14.09.2015 11:52

Rückversicherer sehen Silberstreif am Horizont

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Monte Carlo (Reuters) - Die Rückversicherer hoffen nach einem jahrelangen Preisrutsch auf eine Trendwende im nächsten Jahr.

"Ich glaube, dass 2016 - und ich werde diese Vorhersage womöglich bereuen - tatsächlich die Talsohle erreicht sein wird", sagte der Vorstandschef von Hannover Rück, Ulrich Wallin, am Montag in Monte Carlo. Auch die Nummer zwei der Branche, Swiss Re, erwartet eine Stabilisierung der Preise in vielen Bereichen. Noch gehen die meisten Rückversicherer und die Experten von Ratingagenturen wie S&P und Moody's davon aus, dass sich der Rückgang der Preise in der Erneuerungsrunde nur abschwächt. Doch Wallin ist zuversichtlicher: "Wenn S&P von minus fünf Prozent spricht, streben wir stabile Preise an, indem wir selektiver sind."

Das Branchentreffen in Monte Carlo ist der Auftakt zu den Verhandlungen mit den Erstversicherern über die zum Jahresende auslaufenden Verträge. Weltmarktführer Münchener Rück ist skeptischer als die Nummer drei aus Hannover. Vorstand Torsten Jeworrek sprach im Stadtstaat am Mittelmeer von einer "nachlassenden Intensität" des Preisdrucks bei den jüngsten Vertragsabschlüssen. "Das ist noch kein Trend, der sich umkehrt. Der Preiskampf ist noch nicht zu Ende." Hatten die Preise im vergangenen Jahr im Schnitt mehr als zehn Prozent nachgegeben, erwarten Branchenexperten für 2016 nur fünf bis zehn Prozent Minus. "Es gibt keine überzeugende Anzeichen dafür, dass die Talsohle erreicht ist", sagte Fitch-Versicherungsanalyst Martyn Street.

RENDITEN UNTER DRUCK

Die großen Rückversicherer spüren den Preisrückgang in den Geschäftszahlen noch kaum. Fitch geht aber davon aus, dass die Eigenkapitalrendite in der Branche auf 10,6 Prozent schrumpft. 2014 waren es noch 11,8 Prozent. S&P geht sogar von einstelligen Renditen aus. "Wir befinden uns im Abwärtstrend. Je näher wir den zehn Prozent kommen, desto eher könnten wir unsere Haltung zu den Ratings ändern", warnte Street. Die Münchener Rück will daher lieber auf Neugeschäft verzichten, wenn es sich nicht lohnt. Vorstand Jeworrek sagte: "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis weitere Preisrückgänge sich in einem Rückgang der Gewinne niederschlagen." Und dann komme auch von den Aktionären Druck.

Je niedriger die Renditen, desto geringer wird aber auch der Anreiz für Hedgefonds, Pensionsfonds und andere Investoren, Geld in die Rückversicherung zu pumpen. Zurzeit kommt mit 70 Milliarden jeder fünfte Dollar, der für die Deckung von Risiken zur Verfügung steht, von ihnen. Zudem könnte durch die jüngsten Fusionen mittelgroßer Rückversicherer Kapazität aus dem Markt genommen werden. Das Überangebot an finanzieller Kapazität habe sich bereits verringert, stellte Hannover-Rück-Chef Wallin fest.

Wallin setzt zugleich auf eine steigende Nachfrage: "Vor allem die anziehende Konjunktur in den USA setzt dabei positive Signale für die Prämienentwicklung in den entwickelten Märkten." Für den deutschen Markt rechne er in der Erneuerungsrunde mit stabilen Preisen. Teilweise böten sich sogar Gelegenheit zu Erhöhungen.

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