finanzen.net
11.10.2019 12:04
Bewerten
(0)

ROUNDUP/Wirtschaftsnobelpreis: Top-Ökonomen favorisieren US-Forscher

FRANKFURT (dpa-AFX) - Für den diesjährigen Wirtschaftsnobelpreis sind nach Einschätzung deutscher Top-Ökonomen erneut vor allem US-Forscher die Favoriten. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Amerikaner dominieren die Historie der erstmals 1969 verliehenen Auszeichnung, die vergangenes Jahr an William Nordhaus und Paul Romer ging. Am Montag (14.10.) gibt die Schwedische Reichsbank den Gewinner in Stockholm bekannt.

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), hält die US-Ökonomen Maurice Obstfeld und Kenneth Rogoff für herausragend. "Beide haben mit ihrer Forschung gezeigt, wie wichtig Globalisierung und Multilateralismus in einer zunehmend vernetzten Welt sind." Sie hätten dargelegt, wie sich Krisen global übertragen, wie Finanzmärkte vernetzt seien und was die Politik tun könne, um Globalisierung klug zu nutzen und Risiken zu minimieren. Auch hätten die früheren Chefökonomen des Internationalen Währungsfonds (IWF) in der realen Welt Verantwortung übernommen.

Hubertus Bardt, Geschäftsführer des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), favorisiert Jagdish Bhagwati. Der gebürtige Inder, der sich mit der multilateralen Handelsordnung beschäftigt, gelte als einer der bedeutendsten Globalisierungsforscher. Als Berater von UNO und der Welthandelsorganisation WTO habe er immer wieder die Brücke zwischen Forschung und Praxis gebaut. Bhagwati hatte in seinem vielzitierten Buch "In Defense of Globalization" Freihandel und Globalisierung gegen Kritiker verteidigt. In Zeiten von wachsendem Protektionismus, Handelskriegen und der Schwächung multilateraler Regeln wäre seine Auszeichnung ein treffendes Signal, meint Bardt.

Bhagwati zählt auch zu den Favoriten von Achim Wambach, Präsident am Mannheimer Institut ZEW. "In diesem Jahr spricht einiges dafür, dass der Nobelpreis für die Arbeiten zur Außenhandelstheorie vergeben wird", meint Wambach. Es sei Bhagwati und anderen Ökonomen wie Anne Krueger, Gene Grossman, Marc Melitz und Elhanan Helpman zu verdanken, dass es ein wesentlich genaueres und differenzierteres Verständnis über Ursachen und Auswirkungen von internationalem Handel gebe.

Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts, hält Ernst Fehr für preiswürdig. Der Österreicher habe mit Arbeiten zu Verhaltensökonomik die Entwicklung der ökonomischen Forschung stark beeinflusst. Das Konzept ergänzt das klassische Leitbild des "homo oeconomicus" in der Ökonomie, demzufolge Menschen ihren persönlichen Nutzen maximieren.

Hennig Vöpel, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), tippt auf John List und Esther Duflo wegen ihrer Pionierarbeit bei Feldexperimenten. Dabei werden Untersuchungen in natürlicher Umgebung durchgeführt, etwa wie sich Menschen unter jeweils veränderten Bedingungen verhalten. Der US-Forscher List und die gebürtige Französin Duflo hätten wesentlich beigetragen zu einem besseren methodischen Verständnis von evidenzbasierter Wirtschaftspolitik - also jene, die auf empirischen Erkenntnissen beruht. "Dies wird sich positiv zum Beispiel in der praktischen Entwicklungs- und Bildungspolitik auswirken", meint Vöpel.

Der mit neun Millionen schwedischen Kronen (830 000 Euro) dotierte Wirtschaftsnobelpreis geht nicht auf das Testament von Erfinder Alfred Nobel zurück und gilt daher nicht als klassischer Nobelpreis. Die schwedische Reichsbank stiftete den Preis nachträglich. Ein deutscher Ökonom wurde nur einmal geehrt: der Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten im Jahr 1994./als/DP/jha

Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

Asiens Börsen uneinheitlich -- Gewinnwarnung bei WACKER CHEMIE: Sparprogramm geplant -- ASML steigert Gewinn deutlich - Ausblick stabil

Pharmakonzern Roche hebt Jahresprognose erneut an. Lufthansa-Tochter Swiss lässt gesamte A220-Flotte am Boden. United Airlines hebt Jahresziele trotz 737-Max-Krise an. Pharmakonzerne verhandeln anscheinend Schmerzmittel-Milliardenvergleich. Brexit-Verhandlungen unterbrochen - Fortsetzung geplant.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

In diesen Berufen bekommt man das höchste Gehalt
Mit welchem Beruf kommt man am ehesten an die Spitze?
Big-Mac-Index
In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?
Das sind die bestbezahlten Schauspieler 2019
Wer verdiente am meisten?
Die Performance der Rohstoffe in in Q3 2019.
Welcher Rohstoff macht das Rennen?
Die Performance der TecDAX-Werte in Q3 2019.
Welche Aktie macht das Rennen?
mehr Top Rankings

Umfrage

Die Bundesregierung erlaubt anscheinend Huawei-Technik bei Aufbau des 5G-Netzes. Was halten Sie davon?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
NEL ASAA0B733
Amazon906866
Apple Inc.865985
Microsoft Corp.870747
Aurora Cannabis IncA12GS7
BASFBASF11
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
CommerzbankCBK100
BayerBAY001
Infineon AG623100
Deutsche Telekom AG555750
TUITUAG00