14.09.2017 19:33
Bewerten
(0)

ROUNDUP: Juncker weist Kritik an Euro-Vorstoß zurück

DRUCKEN

BRÜSSEL (dpa-AFX) - EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker stößt mit seinem Appell zur Ausweitung der Eurozone auf heftige Bedenken. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und SPD-Chef Martin Schulz pochten auf Einhaltung der Vorgaben für EU-Staaten, die den Euro übernehmen wollen. Das schafften einige Ländern auch in 15 Jahren nicht, meinte Schulz am Donnerstag. Juncker verteidigte indes seinen Vorschlag. Natürlich müssten Länder die Bedingungen für den Euro erfüllen, doch sollten sie auf dem Weg dorthin Hilfe bekommen.

Juncker hatte am Mittwoch in einer Grundsatzrede zur Lage der Europäischen Union darauf gedrungen, alle EU-Staaten in die Eurozone und auch in den Schengenraum ohne Grenzkontrollen einzubinden. Das soll die Einheit der Gemeinschaft stärken. Auf Kritik stieß dies aus zwei Gründen: Zum einen sind Nicht-Euro-Länder wie Bulgarien oder Rumänien wirtschaftlich derzeit viel schwächer als etwa Deutschland oder Frankreich. Zum anderen wollen einige Länder den Euro nicht.

So sagte der tschechische Oppositionskandidat Andrej Babis der Zeitung "Lidove noviny": "Herr Juncker will uns wieder einmal etwas aufzwingen, über das wir selbst entscheiden sollten - und worüber die Wähler entscheiden werden." Babis ist Umfragefavorit für die Parlamentswahl in Tschechien Ende Oktober.

SPD-Kanzlerkandidat Schulz mahnte Realismus an. Juncker habe zwar nur das ausgesprochen, was in den EU-Verträgen stehe. "Wir wissen auf der anderen Seite, dass ein Beitritt zum Euro nur möglich ist, wenn die Beitrittskriterien - und die sind sehr hart - erfüllt sind", sagte Schulz NDR Info. "Und da sehe ich bei einer ganzen Reihe von Staaten die Kriterien in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren nicht erfüllt." Juncker hatte seine Vorschläge auf die Zeit bis 2025 gemünzt.

Schäuble sagte in der ARD ebenfalls: "Klar ist, dass wir die Erfahrung gemacht haben, dass Länder erst in der Lage sein müssen, auch mit einer stabilen, harten Währung, über die sie selber nicht mehr durch Abwertung entscheiden können, wirtschaftlich auszukommen."

Juncker beschwichtigte in einem Youtube-Interview am Donnerstag. "Ich habe nicht die Absicht, Länder in den Euro zu zwingen, die nicht in den Euro können oder nicht in den Euro wollen." Beitrittsbedingungen müssten erfüllt sein. Auch müsse die Wirtschaft so aufgestellt sein, dass sie den Euro-Schock verwinden könne. Denn die Staaten der Währungsunion seien strengen Regeln unterworfen. "Und manchen Ländern ist es erkennbar noch zu heiß in der Euro-Küche", sagte Juncker.

Doch blieb er dabei, dass alle EU-Staaten die Möglichkeit haben sollten, den Euro einzuführen, und wer ihn noch nicht habe, sollte Hilfen bekommen. Dafür hatte Juncker am Mittwoch einen neuen Finanztopf angekündigt. Auf Youtube sprach er auch von technischen Hilfen./vsr/DP/das

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Top-Thema: Künstliche Intelligenz

Im neuen Anlegermagazin stellen wir Ihnen drei Aktien aus dem Software-Sektor vor, die beim Megatrend "Künstliche Intelligenz" gut positioniert sind. Außerdem: Der US-Medienkonzern Walt Disney verspricht langfristigen Anlegern die Chance auf attraktive Renditen. Gilt das auch für RTL und ProSiebenSat1?
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht fester ins Wochenende -- US-Börsen kaum verändert -- Finanzspritze für Tesla-Rivale Faraday Future -- Allianz verdient weniger im vierten Quartal -- Coca-Cola, HNA, Deutsche Bank, VW im Fokus

32 Sammelklagen gegen Intel. Chefs von US-Banken erhalten kräftige Gehaltserhöhungen. Überraschende Kehrtwende bei JPMorgan - "Bitcoin-ETFs sind der heilige Gral". Wetten und Manipulationen: War der Börsencrash erst der Anfang? Kaufempfehlung liefert HHLA-Aktie Rückenwind.

Top-Rankings

KW 7: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 7: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Einige Änderungen unter den Top-Positionen.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Arbeiten und Leben im Ausland: Die besten Länder für Expatriats und Auswanderer
Welches Land schneidet am besten ab?
Erster Job
Wo Absolventen am meisten Geld verdienen
Das sind die größten Privatbanken weltweit
Welche Bank macht 2017 das Rennen?
Diese deutschen Börsengänge haben sich 2017 für Anleger gelohnt
Welche Aktie verzeichnete die beste Performance?
Hier verdient man am besten
Bei diesen deutschen Unternehmen gibt es das höchste Gehalt
mehr Top Rankings

Umfrage

Wen wünschen Sie sich als künftigen deutschen Außenminister?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Scout24 AGA12DM8
Apple Inc.865985
Allianz840400
Deutsche Telekom AG555750
E.ON SEENAG99
Amazon906866
BMW AG519000
adidas AGA1EWWW
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Siemens AG723610
Yamana Gold Inc.357818
Steinhoff International N.V.A14XB9
BASFBASF11