ROUNDUP: Russischer Luftangriff beschädigt Energieversorgung der Ukraine

20.06.24 10:33 Uhr

KIEW/MOSKAU (dpa-AFX) - Ein schwerer russischer Luftangriff hat nach Kiewer Angaben mehrere Anlagen der Energieversorgung in der Ukraine getroffen. Der staatliche Energieversorger Ukrenerho berichtete am Donnerstagmorgen von Schäden in den Gebieten Winnyzja, Dnipropetrowsk, Donezk und Kiew. Das genaue Ausmaß müsse noch festgestellt werden. Ihrerseits griff die Ukraine Ölanlagen in Russland mit Drohnen an.

Der Schaden im Gebiet Winnyzja sei durch Trümmer einer abgeschossenen russischen Kampfdrohne entstanden, teilte Regionalgouverneur Serhij Borsow auf Telegram mit. Im Gebiet Kiew wurden nach regionalen Angaben eine Stromleitung und eine nicht näher bezeichnete Industrieanlage getroffen. Wegen der neuen Schäden an der Strom-Infrastruktur musste Ukrenerho die für Donnerstag ohnehin geplanten Abschaltungen für Verbraucher noch einmal ausweiten. Explosionen wurden in der Nacht aus der Großstadt Dnipro und aus dem Gebiet Saporischschja gemeldet.

Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge setzte Russland bei dem kombinierten Angriff 4 Marschflugkörper, 2 Lenkraketen und 27 Kampfdrohnen ein. Alle Drohnen und fünf der anderen Flugkörper seien abgefangen worden, teilte Kommandeur Mykola Oleschtschuk mit. Diese Militärangaben waren nicht unabhängig überprüfbar. Keine Abwehr gab es demnach gegen drei ballistische Raketen des Typs Iskander-M. Diese Raketen mit einer Reichweite bis 500 Kilometer werden in den seltensten Fällen abgefangen.

Ukrainische Drohnen verursachten nach russischen Behördenangaben Brände in zwei Treibstofflagern. Betroffen waren ein Tanklager in dem Ort Enem bei Krasnodar im Süden Russlands und ein Lager im Gebiet Tambow südlich von Moskau. 15 Drohnen seien abgeschossen worden, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Auch dies war nicht unabhängig überprüfbar. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als zwei gegen eine russische Invasion. Ihre Angriffe im Hinterland des Gegners sollen vor allem die Treibstoffversorgung der russischen Armee stören./fko/DP/mis