Nike-Aktie bricht ein: Sportartikel-Riese verschärft Sparkurs und will Stellen abbauen
Der adidas-Rivale Nike versucht mit einem verschärften Sparkurs aus seiner teilweise hausgemachten Krise zu kommen.
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Das Sanierungsprogramm soll über die kommenden Jahre Einsparungen von 2,5 Milliarden US-Dollar (2,2 Mrd Euro) bringen, wie der Sportartikel-Konzern bei der Vorlage von Quartalszahlen am Donnerstag nach Börsenschluss ankündigte. Zu den Maßnahmen werde auch ein Stellenabbau gehören, sagte Nike-Chef Elliott Hill in einer Telefonkonferenz mit Analysten.
Analystin Brooke Roach von der Investmentbank Goldman Sachs zeigte sich von den Erwartungen der Nike-Spitze enttäuscht. Deren Ausblick auf das Geschäftsjahr 2027 habe sehr deutlich unter den Markterwartungen gelegen. Im Fokus stünden die mittelfristigen Gewinnaussichten - angesichts des zunehmenden Drucks auf die Bereiche Nike Sportswear, Jordan Brand und das China-Geschäft.
Roach strich ihre Schätzungen für die Zeit bis zum Geschäftsjahr 2029 kräftig zusammen und kappte ihr Kursziel auf 30 Dollar. Damit rechnet sie mit einem weiteren Kursverfall. Auch die Experten von UBS und JPMorgan senkten ihre Kursziele für den Sportartikel-Hersteller aus den USA.
Im ersten Geschäftsquartal bis Ende August fiel Nikes Umsatz im Jahresvergleich um vier Prozent auf 11,2 Milliarden US-Dollar und lag damit etwas unter den Erwartungen der Analysten. Unterm Strich sank der Gewinn um zwei Prozent auf 712 Millionen Dollar. Die Verbraucher seien bei ihren Ausgaben zurückhaltend, sagte Hill.
Für das noch bis Ende Mai 2027 laufende Geschäftsjahr rechnet der Manager mit einem Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll 1,15 bis 1,35 Dollar erreichen. Dabei ist eine Belastung für das Sparprogramm in Höhe von 0,15 Dollar je Aktie ausgeklammert. Im vergangenen Geschäftsjahr bis Ende Mai 2026 hatte der Konzern einen Gewinn je Aktie von 2,10 Dollar erzielt - in diesem Fall einschließlich Sondereffekten.
Nike sucht den Weg aus einem Tief, in das sich das Unternehmen selbst manövriert hatte. Der Konzern setzte in den vergangenen Jahren auf Kosten des Einzelhandels sehr stark auf den Verkauf über eigene Vertriebskanäle. Vor allem im US-Markt konnten daher konkurrierende Marken Nike den Regalplatz in den Geschäften abnehmen - die Verkäufe litten darunter. Das Unternehmen bemüht sich nun um ein besseres Verhältnis zu seinen Einzelhandelspartnern.
Konzernchef Hill verordnete dem adidas-Konkurrenten einen stärkeren Fokus auf Sportler, nachdem der Lifestyle-Anteil am Sortiment in den vergangenen Jahren gestiegen war.
So reagiert die Nike-Aktie
Am Freitag büßten die bereits seit Monaten schwachen Aktien des Sportwarenriesen weitere 3,57 Prozent auf 33,90 US-Dollar ein - und näherten sich zeitweise dem tiefsten Stand seit 2013 bei 31,48 US-Dollar. Im bisherigen Jahresverlauf ist das Unternehmen mit einem Kursminus von 45 Prozent abgeschlagenes Schlusslicht im New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial.
Laut einem Börsianer sind die Probleme von Nike weitgehend "hausgemacht" und lassen nur begrenzt negative Rückschlüsse für die deutschen Konkurrenten adidas und PUMA zu.
Geht es nach dem UBS-Analysten Jay Sole, ist das Ende der Nike-Talfahrt wohl noch nicht in Sicht. Mit den Gewinnschätzungen könnte es weiter bergab gehen, und die Bewertung sei trotz des monatelangen Abwärtstrends nicht günstig. Die Geschäftserholung von Nike könnte länger dauern als bisher am Markt erwartet, befürchtet der Experte. Er senkte seine Ergebnis- und Wachstumsschätzungen.
Sowohl das erste Geschäftsquartal als auch der Ausblick des Unternehmens auf 2026/27 sehen nach Einschätzung der US-Bank Citigroup schwach aus. Die Anlagestory werde zunehmend von Kostensenkungsmaßnahmen dominiert, was mit dem Bewertungsaufschlag der Aktien zur Branche schwierig in Einklang zu bringen sei, monierte Paul Lejuez. Seine Kollegin Monique Pollard geht davon aus, dass Adidas und PUMA dem Branchenprimus Marktanteile abjagen könnten.
Piral Dadhania von der kanadischen Investmentbank RBC sieht insbesondere den Ergebnisausblick von Nike klar unter den Erwartungen. Ähnlich äußerte sich JPMorgan-Experte Matthew Boss.
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BEAVERTON (dpa-AFX)
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