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11.10.2018 18:41
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"Sojus"-Kapsel nach Start zur ISS wegen Panne notgelandet

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- von Shamil Zhumatov

Baikonur (Reuters) - Eine russische "Sojus"-Kapsel mit zwei Astronauten an Bord ist am Donnerstag kurz nach dem Start zur Internationalen Raumstation ISS wegen einer Panne der Trägerrakete in Kasachstan notgelandet.

Die Besatzung sei wohlauf, teilten die Raumfahrtbehörden Russlands und der USA, Roskosmos und Nasa, mit. Die Trägerrakete vom Typ "Sojus-FG" war vom Raumfahrtzentrum Baikonur gestartet. Sie sollte die Kapsel mit dem russischen Kosmonauten Alexej Owtschinin und dem US-Astronauten Nick Hague zur Internationalen Raumstation ISS bringen. Einige Zeit nach dem Start kam es zu einem Fehler beim Abtrennen der ersten von der zweiten Raketenstufe, worauf die Kapsel abgestoßen wurde und in der kasachischen Steppe landete. Russland setzte die bemannte Raumfahrt aus, bis die Ursache des Fehlers geklärt ist. Auch ein zeitweiser Stopp der unbemannten "Sojus"-Versorgungsflüge zur ISS wird offenbar geprüft.

Die jüngste Panne ist ein weiterer Rückschlag für die Raumfahrtbehörde Roskosmos, von deren Transporten zur ISS auch die Nasa abhängt. Im August war bei einer bereits an der ISS angedockten "Sojus"-Kapsel ein Leck aufgetreten, wodurch kurzfristig der Luftdruck sank. Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin hatte damals den Verdacht der Sabotage geäußert.

Ein Reuters-Reporter, der den Start aus einer Entfernung von einem Kilometer beobachtete, berichtete, die Rakete habe ohne erkennbare Probleme abgehoben. In größerer Höhe sei es dann zu der Panne gekommen. Auf Fernsehbildern sind einige Zeit nach dem Start kleine Explosionen an der Rakete zu sehen. Wenig später ist außer dem Feuerschweif auch weißer Rauch aus den Triebwerken zu erkennen. Aufnahmen aus dem Inneren der Kapsel zeigen, wie Owtschinin und Hague durchgerüttelt werden, als es mitten im Flug zu dem Zwischenfall kommt. Die Kapsel mit den beiden Astronauten wird abgetrennt und die Notlandung eingeleitet. Ein Fallschirm bremst die Rückkehr der Kapsel zur Erde ab. Rettungsteams machen sich sofort auf den Weg zur Landestelle nahe der Stadt Scheskasgan.

RUSSLAND SETZT BEMANNTE RAUMFAHRT AUS

Der russische Vize-Ministerpräsident Juri Borissow sagte, der Fehler sei beim Abstoß der ersten Raketenstufe aufgetreten. Die bemannte Raumfahrt werde umgehend ausgesetzt, bis die Ermittlungen abgeschlossen und die Ursache des Fehlers geklärt seien. Roskosmos-Chef Rogosin sagte, er habe eine staatliche Kommission mit der Untersuchung beauftragt.

Russland versorgt die ISS mit Lebensmitteln und anderem Material und transportiert als einziger Staat Besatzungsmitglieder zur Raumstation und wieder zurück zur Erde. Die unbemannten Versorgungstransporte mit der "Sojus"-Rakete könnten bis Ende dieses Jahres ausgesetzt werden, berichtete Interfax unter Berufung auf einen Insider.

Die derzeit dreiköpfige Besatzung auf der ISS verfüge über ausreichend Proviant, berichtete Tass und zitierte einen Insider. Auch der Forschungseinsatz insgesamt sei nicht dadurch gefährdet, dass Owtschinin und Hague nun nicht an Bord gekommen seien. Auf der ISS, deren Bau 1998 begonnen wurde, hat seit Anfang des Monats der Deutsche Alexander Gerst das Kommando. Er hält sich seit Anfang Juni in der Raumstation auf und soll dort bis Dezember bleiben.

Die USA sind beim Transport ihrer Astronauten auf Russland angewiesen. Die Nasa plant jedoch, im April erstmals mit einer US-amerikanischen "SpaceX"-Rakete statt mit der russischen "Sojus" ihre Astronauten zur ISS zu bringen. "SpaceX" ist als kommerzielles Unternehmen in der Raumfahrt aktiv und wurde von Tesla-Chef Elon Musk gegründet. Es hat bereits Frachttransporte zur ISS absolviert, allerdings war es auch bei "SpaceX"-Raketen mehrfach zu schweren Pannen gekommen.

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