KI-Schock vorbei? Oracle-Aktie führt Rally an - Microsoft, Palantir, ServiceNow und Co. ziehen mit

Die Oracle-Aktie hat zu Wochenbeginn einen kräftigen Kurssprung hingelegt und damit die Erholung im gesamten Softwaresektor angeführt.
Werte in diesem Artikel
• Oracle-Aktie zieht nach KI-getriebenem Ausverkauf kräftig an
• Softwaresektor erlebt stärksten Tagesanstieg seit einem Jahr
• Analysten warnen trotz Rally vor anhaltender Unsicherheit im Tech-Sektor
Die Oracle-Aktie hat zu Wochenbeginn einen deutlichen Kurssprung hingelegt und damit maßgeblich zur Erholung des gesamten Softwaresektors beigetragen. Laut MarketWatch erlebten Technologie- und Softwarewerte am Montag ihren stärksten Tagesanstieg seit einem Jahr, nachdem Anleger die zuvor stark gefallenen Kurse als Einstiegschance nutzten.
Schnäppchenjagd nach heftigem Ausverkauf
Auslöser der Erholung war eine ausgeprägte Marktkorrektur in der Vorwoche. Analysten sprechen von einem übertriebenen Abverkauf im Zuge neuer Sorgen rund um künstliche Intelligenz. Besonders die Vorstellung des KI-Modells "Claude Mythos" von Anthropic hatte laut MarketWatch Ängste ausgelöst, da es angeblich in der Lage ist, Sicherheitslücken in Software und Anwendungen sehr effektiv zu identifizieren.
D.A.-Davidson-Analyst Gil Luria erklärte gegenüber MarketWatch, dass Investoren am Montag wieder in den Markt zurückkehrten, nachdem es zuvor zu einem starken Ausverkauf gekommen sei. Der Markt habe laut Einschätzung vieler Experten "wahllos" verkauft, wodurch zahlreiche Softwaretitel stark unter Druck geraten seien.
Oracle treibt Software-Rally an
Besonders stark zeigte sich die Erholung bei der Oracle-Aktie, die am Montag im NASDAQ-Handel letztlich um 12,69 Prozent auf 155,62 US-Dollar zulegte. Auch am Dienstag kletterte das Papier letztlich um weitere 4,74 Prozent auf 163,00 US-Dollar. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens stieg dadurch um rund 50,4 Milliarden US-Dollar auf etwa 447,6 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig bleibt die Aktie trotz der Erholung im laufenden Jahr 2026 weiterhin rund 20 Prozent im Minus.
Auch andere Tech-Schwergewichte legen zu: Microsoft gewinnt vorbörslich 0,93 Prozent auf 388 US-Dollar, gewann 3,64 Prozent auf 384,37 US-Dollar, Palantir steigen um 0,92 Prozent auf 133,62 US-Dollar, um 3,37 Prozent auf 132,37 US-Dollar.
Geopolitik und KI sorgen für Unsicherheit
Neben KI-getriebenen Sorgen spielten laut Analysten auch geopolitische Spannungen eine Rolle für die hohe Volatilität im Sektor. Besonders Cybersecurity-Werte profitierten von der gestiegenen Unsicherheit.
Benchmark-Analyst Yi Fu Lee sagte gegenüber MarketWatch im Zusammenhang mit der aktuellen Lage: "Wir haben keine Kristallkugel, weil wir immer noch im Krieg sind." Damit verweist er auf die anhaltenden geopolitischen Risiken, die laut seiner Einschätzung weiterhin Einfluss auf die Kursentwicklung im Technologiesektor haben.
Trotz der starken Erholung warnen Experten jedoch davor, den jüngsten Anstieg als nachhaltige Trendwende zu interpretieren. Die Unsicherheiten rund um KI-Wettbewerb, geopolitische Risiken und Bewertungsfragen bleiben laut Analysten weiterhin bestehen.
Bettina Schneider, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
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