenprofi Markus Gabel exklusiv im Online-Seminar.

Werbung
Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Nach Stimmungsdaten: Wall Street im Minus -- DAX schließt mit Verlusten -- Neue Russland-Sanktionen auf dem Weg -- Shop Apotheke erreicht wohl Gewinnschwelle -- Twitter, Lufthansa, Apple im Fokus

Siemens Gamesa wechselt Onshore-Chef aus. BKA geht anscheinend von staatlicher Sabotage bei Nord-Stream-Pipeline aus. Swift arbeitet an Vernetzung von digitalem Zentralbankgeld. Erdgaspreise sinken deutlich - Russlands GAZPROM beliefert Italien wieder mit Gas. Heidelberg Materials übernimmt JEV Recycling.

Umfrage

Glauben Sie, dass es in den kommenden sechs Monaten schwieriger wird, die eigenen Renditeerwartungen zu erzielen?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln