20.06.2018 15:00
Bewerten
(0)

ROUNDUP: Regierung will Insekten schützen - großer Schritt oder Bluff?

DRUCKEN

BERLIN (dpa-AFX) - Weniger Dünger und Pestizide, mehr Blüten und Hecken: Die Bundesregierung will mit einem Aktionsprogramm den Schutz von Bienen und anderen Insekten in Deutschland voranbringen. Doch schon die Eckpunkte, die das Bundeskabinett am Mittwoch beschloss, stoßen bei Umweltschützern auf Unverständnis. Denn sie fallen teils deutlich hinter das zurück, was Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) vor ein paar Wochen angekündigt hatte. Viele Punkte fallen nicht in Schulzes Zuständigkeit, sondern in die von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) - auch das Streitthema Glyphosat.

Fünf Millionen Euro aus einem Förderprogramm für biologische Vielfalt sollen künftig in den Insektenschutz gehen. Das sei ein wichtiger "erster Schritt", sagte Schulze in einer kurzen Videobotschaft. "Wir brauchen wieder mehr Lebensraum für Insekten, wir müssen Pflanzenschutzmittel zurückdrängen und wir müssen über die Forschung genaueres Monitoring nach vorne bringen."

Nicht nur die Zahl, sondern auch die Vielfalt der Insekten in Deutschland ist rückläufig. Die Tiere sind unter anderem als Bestäuber und als Futter für andere Tiere wichtig. Studien sehen unter anderem Pestizide, Überdüngung und große Felder ohne Blüten-Ränder als Ursache für das Sterben, aber auch Siedlungen und die Lichtverschmutzung, die nachtaktive Insekten bedroht.

Das Aktionsprogramm soll den Eckpunkten zufolge an all diesen Punkten ansetzen. Es soll zum Beispiel für eine vielfältigere Agrarlandschaft mit mehr Hecken und blütenreichen Feldrändern sorgen. Fördermittel, Modellprojekte und Wettbewerbe sollen dazu anregen, Lebensräume für Insekten zu schaffen oder zu verbessern. In dem Eckpunktepapier heißt es allerdings, es umreiße "die Handlungsbereiche und möglichen Maßnahmen", ohne im Voraus über Haushalte zu entscheiden.

Scharfe Formulierungen, die Schulze Ende April vorgelegt hatte, fehlen dagegen. In ihrem Entwurf war etwa die Rede davon, den Einsatz von Pestiziden vor allem in ökologisch empfindlichen Gebieten "wo möglich zu verbieten" und dass "großflächige Strukturen in der Landbewirtschaftung aufgelöst" werden sollen.

Von Umweltverbänden kam Kritik. Die Eckpunkte wiesen "inakzeptable Lücken auf", sagte der Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Kai Niebert. Anstelle von Sofortmaßnahmen werde auf künftige Strategien verwiesen. Blühstreifen, Wettbewerbe und Modellprojekte seien nicht entscheidend. "Damit läuft die Bundesregierung Gefahr, PR-tauglichen Maßnahmen höhere Priorität einzuräumen als echtem Handlungsbedarf", sagte Niebert. BUND-Chef Hubert Weiger forderte "ganz konkrete, messbare Ziele". Nabu-Präsident Olaf Tschimpke lobte "viele gute Ansätze", die aber auch finanziert werden müssten.

Ähnlich sehen es die Grünen, die im Bundestagswahlkampf mit der Warnung vor einem "Stummen Frühling" Aufmerksamkeit erregt hatten: Ein "Blümchenpapier" helfe nicht, sondern nur eine Umstrukturierung der EU-Agrarpolitik, sagte die naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Steffi Lemke. Agrarexperte Harald Ebner kritisierte, dass Schulzes Forderung nach dem Aus für das Unkrautgift Glyphosat bis 2021 fehle.

Das Papier übernimmt die Formulierung des Koalitionsvertrags, "die Anwendung so schnell wie möglich grundsätzlich zu beenden." In einem Gesetzentwurf zum Glyphosat, den Agrarministerin Klöckner vorgelegt hat, geht es vor allem um private Anwender wie Kleingärtner. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums sagte, man werde in den nächsten Wochen einen Plan vorlegen. Die Zeit drängt, da die erneute Zulassung von glyphosathaltigen Mitteln ansteht.

Die umweltpolitische Sprecherin der FDP im Bundestag, Judith Skudelny, kritisierte die Eckpunkte ganz anders als die Umweltverbände - nämlich als "Verbotskatalog". Naturschutz werde gegen Landwirtschaft auf dem Rücken der Bauern ausgespielt./ted/DP/stw

Anzeige

Nachrichten zu BASF

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu BASF

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
20.07.2018BASF buyKepler Cheuvreux
18.07.2018BASF HoldBaader Bank
16.07.2018BASF NeutralUBS AG
16.07.2018BASF kaufenDZ BANK
10.07.2018BASF kaufenIndependent Research GmbH
20.07.2018BASF buyKepler Cheuvreux
16.07.2018BASF kaufenDZ BANK
10.07.2018BASF kaufenIndependent Research GmbH
10.07.2018BASF buyCommerzbank AG
10.07.2018BASF buyDeutsche Bank AG
18.07.2018BASF HoldBaader Bank
16.07.2018BASF NeutralUBS AG
10.07.2018BASF HoldBaader Bank
05.07.2018BASF NeutralUBS AG
02.07.2018BASF Equal-WeightMorgan Stanley
27.11.2017BASF UnderperformBernstein Research
08.11.2017BASF ReduceHSBC
25.10.2017BASF UnderperformBernstein Research
24.10.2017BASF UnderperformBernstein Research
19.10.2017BASF UnderperformBernstein Research

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für BASF nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Top-Wachstumsaktien!

Wo bieten sich Anlegern weltweit die besten Wachstumschancen? Wir stellen Ihnen im neuen Anlegermagazin vier Titel mit viel Potenzial vor.
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht schwächer ins Wochenende -- US-Börsen leicht im Minus -Trump bereit zu Zöllen auf alle Einfuhren aus China -- Microsoft-Aktie nach starken Zahlen auf Rekordjagd -- VTG, Jungheinrich im Fokus

Porsche Panamera angeblich vor Diesel-Rückruf. Bayer nimmt Verhütungsmittel von US-Markt. Trump legt im Streit mit US-Notenbank nach. Trump wirft China und EU Währungsmanipulationen vor. Erstmals in der Geschichte: Ethereum-Transaktionsgebühren höher als bei Bitcoin. Auto-Aktien schwächeln - Französischer Zulieferer enttäuscht.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

So groß ist der Gehaltsunterschied zwischen CEOs und Mitarbeitern
Das verdienen die CEOs der 30 DAX-Unternehmen
Sparweltmeiste
Welche Länder die meisten Währungsreserven haben
Die Performance der DAX 30-Werte in Q2 2018.
Welche Aktie macht das Rennen?
Hier macht Arbeiten Spaß
Die beliebtesten Arbeitgeber weltweit
Die Performance der MDAX-Werte in Q2 2018.
Welche Aktie macht das Rennen?
mehr Top Rankings

Umfrage

US-Präsident Trump fordert von Deutschland, die Verteidigungsausgaben deutlich zu erhöhen. Was sollte Berlin tun?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Apple Inc.865985
Scout24 AGA12DM8
Amazon906866
Allianz840400
Steinhoff International N.V.A14XB9
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
TeslaA1CX3T
BMW AG519000
E.ON SEENAG99
EVOTEC AG566480
Deutsche Telekom AG555750
adidas AGA1EWWW
Microsoft Corp.870747