03.07.2022 16:16

ROUNDUP: Probleme im Luftverkehr in Europa halten an

Folgen
Werbung

BERLIN (dpa-AFX) - Am größten Flughafen der Bundesrepublik in Frankfurt haben die aktuellen Abfertigungsprobleme mittlerweile auch Folgen für den Luftfrachtverkehr. Eine Maßnahme, um das Gesamtsystem zu stabilisieren, sei, dass neben Passagier- auch einzelne Frachtairlines Flüge etwa aus Spitzenzeiten in verkehrsärmere Zeiten verlegen oder streichen, sagte eine Sprecherin des Flughafens der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Mit Blick auf den Personalmangel werde bei den Abfertigungen von Passagier- als auch von Frachtmaschinen geschaut, wo der Bedarf am größten sei.

Der Betrieb der Frachtairline Lufthansa Cargo sei durch den Personalmangel in Frankfurt "empfindlich" gestört, sagte eine Sprecherin der Gesellschaft der dpa. Am Freitag habe es demnach vier Flugstreichungen bei Frachtverbindungen sowie einige Verspätungen gegeben. Um Last aus dem System zu nehmen, sei nun außerdem bis zum 10. Juli ein Embargo auf verschiedene Tierarten gesetzt.

Kurzfristige Abhilfe für den Personalmangel an deutschen Flughäfen hatte die Bundesregierung vergangene Woche in Aussicht gestellt: Sie will für Tausende ausländische Aushilfskräfte die Einreise ermöglichen.

Im Ferientrubel nimmt auch die Streikwelle im Flugverkehr im beliebten Urlaubsland Spanien weiter zu. Das Kabinenpersonal der Billigairline Ryanair will im Juli an weiteren zwölf Tagen für bessere Arbeitsbedingungen streiken, wie die zuständigen spanischen Gewerkschaften USO und Sitcpla am Samstag mitteilten. Von den Ryanair-Streiks sind zahlreiche Flughäfen betroffen. Das Kabinenpersonal war in Spanien bereits Ende Juni sowie auch zwischen Donnerstag und Samstag in den Streik getreten. Die Fluggesellschaft "hält sich nicht an Gerichtsurteile und Gesetze", hieß es von der USO. Arbeitsministerin Yolanda Díaz müsse eingreifen.

Auch das Kabinenpersonal von Konkurrent easyJet legt in Spanien die Arbeit zwischen Ende Juni und Ende Juli an insgesamt neun Tagen nieder. Im Fall der britischen Airline fordert das Kabinenpersonal deutlich höhere Gehälter sowie auch eine Begrenzung der Flugzeiten, wie es sie in anderen Ländern gebe.

Am Pariser Flughafen Roissy-Charles-de-Gaulle führten Warnstreiks am Wochenende erneut zu Annullierungen. Am Samstag wurden zwischen 7 Uhr und 14 Uhr 20 Prozent der geplanten Starts und Landungen gestrichen, wie der Flughafen mitteilte. Schon am Freitag waren 17 Prozent der Starts und Landungen ausgefallen. Die Streikenden fordern wegen der zunehmenden Inflation mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen.

Bei der skandinavischen Fluggesellschaft SAS (SAS AB) hingegen ist erneut ein geplanter Pilotenstreik aufgeschoben worden. Für die Schlichtungsversuche sei eine neue Frist bis Montag um 12 Uhr gesetzt worden, teilte die Airline mit. Es gehe vorwärts, aber man sei noch sehr weit auseinander, sagte SAS-Verhandlungsführerin Marianne Hernæs dem dänischen Sender DR zufolge. Der ursprünglich für Mittwoch angekündigte Streik von 900 Piloten war zunächst auf die Nacht zum Samstag verschoben worden. Die SAS-Führung und die schwedischen, norwegischen und dänischen Piloten verhandeln seit Wochen über einen Tarifvertrag.

Um das Chaos im britischen Luftverkehr zu bewältigen, lockert die britische Regierung die Vorschriften für die Start- und Landerechte an den Flughäfen. Die Airlines können nun Verbindungen streichen und auf die sogenannten Slots verzichten, ohne fürchten zu müssen, diese teuren Startrechte zu verlieren. Damit soll ein "realistischerer" Flugplan ermöglicht werden. Die Airlines müssen ihre Streichungen bis zum kommenden Freitag mitteilen.

Für den Personalmangel an den britischen Flughäfen machte Ryanair-Chef Michael O'Leary "die Katastrophe" des Brexits verantwortlich. Seit dem britischen EU-Austritt sei es für Fluglinien schwierig geworden, EU-Arbeitskräfte einzustellen, sagte O'Leary der Zeitung "Financial Times".

Mit Blick auf etliche Flugausfälle und -verspätungen zieht das Verbraucherschutzministerium die Überprüfung der Vorkassepraxis in Betracht. Das Ressort von Bundesministerin Steffi Lemke (Grüne) appellierte einer Sprecherin zufolge an die Flugunternehmen, ihrer "gesetzlichen Pflicht zur Rückerstattung innerhalb von sieben Tagen proaktiv" nachzukommen, wie die "Welt am Sonntag" berichtete. "Sonst wird man die Vorkassepraxis in ihrer jetzigen Form überprüfen müssen." Bei der Vorkassepraxis hätten Fluggäste ein hohes Risiko. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Matthias von Randow, wies darauf hin, jeder Reisende habe auch heute schon die Wahl, ob er frühzeitig buchen will und damit Frühbucherrabatte nutzen oder sehr kurzfristig vor Reiseantritt buchen und bezahlen möchte.

Doch es gibt auch Chaos-Profiteure: Durch die Streichung innerdeutscher Flüge steigt das Fahrgastaufkommen bei der Deutschen Bahn. "Immer mehr Menschen nutzen in der aktuellen Lage innerdeutsch die Bahn statt den Flieger", sagte ein Sprecher dem "Spiegel". Sprinter-Züge entlang der innerdeutschen Flugstrecken sind dem Bericht zufolge zu 40 Prozent stärker ausgebucht, viele Tickets kaufen die Airlines dabei als Ersatz für gestrichene Flüge./red/DP/nas

Ausgewählte Hebelprodukte auf easyJet plc
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf easyJet plc
Long
Short
Hebel wählen:
5x
10x
Name
Hebel
KO
Emittent

Nachrichten zu Lufthansa AG

  • Relevant
    6
  • Alle
    +
  • vom Unternehmen
    2
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Lufthansa AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
05.08.2022Lufthansa NeutralUBS AG
05.08.2022Lufthansa HoldDeutsche Bank AG
05.08.2022Lufthansa NeutralGoldman Sachs Group Inc.
04.08.2022Lufthansa KaufenDZ BANK
04.08.2022Lufthansa UnderperformBernstein Research
04.08.2022Lufthansa KaufenDZ BANK
05.05.2022Lufthansa KaufenDZ BANK
04.03.2022Lufthansa KaufenDZ BANK
04.03.2022Lufthansa BuyDeutsche Bank AG
18.01.2022Lufthansa BuyDeutsche Bank AG
05.08.2022Lufthansa NeutralUBS AG
05.08.2022Lufthansa HoldDeutsche Bank AG
05.08.2022Lufthansa NeutralGoldman Sachs Group Inc.
04.08.2022Lufthansa HoldDeutsche Bank AG
04.08.2022Lufthansa NeutralGoldman Sachs Group Inc.
04.08.2022Lufthansa UnderperformBernstein Research
03.08.2022Lufthansa UnderperformBernstein Research
19.07.2022Lufthansa UnderperformBernstein Research
06.07.2022Lufthansa UnderperformBernstein Research
30.06.2022Lufthansa UnderperformBernstein Research

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Lufthansa AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung

Videos zur Lufthansa Aktie

mehr
Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

DAX im Plus -- Dow fester -- Siemens Energy will Jahresziele erreichen -- Palantir enttäuscht beim Gewinn -- Berkshire Hathaway mit Nettoverlust -- BioNTech, Bayer, Lufthansa im Fokus

Pfizer plant Milliardenübernahme. Givaudan-Aktie profitiert von Einstieg der Tetra-Pak-Familie. Porsche steigert Gewinn im ersten Halbjahr deutlich. Samsung will in Deutschland eine halbe Million Falt-Smartphones verkaufen. Hypoport steigert Gewinn deutlich. Kalifornische Fahrzeugbehörde reicht Klage gegen Tesla ein.

Umfrage

Worüber machen Sie sich derzeit die größeren Sorgen?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln