12.08.2022 15:02

Moskau und Kiew streiten über AKW Saporischschja

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(Weitgehend neu)

- von Natalia Zinets

Kiew (Reuters) - Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig vor, für den Beschuss am Atomkraftwerk in Saporischschja verantwortlich zu sein und damit eine nukleare Katastrophe zu riskieren.

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Die für den Süden verantwortliche ukrainische Kommandantur wies solche Anschuldigungen am Freitag zurück. "Die ukrainischen Streitkräfte beschädigen nicht die Infrastruktur, greifen nicht an, wo es eine Gefahr von globaler Tragweite gibt", sagte Sprecherin Natalia Humeniuk im Fernsehen. "Nach unserem Verständnis verstecken sich die Invasoren hinter diesem Schutzschild, weil ein Angriff dort unmöglich ist."

Der russische Botschafter bei den Vereinten Nationen (UN), Wassily Nebensja, sagte, die Welt stehe "am Rande einer nuklearen Katastrophe", vergleichbar mit dem Super-GAU im ukrainischen Tschernobyl im April 1986. Er bekräftigte, Inspekteure der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA könnten das Kraftwerk noch in diesem Monat besuchen. Das Thema war auch Gegenstand einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats, in dem Russland ein Veto hat. UN-Generalsekretär Antonie Guterres forderte beide Seiten erneut auf, die Kampfhandlungen in dem Gebiet einzustellen. Auch die Bundesregierung äußerte sich besorgt. Alle Seiten seien dazu aufgerufen, den "hochgefährlichen Beschuss" der Anlage umgehend zu beenden, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit in Berlin.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte, Russland solle die Kontrolle über das AKW an sein Land zurückgeben. "Nur ein vollständiger Abzug der Russen... und die Wiederherstellung voller ukrainischer Kontrolle in der Anlage kann die nukleare Sicherheit ganz Europas garantieren", sagte er in seiner täglichen Video-Ansprache. Russische Truppen haben das Kraftwerk seit Anfang März besetzt, es wird aber noch von ukrainischen Technikern betrieben. Frankreich schloss sich Selenskyjs Forderung an und erklärte, Russlands Kontrolle über das AKW stelle eine Gefahr für die Welt dar. Die Präsenz der Truppen steigere das Risiko eines Unfalls erheblich, "mit potenziell verheerenden Konsequenzen", erklärte das Außenministerium in Paris.

SCHWARZMEERFLOTTE OFFENBAR GESCHWÄCHT

Die Frontlinien im Osten und Süden der Ukraine blieben unterdessen nahezu unverändert. Seit Wochen liefern sich beide Seiten heftige Gefechte, ohne dabei nennenswerte Geländegewinne vorweisen zu können. Die Ukraine hat im Süden eine Gegenoffensive angekündigt, um verlorenes Gelände zurückzugewinnen. Der ukrainische Generalstab sprach am Freitag von Detonationen und russischen Luftangriffen auf Städte und Militärstützpunkte vor allem im Osten des Landes. Der Gouverneur der Region Donezk, Pawlo Kyrylenko, berichtete über den Nachrichtendienst Telegram von sieben getöteten Zivilisten und 14 Verletzten in den vergangenen 24 Stunden.

Die Regierung in Kiew erhofft sich mit Lieferungen moderner Raketensysteme mit größerer Reichweite Angriffe auf russische Ziele weit hinter den Frontlinien, um damit einen Wendepunkt in dem Krieg herbeizuführen. Womöglich sind die ukrainischen Streitkräften dem auf der von Russland 2014 annektierten Halbinsel Krim einen Schritt nähergekommen. Am Donnerstag veröffentlichte Satellitenbilder belegten, dass der russische Militärstützpunkt Saki an der Südwestküste bei mehreren Detonationen am Dienstag schwer beschädigt wurde. Russland spricht als Ursache dafür weiter von einem Unfall. Die ukrainische Regierung hat bislang nicht erklärt, ob sie für den Vorfall verantwortlich ist. "Offiziell bestätigen wir nichts, und wir streiten nichts ab", hieß es am Donnerstag aus Kiew.

Nach britischen Angaben beeinträchtigen die Schäden die Einsatzfähigkeit der russischen Kräfte auf der Krim. Der Flugplatz von Saki sei zwar wahrscheinlich noch betriebsbereit, teilte das Verteidigungsministerium in London unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit. Allerdings seien acht Kampfjets ziemlich sicher entweder zerstört oder schwer beschädigt worden. Damit seien Einsätze im Luftraum erheblich geschwächt. Russland nutzt die Krim als Basis für seine Schwarzmeerflotte und als Hauptnachschubroute für seine Invasionstruppen im Süden der Ukraine. Der Stützpunkt Saki spielt dabei eine zentrale Rolle.

(Reuters-Büros; Bearbeitet von Alexander Ratz; Redigiert von Elke Ahlswede; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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